IMG_2935„There is a garden in every childhood…“, wrote the Portugese poet Fernando Pessoa at the beginning of the last century. Sadly, this is no longer true. We had a garden, albeit a small one, and for a while my mother took on two allotments quite a distance away. My younger brother and I would trot along with mum pulling a handcart carrying tools, a small picnic and -most important of all- our harvest on the way home. Mum was a young girl during the war and had been sent with her sisters to work on a farm to support the family. This experience of deprivation never quite left her. Growing food was a necessity. Flowers were less important but allowed to mingle with the fruit and veg. My father died when I was small and before work on our garden started. He had just finished the renovation of our home. Being with mum was a treat and we clung to her through fear of losing her as well. We would chatter happily  and were probably more of a hindrance to her gardening aspirations but as we grew older, we helped picking apples, currants, raspberries and gooseberries which we hated for their thorns. To be honest, gardening was more of a chore than a pleasure for us then but it helped to connect us with our food, be it from the garden or meat which came from home slaughtering in our village. Food miles, what’s that? Those were the days without gameboys and mobile phones, and I feel grateful and privileged for being a kid way back then. Those were the days when you’d still speak to each other…and listen. We would spend all day in the garden or in the woods building huts, playing Tarzan – such bliss, such freedom! We were always late for dinner, often coming back with bruises and torn, dirty trousers. We were happy and so tired that we fell asleep before our heads touched the cushion. Mum drew our attention to nature and knew a plant for nearly every ailment. She firmly believed in the power of herbs, even more so when she developed cancer which all the herbs in the world couldn’t cure. She had to give up her two allotments and the garden at our home became the focus. There were fruit trees – I especially remember a cherry tree which used to be laden every year. We’d climb into it and ate until our bellies hurt. There was a swing too that used to carry us straight into heaven. That’s how we felt about it at the time as everything seems so big and awesome when you’re small. In summer mum would fill an old zinc bathtub with water. Splish, splash – our private pool, kid’s heaven! Friends came and it sometimes got a bit crowded, loud and rough in the tub. There were frogs, birds, slowworms. We’d suck the sweet juice out of the flowers of the dead nettles like delicious nectar… I wonder how it is now as our planet is getting more crowded by the day. What is it like to grow up without nature, never mind a garden? It seems rather sad. How are children supposed to connect with the natural world and learn to respect it? I think this is when schools should come in. The UK are far ahead of us with their promotion of school gardening. Why not dig over the football pitch and make a garden? Get rid of some useless school subject (and believe me there are far too many) and get the kids to sow and enjoy the wonders of gardening? When I was small nobody would have thought that I’d turn into the passionate gardener I am today but I’d like to think my parents would be very happy with the outcome. Although I’m not a relgious person, I somehow feel they watch me with a smile. Is there also a garden in your childhood?

„In der Kindheit eines jeden gibt es einen Garten…“, schrieb der portugiesische Dichter Fernando Pessoa zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Leider trifft das nicht mehr zu. Wir hatten einen kleinen Garten, und eine Zeitlang betreute meine Mutter zusätzlich zwei Schrebergärten, die weiter weg lagen. Mein kleiner Bruder und ich zottelten mit dem Leiterwagen hinter Mama her. Darin lagen Werkzeuge, ein Picknick und -sehr wichtig!- auf dem Heimweg unsere Tagesernte. Mama war ein junges Mädchen während des Krieges und wurde mit ihren Schwestern zum Arbeiten auf einen Bauernhof geschickt. Diese Erfahrung der Entbehrung und des Verlustes konnte sie nie ganz abstreifen. Der Anbau von Obst und Gemüse war eine Notwendigkeit. Blumen waren weniger wichtig, durften sich aber in den Beeten tummeln. Mein Vater starb, als ich klein war und bevor die Anlage des Gartens in Angriff genommen wurde. Er hatte gerade die Renovierung des Hauses abgeschlossen. Die Gesellschaft unserer Mutter war uns lieb und teuer, und wir klammerten uns an sie, vor lauter Angst, sie auch noch zu verlieren. Wir plapperten fröhlich vor uns hin und waren wahrscheinlich mehr ein Hindernis in ihrem gärtnerischen Streben, aber als wir älter wurden, halfen wir bei der Ernte von Äpfeln, Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren, die wir wegen ihrer Stacheln hassten. Um ehrlich zu sein, war Gartenarbeit für uns Kinder mehr Plage als Vergnügen, aber es half uns, eine Verbindung zu unserem Essen herzustellen, ob es nun aus dem Garten kam oder Fleisch betraf, welches wir bei Hausschlachtungen im Dorf kauften. Das waren die Tage ohne Gameboy und Mobiltelefon, und ich bin dankbar, damals ein Kind gewesen zu sein. In diesen Tagen sprach man miteinander…und hörte zu. Wir waren den ganzen Tag im Garten oder Wald, bauten Hütten, spielten Tarzan – welche Wonne, welche Freiheit! Zum Abendessen kamen wir meist zu spät, oft mit Beulen, Kratzern und schmutzigen, zerissenen Hosen. Wir waren glücklich und so müde, dass wir schon schliefen, ehe unser Kopf das Kissen berührte. Mama lenkte unsere Aufmerksamkeit auf die Natur und kannte für nahezu jedes Leiden eine Pflanze. Sie glaubte an die Kraft der Kräuter, vor allem, als sie Krebs bekam, den alle Kräuter in der Welt nicht heilen konnten. Sie musste ihre Schrebergärten aufgeben, und unser Garten am Haus rückte in den Mittelpunkt. Es gab Obstbäume – ich erinnere mich vor allem an einen Kirschbaum, der jedes Jahr voll hing. Wir kletterten in den Baum und schlugen uns die Bäuche voll, bis sie weh taten. Es gab auch eine Schaukel, die uns direkt in den Himmel trug. So empfanden wir es damals, denn alles wirkt riesig und ehrfurchtgebietend, wenn man klein ist. Im Sommer füllte Mama eine alte Zinkbadewanne mit Wasser. Plitsch-platsch – unser privater Pool, Kinderhimmel! Freunde kamen und manchmal wurde es etwas voll in der Wanne und ging entsprechend rau und laut zu. Es gab Frösche, Vögel, Blindschleichen. Wir saugten den süssen Saft aus den Blüten der Taubnesseln wie köstlichen Nektar… Ich frage mich, wie es nun ist, da unser Planet täglich voller, der Platz weniger wird. Wie ist es, wenn man ohne Natur, geschweige denn einen Garten, aufwächst? Eine traurige Vorstellung. Wie sollen Kinder eine Beziehung zur Natur aufbauen und lernen, diese zu respektieren? Ich finde, hier spielen Schulen eine wichtige Rolle. England ist uns mit seinen Schulgartenprojekten weit voraus. Warum nicht den Fussballplatz umgraben und einen Garten anlegen? Ein paar nutzlose Schulfächer abschaffen (derer gibt es viele) und den Kindern die Freuden und Wunder des Gärtnerns nahe bringen? Als ich klein war, konnte keiner ahnen, dass ich zu der passionierten Gärtnerin werden würde, die ich heute bin, aber ich glaube, meine Eltern wären mit dem Ergebnis zufrieden. Ich bin zwar nicht religiös, aber irgendwie fühle ich, dass sie mich mit einem Lächeln beobachten. Gibt es in deiner Kindheit auch einen Garten?

41 thoughts

  1. Liebe Annette, so wie Du Deine Kindheit und erste Gartenerfahrungen schilderst, finde ich mich sofort wieder…Nach 40 Jahren habe ich mir mein Geburtshaus mal anschauen können. So klein war man damals und der Garten riesig…Mit Gänseblümchen Markt gespielt, mit Butterblumen gekocht 🙂 Schön, dass wir dies alles erleben durften und heute davon träumen. Hab einen schönen Tag!

  2. gärten der kindheit prägen auch die ästhetik: der erste garten an den ich mich erinnern kann war der meiner grossmutter. kein westfälischer bauerngarten ohne beeteinfassungen aus buchsbaum. das grau-verwaschene header-bild auf meinem blog zeigt den garten ca. ende der30igern jahre: der buxus ist gerade gepflanzt. im garten meines vaters (gärtner) waren immer unmengen von buxus-nachzuchten… buxus wird mir auch cylindrocladium buxicola oder der cydalima perspectalis nicht austreiben können…

    1. Das ist interessant, wie Stil und Geschmack geprägt werden, deshalb bin und bleibe ich wohl ein romantisches Mädchen mit Hang zum wildromantischen Garten, dem man trotzdem die zart bändigende Hand ansieht. Machst du beruflich etwas im Gartenbau? Danke für deinen Kommentar, viele Grüsse!

      1. klare linien um die beete & wildwuch im beet: kontraste! bin „nur“ erblich vorbelastet (als jugendlicher hab ich es gehasst, aber wie sich jetzt raustellt nicht alles vergessen). beruflich: fotografie,kunsthandel, buchhandel, verlag, kunst & die letzten jahre als fotoredakteur… garten ist hobby: kübel vor der haustür (ersatz-garten) & mein blog… lg.

      2. für agenturen in hamburg. bin aber gerade total genervt von der branche & versuche umzusteigen… ich kann diese billig-„publikationen“ & das ganze photoshop-zeug nicht mehr sehen 😉

  3. Such a beautifultale of your childhood. Even though my parents weren’t interested in nature, I got my love of all natural things by playing in the garden, the park we backed onto, or the hill which was in the centre of town. Those were the days, when children could safely play outside without adult supervision, I’m talking of the 1940’s and 50’s.What I remember of the garden when I was a child was climbing an oak with my brother which overhung the pavement and anyone walking underneath had acorns fired at them!!

    1. It’s sad that people can’t let kids go wild anymore. Thanks for sharing your memory, Pauline – I like this image of you and your brother sitting in that oak tree having fun.

  4. Wunderschön geschrieben, Annette. Ich war mit dir auf der Schaukel. Schön auch der Gedanke mit der Kinderperspektive – ich hab gestern auf meinem Blog ein Bild von mir vor einem Jägerzaun gepostet. Da war ich vielleicht zwei oder drei Jahre alt. Und heut hab ich darüber nachgedacht, wie riesig dieser Zaun für mich und wie klein er jetzt für mich ist.

    Meine Eltern hatten keinen Garten im Sinne eines Gartens. Meine Großeltern aus dem Schwarzwald schon. Der hat sie miternährt. Für mich war die ganze Welt ein Garten, der mir gehörte. Ich hab bei den Nachbarn die Narzissen und Astern geklaut und sie meiner Mutter geschenkt. (Heute würd ich mich dafür murksen.) Veilchen und Maiglöckchen gepflückt und sie (jaaaaa!) auch mit dem Leiterwagen von Haus zu Haus verkauft. (Na ja, eher verschenkt für Pfennige.) Bärlauch mit meinen Indianern gekocht und anschließend als braver Mustang den „Planwagen“ gen Westen gezogen 🙂
    Ach Annette, ja – ich bin auch froh, dass ich zu dieser Zeit UND auf dem Land geboren wurde. Diese Kindheit nimmt und niemand. Und auch nicht den Respekt vor allem Leben, von dem du schreibst.

    Vielen Dank für diesen schönen Blick in deine Kindheit, die sicherlich nicht einfach war. Deine Eltern wären ganz bestimmt ganz besonders stolz auf dich ❤

    1. Die ganze Welt ein Garten – sehr schönes Bild, Heike, und ich bin jeden Tag froh, dass wir es noch so erleben durften. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar und das Mitfühlen 🙂

  5. Annette what a beautiful post and yes there was a garden in my childhood, which sadly is no more. It was amazing! Wonderful veges and the most amazing orchard. Dad’s roses were stunning and people used to come far and wide to see them. I loved this property. My dad watches over me too .. And I know he would be so proud. So sorry to hear of your parents. Thank you so much for sharing!

    1. Hi Julie, I’m glad you had a happy childhood in that garden and this certainly made you the person you are today. Your love of gardening and nature shines through, that’s great!

  6. Thank you for sharing this, Annette – we didn’t have a proper garden till we moved when I was about 10 when my parents bought a house because of the garden. Prior to that I think it was my grandmother that inspired a love of flowers from countryside walks

      1. And I realise in later life that my Mum likes plants but was never keen on gardening. Not sure about my Dad – I think he just had specific gardening interests

  7. I had a similar upbringing with days spent outdoors all the time. I remember picking berries and fruit too. Things have changed drastically since we were kids and I agree, it should be taught in school. Growing and getting in nature to learn would be valuable for kids. I have designed gardens at schools, but it is not quite the same as being a program that busses the kids to real farms and natural areas diverse in habitat, but it is a step in that direction. City kids might not see butterflies and bees without these urban gardens.

    1. School gardens cannot replace the real thing but it’s better than nothing. Urban gardens play a huge role in habitat creation and in beautifying the place. Do they take kids to farms in the States? Sound good to me. Glad you were allowed to roam and have a good time 🙂

  8. Dear Annette, that’s a lovely article, so nicely written, and triggering many thoughts in my own mind. I share your ideas about childhood before the computer age. And I was also a „late bloomer“ getting interested in plants only in my thirties. A magical garden in my childhood was at a caravan site in North Norfolk in the grounds of a large house. My sister and I explored forgotten corners of it, jumped over lavender bushes, and ran barefoot along grassy paths. Such memories are to be treasured, and I am so glad, looking back, that I could experience that freedom outdoors!

    1. So glad you like it, Cathy, and I don’t make too many mistakes with my English. It’s nice to explore secret places, I still enjoy that! My love for gardening came in my twenties when I had my first garden and all the possiblities a garden can provide dawned on me…and this fascination will never leave me 🙂

  9. Yes, there were several memorable gardens of my childhood, and I loved them all. Would you explain to me what those allotments are. I hear my British bloggers talk about theirs and I haven’t a clue what that is. I mean I know they are growing spaces, but are they not on their own pieces of property? I love your post Annette. It brought back some very fond memories for me. Hugs and blessings. Natalie 🙂

    1. Hi Natalie, allotments are public vegetable plots you can rent – they’re mostly common in towns and all sorts of people grow their stuff side by side. Do you not have this in the States? Best wishes

      1. No we don’t have them here. We have some community gardens that groups of people tend to and benefit from, but the ground is not rented. Cheers, Natalie 🙂

  10. I enjoyed reading your vivid memories of childhood Annette and wondered where you grew up. There was most certainly a garden in my childhood – not big but packed with flowers, veggies and some soft fruit. Later my dad who was a farmer’s son took on an allotment. Sadly the way housing is now many children do not have access to any private open space. I certainly think that schools have a role to play to encourage children to connect with and understand the natural word and there are an increasing number of gardening related school based projects in the UK. I don’t believe that this should be at the expense of football pitches though as our children still need spaces to run and play football along with other games. A local project uses raised beds on a paved courtyard most effectively. Local communities can also be proactive in making use of any spare piece of public land.

    1. Hi Anna, I grew up in a tiny village not far from Stuttgart. Overpopulation is a big issue and it’s sad that we destroy more and more of our beautiful planet, because once lost, always lost. The football pitch was just an example. School was so dead boring and we had to learn so much useless stuff – a pity! The projects you mention sound interesting and should be more promoted.

  11. Der Garten meiner Kindheit ist der Schloßgarten am Schloß in Münster. (meine Großeltern im Kavaliershäuschen).
    Dort bin ich aufgewachsen und sehr oft gewesen. Die riesigen Rhododendren Büsche waren wunderschön, aber auch die Gewächshäuser des Botanischen Gartens besuchten wir sehr oft. Ein tolle Kindheit! …und fast nebenan war damals noch der alte Zoo…
    LG, Petra

    1. Liebe Petra, da hattest du ja eine riesige Spielwiese und bist von Anfang mit den Pflanzen auf du und du gewesen. Kein Wunder liebst du die Natur heute so. Danke fürs Teilen und eine gute Woche 🙂

  12. We had a garden at home which I worked on from a pretty young age. Growing up I was mostly interested in the vegetable garden, and I kept ours beautifully groomed, if I say so myself. When I got married and we had our own home I got much more interested in flowers and wildlife gardening.

  13. Hallo, Annette.

    Deine Geschichte hat mich sehr berührt.

    Auch bei uns gab es einen Garten. Allerdings gab es dort eigendlich „nur “ Gemüse und was man sonst so zum Leben brauchen konnte und wir als Kinder durften dort auch nur zum Unkraut jäten hinein – was sehr verhasst war. Vielleicht hat es auch deswegen eine lange Zeit gedauert, bis ich mir einen eigenen Garten wünschte. Seit nunmehr achtzehn Jahren bin ich mit voller Begeisterung dabei und glaube, dass ich meinen Kindern die Liebe zur Natur ein bisschen näher gebracht habe.
    Ich wünsche dir noch eine schöne Woche, LG, Elke.

    1. Liebe Elke, danke für deine Gedanken. Früher war das eben so, aber umso besser, wenn man später entdeckt, was der Garten uns noch alles bieten kann. Frohe Ostertage!

  14. This is such a tender remembrance of your childhood Annette. My own parents grew a huge vegetable garden that we children helped with and we canned the produce all summer. My grandmothers grew flowers and I am grateful to have had the experience with gardening early. (Your posts haven’t been showing in my Reader so glad I wandered on over to your blog to check.)

  15. Der Garten am Haus war für mich meist nur Pflichterfüllung: Rasen sprengen, Rasen harken. Aber eine kleine Ecke hatte ich für mich, wo experimentiert wurde, schon damals. Ansonsten habe ich meine Naturliebe im nahe gelegen Wald ausgetobt, Zuhause war es zu eng, in jeder Hinsicht.
    Übrigens stellte ich mit Schrecken fest, dass deine Beiträge nicht in meinem Reader erscheinen, nur per mail, das muss ich mal checken.
    lg Marlies

    1. Liebe Marlies, da musst du dich nicht erschrecken. Ich verstehe, was du meinst mit der engen Kindheit. Zum Glück hast du nun Platz, um deine Liebe zu Natur, Tieren und Garten auszuleben. Frohe Tage!

      1. Da ist es manchmal gut, sich an die Vergangenheit zu erinnern, um das zu schätzen, was man jetzt hat. In der Hektik des Alltags geht es leider leicht verloren. Aber ich genieße es jetzt und mein Sohn und ich haben heute den ganzen Tag zusammen im Garten gearbeitet, er ist auch mit Leib und Seele dabei, was mich besonders freut. lg Marlies

  16. ja, liebe Annette, den gab es, glücklich bin ich, auch für mich. Meine Eltern waren Bergbauern und damit Selbstversorger. Der Garten war für uns eine fast heilige Nahrungsquelle und für mich ein Schatzkästchen voller Überraschungen.
    Vor allem Nachts, wenn ich, (statt dass ich schlief), den herumschwirrenden leuchtenden Glühwürmchen (Leuchtkäferchen) zu schaute, war ich tief beeindruckt und sehr glücklich. Oder, wenn ich am Nachmittag mit zwei Holzstäbchen vorsichtig die kleinen grünen Raupen von den schneeweissen Blumenkohlköpfen einsammjeln durfte, sie in ein Kesselchen legte und später hinter dem Haus auf der grossen Naturblumenwiese wieder in Freiheit krappeln liess. Das waren glückliche Stunden. Ich erinnere mich aber auch sehr gut an den grossen Bauerngarten meiner Grossmutter. Sie war Künstlerin darin, Gemüse und Blumen (Nutzblüten natürlich) geschickt zu mischen. Wie es da blühte und duftete. Die lila Schnittluchblüten, die duftverströmende Kamille, tiefrote Goldmelisse, leuchtende Ringelblumen, violett blühende Minze, Käslikaraut, Salbei und viele mehr sind mir lebhaft in Erinnerung. Wohl auch darum, weil es für mich herrlich war ein paar Blütenblätter ab zu zupfen und Grossmutter dann zuzuschauen, wie sie später daraus einen süssen, duftenden Tee bereitete. Damals waren die Frauen geschickt. Sie wussten wie ein farbiges Blütenmeer zwischen die grünen Gemüsebeete zu zaubern und aus den Schätzen daraus ihre Hausapotheke fit zu halten. Für viele damals geradezu überlebenswichtig.

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