Archive für Kategorie: Gartengedanken / Garden Thoughts

IMG_7119 Wisley

Es ist mal wieder soweit: Kaum nähert sich der Winter seinem Ende, sehen sich Magazine und Experten bemüssigt, uns die neuen Gartentrends zu unterbreiten. Mich befällt schon ein leichtes Zittern, wenn ich die Ankündigung auf der Titelseite lese. Viel lieber würde ich auf diesen Seiten etwas wirklich Spannendes lesen, z.B. wie man den rosenfürchtigen Gatten eines Besseren belehrt oder die Nachbarskatzen davon abhält, die putzigen Rotkehlchen im fremden Garten (oder überhaupt!) zu meucheln, oder wie Menschen mit Gräsergärten reagieren, wenn die Stunde der Miscanthus-Teilung naht. Aber nein, ich werde bombardiert mit finsteren Prognosen: Corten-Stahl ist nun out, bei Erwähnung des Wortes ‚Allium‘ rümpfen Gartenfashionistas künftig die Nase, Buchsbälle sind so was von ‚out‘, das gibt’s gar nicht, und wurzelnackte, kleine Bäume pflanzen nur noch irgendwelche Hinterwäldler, denn ‚in‘ sind ausgewachsene Bäume. Letztes Jahr, ihr mögt euch vielleicht erinnern, hiess man uns, Tausende von Alliums zu pflanzen, Corten-Stahl-Wände bis zum Umfallen zu integrieren und trotz Zünsler lustig weiter Buchs zu pflanzen. Bitte nun nicht wütend auf den austreibenden Alliumzwiebeln herumtrappeln oder gar die Stahlwand auf den Sperrmüll werfen. Auch wenn ihr treu dem Trend folgt, wäre dies überstürzt, denn ganz sicher kehren die nun Verschmähten irgendwann wieder zurück. Dann könnt ihr eure Cortendeko wieder vorziehen. 😉 Ich bin kein Freund von Modetrends egal welcher Art, und vor allem bin ich kein Freund der um sich greifenden Globalisierung, die auch vor unseren Gärten nicht halt macht. Ich bin gegen Modediktat und für mehr Individualität. Ein gruseliger Schauer befällt mich auch, wenn irgendwelche Pflanzen zur ‚Pflanze des Jahres‘ gekürt werden. Das ist fast so widerlich wie die Miss-Wahlen. Was ist eure Meinung? Lest ihr diese Trends mit Interesse? Nehmen sie Einfluss auf eure Gartengestaltung? Wenn ja, wie geht ihr damit um, wenn alles ständig über den Haufen geworfen wird? Wie gestaltet ihr eure Gärten? Lasst uns ein wenig diskutieren – ich freue mich drauf!

It’s that time of year again when certain magazines and experts feel the urge to tell us about the new gardening trends. I already get the creeps when I see the headline on the cover. I’d so much more see the space dedicated to something really fascinating, like how to help husbands overcome their unnecessary fear of roses, or how to stop the neighbour’s cats from murdering my dear little robins, or how people with grass gardens cope with reality when the time has come to finally divide the Miscanthus. But no way, instead I get bombarded by sinister predictions: Corten steel is from now on ‚out‘, from tomorrow on garden fashionistas will turn up their noses at the pure mention of the word ‚Allium‘, box balls are even worse than ‚out‘, and bare rooted, small trees will only be planted by some sad hillbilly because now it’s hip to plant mature specimen. Last year, you may recall, they told us to plant thousands of Allium, integrate Corten into every nook and cranny and to keep planting box balls in spite of the loathsome pyralids. But easy, easy, please don’t trample the emerging alliums or throw the Corten on the skip! Even if you follow trends faithfully, it’d be too hurried and most certainly those who now are being despised will celebrate their comeback before too long. Then you can pull the Corten steel out again. 😉 I’m not a friend of fashion trends and certainly not of the ever spreading globalisation that doesn’t stop at our garden gate. I’m against fashion dictate and for more individuality. I also get the creeps when some plants are elected ‚plant of the year‘. That’s almost as dreadful as a beauty contest. What do you think? Are you interested in gardening trends? Do they influence your design? If so, how do you cope with constantly changing trends? How do you proceed when planning your garden? Let us discuss a bit – I’m looking forward to it!

 

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„Ach du meine Güte, was ist denn mit deiner prächtigen „Paul’s Himalayan Musk“ passiert?“, fragte ich meine Freundin Claudine entsetzt. Sie hatte mich zum Kaffee eingeladen, und zuvor drehten wir wie immer eine Runde in ihrem Garten. Aber nein, es war nicht nur dieser Rambler, auch die bezaubernde Clematis montana und der Sternjasmin sahen aus, als hätte ihnen ein Orkan übel zugesetzt. Aber welcher Orkan? Ich wohne schliesslich nicht weit von ihr. Meine Freundin verdrehte gequält die Augen in Richtung Gatte Roland, der gerade die Buchskugeln frisierte und uns fröhlich zuwinkte. „Das verzeihe ich ihm nie!“ sagte sie im Brustton der Überzeugung. Sie war beruflich unterwegs und strich nach ihrer Heimkehr abends mit einem Glas Wein durch den Garten, um sich zu entspannen. Roland hatte ihr zur Begrüssung mitgeteilt, er habe -in ihrer Abwesenheit- wie ein Wilder im Garten geschuftet, um der Wildnis Herr zu werden. Naja, nur ein Schwächeanfall ihrerseits habe Schlimmeres verhindert… Während ich meinen Kaffee trank, ihr Mut zusprach und Trost spendete, lächelte ich innerlich ein wenig selbstgefällig, denn sicher konnte mir so etwas nicht passieren, oder? Vor einigen Tagen ging ich harmlos in die Stadt, um Einkäufe zu erledigen. Monsieur hatte die Aufgabe, den wilden Wein hinter dem Haus zu beschneiden. Nur das, nichts sonst. Als ich ebenso ahnungslos heimkehrte, stellte sich heraus, dass er die nächsten beiden Hausecken auch noch umrundet hatte, um meiner geliebten Brenda Colvin und dem Geissblatt zuleibe zu rücken. Ich fühlte förmlich, wie die Haare auf meinen Zähnen wuchsen! Unglaublich, wie viel Schaden Mann in kurzer Zeit anrichten kann. Das Geissblatt kann ich noch verschmerzen, aber Brenda sah aus wie nach einer Begegnung mit Jack the Ripper. Männer und Frauen unterscheiden sich. Das ist uns allen klar. Abgesehen von den offensichtlichen Merkmalen, gibt es jedoch unterschwellige Strömungen, die ab und zu hervorbrechen und Verwüstung anrichten. Während ich als romantischer Freigeist liebliche Rosenranken begrüsse und verzückt die Katzenminze bestaune, die die Treppe belagert und das Durchkommen erschwert, klagt mein Göttergatte über Cornea-Verletzungen und verheddert sich auf der Suche nach seiner Machete in der Waldrebe. Warum können Männer über verkratzte Arme nicht so grosszügig hinwegblicken wie Frauen? Ich bin nämlich kein Einzelfall! Solche Geschichten höre ich immer wieder. Ist es der maskuline Wunsch, alles zu bezähmen? Früher legte man sich ein Löwenfell vor’s Bett, heute bändigt man in Abwesenheit der Liebsten (bei der die Bändigung eh versagt hat) die Kletterrose. Die Manie, im Garten alles zu beschneiden, ist der krasseste Unterschied zwischen Mann und Frau. Das unterschreibe ich hier und jetzt und schwöre, dass ich nächstes Mal den Geräteschuppen abschliesse, wenn ich weg muss! Nun bin ich gespannt auf eure Erfahrungsberichte…   😉

„Oh dear, what has happened to your gorgeous „Paul’s Himalayan Musk“?“ I asked my friend Claudine in horror. She had invited me over for coffee and as usual, we went for a ramble in her garden. But no, it was not only the rambler, the beautiful Clematis montana and Trachelospermum also looked as if a hurricane had passed over them. But which hurricane? I don’t live far from her. My friend rolled her eyes in the direction of husband Roland who was in the process of clipping the box balls, waving cheerfully when he noticed us . „I shall never forgive him!“ said Claudine with utter conviction. She had been away on business and -on her return- went for a leisurely stroll through the garden, glass of wine in her hand. Roland had told her something like „been working all day in the garden like a lunatic…got in control of the wilderness“. Well, it was only a sudden feeling of faintness (on her side!) that prevented disaster…While I sipped my coffee and tried my best to comfort her, I smiled inwardly and rather smuggly, I admit, to myself, because this certainly could never happen to me, or could it? A few days ago I went innocently to town to do some shopping. Monsieur stayed at home and was supposed to cut back the Virginia creeper at the back of the house. Just that, nothing else. When I came back as innocently as I had left, it turned out that he chose to wander around the house and clip a few other bits as well „while I was at it“. Poor Brenda Colvin and a honeysuckle were in his path and believe me, I felt the hairs growing on my teeth! Unbelievable how much damage a man can do in such a short time. I can sort of cope with the honeysuckle but Brenda definitely looks like she met Jack the Ripper. Men and women are different. We all know that. But apart from the obvious there are also subliminal currents that sometimes brake out causing havoc. While I as a romantic free spirit embrace sweet rose boughs and think catmint looks rather ravishing draped on our steps, my darling husband complains about cornea injuries and gets entangled in the clematis during his search for a machete. Why can’t men tolerate scratches on their arms as generously as we do? Believe me, I’m not the only one. Women constantly tell me about it. Is it the male wish to subdue and control? Our ancestors put lion skins in front of their beds, nowadays you just tame the climbing rose while your beloved wife (who could never be tamed successfully anyway) is gone. Is that it? The obsession to hack everything in the garden back is undeniably the most blatant difference between man and woman. I sign this here and now and swear that I shall lock the tool shed before I go away again!  Now I’m looking forward to your own experiences… 😉

Wieder einmal ist die grösste Flowershow der Welt zuende, und ich möchte einige meiner Gedanken mit euch teilen. Die Vorbereitungen und Anstrengungen, sowohl psychischer wie auch körperlicher Art, die mit Chelsea einhergehen, sind enorm, und ich ziehe den Hut vor dem hohen Niveau der Show. Dennoch hatte ich das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Viele Pflanzen wiederholten sich in den Gärten, so dass man hätte meinen können, es gäbe nur eine Handvoll. Gefragt sind nach wie vor Doldenblütler, Iris, Königskerzen (Verbascum), Digitalis, Buchskugeln und Gräser. In einigen Showgärten hingegen schien es, als wären die Designer in einen Süsswarenladen gegangen und hätten alles aus den Regalen gezogen. Diese Gärten erinnerten in ihrer Bepflanzung mehr an Blumenarrangements als an echtes Gartendesign. Manche Pflanzen waren so bedrängt, sie taten mir richtig leid. Es stellt sich die Frage, ob der Besucher hier Inspirationen für das eigene Refugium finden kann und wenn ja, welche. Das ist aber eventuell nicht der Anspruch der Show. Viele Pflanzkombinationen würden der Realität nicht lange standhalten. Ich bezweifle, dass diese Tatsache allen Besuchern klar ist. Vielmehr ist Chelsea eine Möglichkeit für Designer, aus dem Vollen zu schöpfen. Es geht nicht darum, ob die Gärten dauerhaft attraktiv sind.  Schwummrig wird mir, wenn ich an das Geld denke, welches in diese kurzlebigen Installationen fliesst. Die wenigsten Gärten werden danach anderswo aufgebaut, und wenn, wäre es interessant, sie nach einem Jahr erneut zu besuchen. Viel Beachtung fanden wie immer die kleinen Gärten. Sie basieren auf einem ebenso kleinen Budget, was ihrer Kreativität jedoch keinen Abbruch tut. Besucher lieben den Cottage-Garden-Stil. Hier einige Impressionen…

Once again the world’s greatest flower show is over, and I just want to share some of my thoughts with you. The preparations, pressure and effort -be it psychological or physical- behind Chelsea are enormous, and I bow my head in respect for the high level and standard of the show. Nevertheless I  couldn’t help but feel I had seen it all before. A lot of plants were repeated in the gardens, and one would have been forgiven for thinking there are only a couple of them. Umbellifers, Iris, Verbascum, Digitalis, box balls and grasses are still in demand. In other gardens it seemed the designers went into a sweet shop and emptied all the shelves, tempted by the choice. These gardens reminded me more of flower arrangements than proper design. The poor plants were so squashed I started feeling sorry for them. The question is whether people are supposed to get any inspiration for their own plots and if so, what kind of inspiration? But maybe that’s not the purpose of it all. Many planting combinations wouldn’t live up to reality anyway. I doubt that all visitors are aware of this fact. Chelsea is more a possibility for designers to draw on unlimited ressources. It’s not about creating sustainable designs. I get a bit dizzy when I think of the money involved in the creation of these short-lived gardens. Very few of them will continue life elsewhere and if they do, it’d be interesting to see them again after a year or so. The small gardens got lots of attention. They’re based on an equally small budget but this doesn’t interfere with the creative factor. Visitors love the cottage-garden-style. Here are some impressions…

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_MG_3381-0288Seht ihr das Süsswarenladen-Syndrom?

Do you notice the sweet-shop-syndrome?

_MG_3337-0288Dieser Garten erinnerte mich ein wenig an die Spielecke bei IKEA, und zwar kurz vor vor Ladenschluss…itzy-bitzi-teeny-weeny…

This garden reminded me of an IKEA play pen shortly before they close in the evening…itzy-bitzy-teeny-weeny…

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Definitiver Fall von Overkill/ Clear case of overkill_MG_3366-0288

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Die kleinen Gärten/ The small gardens_MG_3478-0283

Hmmm…_MG_3471-0283Vielleicht könnt ihr euch meine Erleichterung vorstellen, als ich schliesslich auf diesen Garten traf. Schlichte Bepflanzung, mein Atem wurde ruhiger…ich vergab mein „Best in Show“, aber es war gar kein Showgarten sondern ein Verkaufsstand!

Maybe you can imagine how relieved I was when I came across this garden. Simple planting, my breathing slowed down, I relaxed and awarded „Best in Show“ but quickly learned it wasn’t a show garden at all but a trade stand!_MG_3419-0288Vielleicht sind wir in einer Sackgasse gelandet? Echte Innovation und die Gabe zum Trendsetten ist nicht jedem gegeben, aber ich hoffe, es ist nicht alles verloren. Ich erinnere mich an Sarah Eberles Vorstellung vom Gärtnern auf dem Mond, die 2007 mit Best in Show ausgezeichnet wurde. Ich fand ihn grüslig, aber wenigstens war er aussergewöhnlich und blieb mir bis heute in Erinnerung. Andere, wie jene von Andy Sturgeon und Christopher Bradley-Hole, vergesse ich nicht, weil sie atemberaubende Bepflanzung/Skulpturen hatten. Dieses Mal verschmelzten die meisten Gärten miteinander. Wir brauchen Veränderung, neue Ideen, neues Blut, echte Innovation. Bin gespannt auf eure Sicht der Dinge!

Maybe we’ve come to a dead end? Not everyone has been given the gift of real innovation and setting trends but I hope not all is lost. I remember Sarah Eberle’s idea of gardening on the moon that was awarded best in show in 2007. I didn’t like it but it was sort of unusual and I still remember it up to this day. Others, like those of Andy Sturgeon and Christopher Bradley-Hole, I shall not forget because they featured great planting/scultpture. This time the gardens tended to melt into each other. We need change, new ideas, proper innovation. Let me know what you think!

 

IMG_2935„There is a garden in every childhood…“, wrote the Portugese poet Fernando Pessoa at the beginning of the last century. Sadly, this is no longer true. We had a garden, albeit a small one, and for a while my mother took on two allotments quite a distance away. My younger brother and I would trot along with mum pulling a handcart carrying tools, a small picnic and -most important of all- our harvest on the way home. Mum was a young girl during the war and had been sent with her sisters to work on a farm to support the family. This experience of deprivation never quite left her. Growing food was a necessity. Flowers were less important but allowed to mingle with the fruit and veg. My father died when I was small and before work on our garden started. He had just finished the renovation of our home. Being with mum was a treat and we clung to her through fear of losing her as well. We would chatter happily  and were probably more of a hindrance to her gardening aspirations but as we grew older, we helped picking apples, currants, raspberries and gooseberries which we hated for their thorns. To be honest, gardening was more of a chore than a pleasure for us then but it helped to connect us with our food, be it from the garden or meat which came from home slaughtering in our village. Food miles, what’s that? Those were the days without gameboys and mobile phones, and I feel grateful and privileged for being a kid way back then. Those were the days when you’d still speak to each other…and listen. We would spend all day in the garden or in the woods building huts, playing Tarzan – such bliss, such freedom! We were always late for dinner, often coming back with bruises and torn, dirty trousers. We were happy and so tired that we fell asleep before our heads touched the cushion. Mum drew our attention to nature and knew a plant for nearly every ailment. She firmly believed in the power of herbs, even more so when she developed cancer which all the herbs in the world couldn’t cure. She had to give up her two allotments and the garden at our home became the focus. There were fruit trees – I especially remember a cherry tree which used to be laden every year. We’d climb into it and ate until our bellies hurt. There was a swing too that used to carry us straight into heaven. That’s how we felt about it at the time as everything seems so big and awesome when you’re small. In summer mum would fill an old zinc bathtub with water. Splish, splash – our private pool, kid’s heaven! Friends came and it sometimes got a bit crowded, loud and rough in the tub. There were frogs, birds, slowworms. We’d suck the sweet juice out of the flowers of the dead nettles like delicious nectar… I wonder how it is now as our planet is getting more crowded by the day. What is it like to grow up without nature, never mind a garden? It seems rather sad. How are children supposed to connect with the natural world and learn to respect it? I think this is when schools should come in. The UK are far ahead of us with their promotion of school gardening. Why not dig over the football pitch and make a garden? Get rid of some useless school subject (and believe me there are far too many) and get the kids to sow and enjoy the wonders of gardening? When I was small nobody would have thought that I’d turn into the passionate gardener I am today but I’d like to think my parents would be very happy with the outcome. Although I’m not a relgious person, I somehow feel they watch me with a smile. Is there also a garden in your childhood?

„In der Kindheit eines jeden gibt es einen Garten…“, schrieb der portugiesische Dichter Fernando Pessoa zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Leider trifft das nicht mehr zu. Wir hatten einen kleinen Garten, und eine Zeitlang betreute meine Mutter zusätzlich zwei Schrebergärten, die weiter weg lagen. Mein kleiner Bruder und ich zottelten mit dem Leiterwagen hinter Mama her. Darin lagen Werkzeuge, ein Picknick und -sehr wichtig!- auf dem Heimweg unsere Tagesernte. Mama war ein junges Mädchen während des Krieges und wurde mit ihren Schwestern zum Arbeiten auf einen Bauernhof geschickt. Diese Erfahrung der Entbehrung und des Verlustes konnte sie nie ganz abstreifen. Der Anbau von Obst und Gemüse war eine Notwendigkeit. Blumen waren weniger wichtig, durften sich aber in den Beeten tummeln. Mein Vater starb, als ich klein war und bevor die Anlage des Gartens in Angriff genommen wurde. Er hatte gerade die Renovierung des Hauses abgeschlossen. Die Gesellschaft unserer Mutter war uns lieb und teuer, und wir klammerten uns an sie, vor lauter Angst, sie auch noch zu verlieren. Wir plapperten fröhlich vor uns hin und waren wahrscheinlich mehr ein Hindernis in ihrem gärtnerischen Streben, aber als wir älter wurden, halfen wir bei der Ernte von Äpfeln, Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren, die wir wegen ihrer Stacheln hassten. Um ehrlich zu sein, war Gartenarbeit für uns Kinder mehr Plage als Vergnügen, aber es half uns, eine Verbindung zu unserem Essen herzustellen, ob es nun aus dem Garten kam oder Fleisch betraf, welches wir bei Hausschlachtungen im Dorf kauften. Das waren die Tage ohne Gameboy und Mobiltelefon, und ich bin dankbar, damals ein Kind gewesen zu sein. In diesen Tagen sprach man miteinander…und hörte zu. Wir waren den ganzen Tag im Garten oder Wald, bauten Hütten, spielten Tarzan – welche Wonne, welche Freiheit! Zum Abendessen kamen wir meist zu spät, oft mit Beulen, Kratzern und schmutzigen, zerissenen Hosen. Wir waren glücklich und so müde, dass wir schon schliefen, ehe unser Kopf das Kissen berührte. Mama lenkte unsere Aufmerksamkeit auf die Natur und kannte für nahezu jedes Leiden eine Pflanze. Sie glaubte an die Kraft der Kräuter, vor allem, als sie Krebs bekam, den alle Kräuter in der Welt nicht heilen konnten. Sie musste ihre Schrebergärten aufgeben, und unser Garten am Haus rückte in den Mittelpunkt. Es gab Obstbäume – ich erinnere mich vor allem an einen Kirschbaum, der jedes Jahr voll hing. Wir kletterten in den Baum und schlugen uns die Bäuche voll, bis sie weh taten. Es gab auch eine Schaukel, die uns direkt in den Himmel trug. So empfanden wir es damals, denn alles wirkt riesig und ehrfurchtgebietend, wenn man klein ist. Im Sommer füllte Mama eine alte Zinkbadewanne mit Wasser. Plitsch-platsch – unser privater Pool, Kinderhimmel! Freunde kamen und manchmal wurde es etwas voll in der Wanne und ging entsprechend rau und laut zu. Es gab Frösche, Vögel, Blindschleichen. Wir saugten den süssen Saft aus den Blüten der Taubnesseln wie köstlichen Nektar… Ich frage mich, wie es nun ist, da unser Planet täglich voller, der Platz weniger wird. Wie ist es, wenn man ohne Natur, geschweige denn einen Garten, aufwächst? Eine traurige Vorstellung. Wie sollen Kinder eine Beziehung zur Natur aufbauen und lernen, diese zu respektieren? Ich finde, hier spielen Schulen eine wichtige Rolle. England ist uns mit seinen Schulgartenprojekten weit voraus. Warum nicht den Fussballplatz umgraben und einen Garten anlegen? Ein paar nutzlose Schulfächer abschaffen (derer gibt es viele) und den Kindern die Freuden und Wunder des Gärtnerns nahe bringen? Als ich klein war, konnte keiner ahnen, dass ich zu der passionierten Gärtnerin werden würde, die ich heute bin, aber ich glaube, meine Eltern wären mit dem Ergebnis zufrieden. Ich bin zwar nicht religiös, aber irgendwie fühle ich, dass sie mich mit einem Lächeln beobachten. Gibt es in deiner Kindheit auch einen Garten?

Languedoc

Jedes Jahr stattet mich mein liebstes Gartenmagazin mit einer Liste von „must have“ Pflanzen aus. Das Einzige, was mich mit dieser grosszügigen Geste versöhnt, ist die Tatsache, dass diese meist von einem echten Pflanzenkenner -dieses Jahr Dan Pearson, den ich sehr schätze- zusammengestellt wird. Die Frage ist: Möchte ich eine Liste haben, die mir sagt, welche Pflanzen ich zu kaufen habe? Ist es nicht totlangweilig, wenn man überall auf das gleiche Grünzeug trifft? Bereits jetzt stösst man in Gärten immer wieder auf alte Bekannte – wahrscheinlich gerade weil Gärtner glauben, sie unbedingt haben zu müssen. (Das heisst nicht, dass es nicht wichtig ist, gute Pflanzen zu erwähnen und vorzustellen!) Dasselbe trifft auf Gartenstile zu: Magazine sagen uns, was angesagt und cool ist. Übrigens auch Wohnmagazine, die uns seit Jahren vorgaukeln, unser Zuhause müsste einem sterilen, WEISSEN OP ähneln…aber das ist ein anderes Thema. Denkt an all die Japangärten, die gleich Champignons aus dem Boden schossen und sich nun unbehaglich in euopäischen Vorgärten winden. Später liessen die Leute den besten Mutterboden tonnenweise abtransportieren, um den Boden abzumagern und tonnenweise Kies ankarren zu lassen, weil sie einen Kiesgarten haben wollten. Nachhaltigkeit – was ist das? Jetzt heisst’s Piet Oudolf landauf, landab. Versteht mich nicht falsch – ich mag Piets Pflanzstil, aber möchte ich ihn wirklich in jedem Garten des Planeten kopiert sehen? Er ist in einem mongolischen Innenhof oder auf Hawaii vielleicht etwas fehl am Platz. Meine Antwort ist nein. Ich liebe individuelle, innovate Konzepte, fürchte jedoch, Individualität ist vom Austerben bedroht. Ich frage mich, ist es überhaupt möglich, einen persönlichen Stil zu entwickeln, wenn man ständig einer Flut von „tun und haben müssen“ ausgesetzt ist? Wie findet man heraus, welcher Gartenstil der richtige für einen selbst ist? Wo suchen und finden wir Inspiration? Wie muss man gestrickt sein, um sich ungeachtet aller Trends einen eigenen Stil zu verschaffen? Habt ihr Gartenvorbilder? Sicher sind die besten Gärten jene, die einen untrüglichen, persönlichen Stempel tragen und uns zu überraschen vermögen. Vor kurzem stellte eine Dame die Frage, ob Sichtachsen wirklich notwendig sind. Ob es nicht besser sei, sich am Gelände und den Gegebenheiten zu orientieren? Wer hat eigentlich behauptet, dass Sichtachsen der heilige Gral der Gestaltung sind? Viel wird geschrieben, frech behauptet und einfach ohne Nachhaken akzeptiert. Russell Page sagt in „The Education of a gardener“, ein Garten brauche keine Aussicht, im Gegenteil, sie sei ein Nachteil und nicht wünschenswert, gefährde gar das Design. Ich widerspreche dem. Ein Garten, der schön ist und eine gute Aussicht geniesst, ist ein Juwel! (siehe Hanburys La Mortola) Aber vielleicht war Russell ebenfalls ein Modeopfer seiner Zeit? Ich würde mich freuen, wenn wir Gärtner es öfter wagen würden, Dinge und „Tatsachen“, Moden und eiserne Gesetze der Gartenwelt zu hinterfragen. Seid mutig, wild, ein bisschen verrückt und findet euren eigenen Weg durch den Dschungel – verwirklicht euch und kopiert nicht die anderen. Was ist dein Lieblingsgarten? Hast du jemals analysiert, warum er dich anspricht? Oder vice versa, warum ein anderer es nicht tut. Einer meiner liebsten Gärten ist Berchigranges  im Elsass/Frankreich. Ich mache mir oft Gedanken, was seinen Zauber ausmacht und komme immer wieder zum Schluss, dass es an seinem Genius loci und seiner Individualität liegt. Er ist lebendig, innovativ und meisterlich bepflanzt. Lasst eure Idee und Gedanken schweifen und sagt mir, was ihr denkt: Sind Gärten Modeopfer? Sind wir selbst Modeopfer? Kann man dem überhaupt aus dem Weg gehen? Ich meine, es ist eine Herausforderung, aber möglich, genauso wie das Schaffen eines Gartens eine Kunstform sein kann. Was wir anstreben und zu welchen Höhen wir uns aufschwingen, steht auf einem anderen Blatt.  Wenn ihr, wie ich, Lust an  munteren Diskussionen über die philosophische Seite des Gärtnerns habt, schaut auch bei Chloris vorbei, die vor einigen Tagen ein spannendes Thema aufgegriffen hat. Ich sitze bei herrlichstem Sonnenschein im Garten und hoffe, auch ihr habt ein sonniges Wochenende 🙂

Every year my favourite garden magazine provides me with a list of „must have“ plants. The only thing that conciliates me with this generous gesture is the fact that it is usually compiled by a true plantsman/woman, this year Dan Pearson whom I appreciate a lot and who knows his stuff.  The question is: Do I want a list telling me what I ought to buy? Isn’t it dead boring to find the same plants wherever you go? Already now we often stumble upon the same old acquaintances in other gardens – probably because gardeners were led to believe they must have them. (This doesn’t mean that it is not important to highlight good plants!) Same with garden styles: magazines tell us what’s hip and cool. Same for interior decoration by the way, where magazines pretend that our homes should look like sterile, WHITE operating theatres…but that’s another thing. Think of all the Japanese gardens that popped up like mushrooms and lead lives of quiet desperation in European gardens. A little after that people ripped out their perfectly good soil by the lorry loads to bring in gravel and sand by the lorry loads in the effort to create the gravel garden of their dreams. Sustainable – what’s that? Nowadays it’s Piet Oudolf up and down the country or countries rather. Don’t get me wrong! I like Piet’s planting style but do I really want to see it imitated all over the world? It may look ill at ease in a Mongolian courtyard or on Hawaii. My answer is no. I love individuality, a seriously threatened feature on the brink of extinction. I wonder whether it is possible to develop a distinct, personal style if we’re constantly exposed to this flood of must dos , must haves? How do you find out what kind of garden it is you want for yourself? Where do you look for and find inspiration? What are people made of that manage to develop their own style in spite of all the trends and influences? Do you have gardening heroes? It’s quite rare to find a garden that leaves you breathless and curious, no? Surely, the best gardens are those that are individual and able to surprise. The other day a lady asked: Is it really that important to have vistas in the garden? Is it not more important to consider the shape of the land and let this inspire your decisions? Who told us that vistas are the holy grail? Russell Page said in his acclaimed book  „The education of a gardener“ that a garden needed no good views (out into the landscape, that is), in the contrary, a view would be rather a downside and may even put the design at risk. Well, a lot of things have been written but it’s not all true, believe me. A garden that is beautiful AND has a good view is a gem (think Hanbury, La Mortola), so I kindly dissent with Mr. Page. Maybe he too was a fashion victim in his days… I’d like to see gardeners question trends, „facts“ and iron laws of the horticultural world. Be brave, wild, a little crazy and find your own way through the jungle – express yourself, don’t copy. What is your favourite garden? Did you ever analyze it to find out why it appeals to you? Or vice versa, why others don’t. One of my favourite gardens is Berchigranges in Alsace/France. I often ponder its attraction and it always boils down to its deep sense of place and individuality. It’s quirky, innovative and masterly planted. So let your thoughts run wild and tell me what you think: Are gardens fashion victims? Are we gardeners fashion victims? Can we avoid it at all? I think that as well as garden making has the potential to be an art form, we too have the potential to develop our own style. What we’re striving for and are capable of in the end is an entirely different matter. If you’re like me and enjoy a lively discussion about the philosophical side of gardening, do also pop over to Choris who sparked an interesting one a few days ago. I’m sitting in the sunshine in my garden right now and hope you’re having a sunny weekend too 🙂

Aus Zeitgründen gibt es diesen Beitrag heute nur in Englisch. Ich bitte die Leser ohne Englischkenntnisse um Verständnis.

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(Image: Les Jardins de Quercy, one of the gardens that will be featured in my book)

Over the past few months I read several garden reviews, among them gardens of rather well established personalities of the horticultural scene, accompanied by pictures which were supposed to emphasize the points that were made. Quite often these reviews or critiques refer to poor planting or maintenance, weeds, low standard, gaps in the borders etc. The pictures show weeds, gaps, sometimes odd combinations. A while after that I came across Anne Wareham’s interesting article in which she suggests, those who do open their gardens need to find out what people think of them and -if need be- strive to get things right. This whole discussion raises several questions. I think gardens are a mirror of the soul. Pretty scary thought when you think of all the gardens which consist merely of a lawn and a sick looking conifer hedge but that’s another matter, and to discuss the worrying state of some people’s soul would certainly go beyond the scope. Anyway, I firmly believe in this and gardens are as diverse as their creators. I am talking about private gardens made by devoted people of varying means. In some cases it’s the creation of a lifetime and/or story of a special relationship. We all create our humble or generous equivalent of paradise lost. Some are nice enough to be willing to share it with others. This takes quite a bit of courage as most gardeners are usually too self-aware and think their gardens are not up to the scrutiny of the public. But it is a generous gesture to open your garden and let others trample your lawn and step on your precious, rare calceolaria arachnoidea during the effort to capture the pink, towering foxglove in the back with their mobile phone cameras. In some cases the calceolaria may be gone altogether – it can happen, not all gardeners are angels as I have been told. While you offer tea and homemade cake, advise and plant names, people walk around your plot forging their opinion. Some will like what you’ve done, other’s won’t. That’s the way it is and nothing can be done about. By accident you may come across a blogger reviewing your garden. It may be torn to pieces accompanied by unfavourable pictures which by the way can be taken in the most perfect garden if you try hard enough. The question is: Do we have the right to do this? And I’m not referring to freedom of speech but more to an ethical right. Gardening is an art form and finds its expression in many ways. It’s a very personal affair too, and I have to admit that only very few gardens really touch my soul, making we want to go back and linger, trying to understand and dig deeper. What is our attitude when we visit a garden? Are we open to other people’s individuality and ideas or do we have expectations? The latter is bound to be disastrous. When I visit gardens I’m very open minded and the more creative, stimulating and thoughtful a place is the better. Surely we cannot expect all gardens to please us. Visiting gardens is a privilege and should not be connected to expectations of any kind if we are to draw pleasure and intellectual challenge out of it. Should we find out what people think? People have different views and backgrounds. Should we listen to all of them or just to those whose opinions we like? If we listen to all of them which may quickly develop into a time consuming endeavour what are we supposed to make out of it? Do we not make our gardens the way they are because it feels right and mirrors our ideas, philosophy and passion? If I listen to all the visitors, my head will be spinning and I find myself pretty confused at the end of the day. Or it may lift me into higher spheres – who can tell. I think the bottom line is that some feel certain gardens shouldn’t open their gates at all and mind their own business in case expectations won’t be met. Maybe a standard should be set to define who may and may not take part in garden open days? But who should set that standard?

What do you think? Do you open your garden or not? Do you visit other gardens? Do you have expectations? I defintely would like to know what you think. 🙂

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We are a foreign service family currently posted in Windhoek, Namibia!!

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Mein Garten erzählt eine Geschichte. Und ich höre zu.

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ONCE MORE AROUND THE SUN

A photograph every day for a year

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The World according to Dina

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