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Im Herbst, wenn die Bäume bunte Blätter weinen und die farbige, pulsierende Lebendigkeit des Sommers hinter uns liegt, gehen die Gedanken auf Wanderschaft. Zeit für Reflektion und Kontemplation. Eine feuchtschwere Stille senkt sich über den Garten. Alle Arbeit ruht, wir dürfen uns zurücklehnen und schauen. Wenn ich Blumenzwiebeln vergrabe, und es werden jedes Jahr auf wundersame Weise mehr, frage ich mich immer, wieviele Frühlinge ich noch erleben werde. Nicht, weil ich trübsinnig bin, sondern weil ich an die Blumenzwiebeln denke, die mich mit solcher Freude erfüllen. Erst beim Pflanzen und dann in der knisternden Behaglichkeit meines Wohnzimmers, wenn ich mich -Sehnsucht im Blick- am bunten, duftenden Blütenmeer in meinem Kopf labe, das mich hinüberträgt über die Zeit, die ich am wenigsten lieben kann, obwohl auch sie ihren Zauber, ihre Schönheit hat. Es muss an den Zwiebelblumen liegen, die mich mit unsinniger Hoffnung und Übermut erfüllen. Der Ausdruck „sich freuen wie ein Kind“ liegt mir auf der Zunge, aber Kinder freuen sich nicht mehr wie früher. Wer sich morgens beim Müsli mit dem ersten Mord und ab September mit Jingle Bells und Plastik-Santas an Hauswänden konfrontiert sieht, entwickelt ein anderes Verhältnis zu echter Freude. Ich aber freue mich immer wieder wie toll an den kleinen Geheimnissen und Schätzen von Natur und Garten. Trotzdem hat die Frage etwas leicht Morbides, und ich stelle sie mir zu keiner anderen Jahreszeit. Wieviele Sommer und Herbste werde ich noch erleben?  Aber vielleicht setze ich deshalb jeden Herbst eine stets wachsende, unvernünftige Menge von diesen rästelhaften, vielversprechenden Zwiebeln und Knollen, weil ich möchte, dass mein Frühling mit zunehmendem Alter spektakulärer wird? Vor kurzem las ich einen Spruch von Henry David Thoreau, der mir nicht aus dem Sinn geht: Die Mehrzahl der Menschen führt ein Leben in stiller Verzweiflung. Thoreau sagte das im 19. Jahrhundert, aber es ist aktuell wie eh und je. Den Grund sehe ich in der zunehmenden Entfernung und Entfremdung des Menschen von der Natur, die im dramatischsten Fall soweit geht, dass er sie als Feind und Gefahr ansieht. Unberührte Natur ist ohnehin selten geworden, ist sie richtig wild, begegnet man ihr mit Misstrauen und Angst. Sehen und Hören sind seltene Fähigkeiten geworden. Wir werden berieselt und eingelullt und abgestumpft. Selbst die Nachrichten werden uns mit Percussions eingebläut, damit wir ja keine Sekunde zur Besinnung kommen und uns langweilen. Stille ist out. Eine Freundin erzählte mir, ihr kanadischer Besuch habe abends zur Schlafenszeit ein Band aufgelegt, das Geräusche wider gibt. Die Stille könne er nicht ertragen, und zum Schlafen bräuchte er einen konstanten Lärmpegel. Bei Cathy von http://wordsandherbs.wordpress.com/ gab es vor einigen Wochen einen interessanten Beitrag zu diesem Thema. Ich hoffe, sie wird den Link mit uns teilen, wenn sie das liest. Hören, und ich meine richtig Hören, ist für viele keine Selbstverständlichkeit mehr. Lauscht man in die vermeintliche Stille gibt es jedoch viel zu hören. Hast du es je versucht? Selten ist die Stille geworden, in der man meint, taub zu sein. Da, wo ich wohne, mitten im Wald, ist es oft so still. Wohltuend wie eine kuschelige Decke senkt sich diese Stille auf uns. Keine Angst, keine Panik, nur Frieden macht sich breit. Manche fragen uns kopfschüttelnd, wie wir hier leben können? Wir schütteln den Kopf, weil wir wissen, dass jede Erklärung ins Nichts fallen würde. Die allgemeine Hetze und Angst, etwas zu versäumen, haben so sehr um sich gegriffen, dass viele nicht mehr verstehen können, wie befriedigend es ist, den Holzkorb zu füllen, damit das Haus warm wird, Eier bei den Hühnern zu holen oder einen Gemüsegarten zu bestellen. Nichts zu hören und im Garten zu arbeiten ist der letzte Luxus unserer Zeit. Im Wald begegnen uns manchmal Extrem-Mountainbiker, die mit stierem Blick die steilsten Hänge hinunter sausen, oder Coole mit knatternden Geländemotorrädern, moderne Marlborough-Cowboys. Keiner von ihnen kennt die faszinierenden Gerüche und Geräusche des Waldes, sieht den rosa Pilz am Wegesrand, den Baumläufer, der  die Rinde nach Insekten absucht oder hört das melancholische Zwitschern des Rotkehlchens. Kinder wissen nicht mehr, dass die Milch von der Kuh kommt. Eine vegetarische Freundin meinte kürzlich, man könne doch die Kühe einfach weiter melken, das mit dem Kalb sei doch nicht nötig. Einmal beobachtete ich Kinder, die mit Stöcken frisch gepflanzte Obstbäume schlugen bis die Rinde in Fetzen hing, während die Mutter stolz zusah. Ist ja super, wenn sich die Kinder selbst verwirklichen können. Die Natur weicht immer mehr vor uns zurück und ist nurmehr dort zu finden, wo man schlecht hinkommt oder es nichts zum Ausbeuten gibt. Würden wir Menschen nach ihrer Definition von Natur fragen – was wäre wohl die Antwort? Ich fürchte mich vor dieser mehr als unsere Besucher sich vor der Einsamkeit meines Waldes. Wie soll man schützen, was nicht wahr genommen und geschätzt wird? Wenn sich der Mensch von der Natur entfernt, ist er entwurzelt, deprimiert und unglücklich. Ich könnte ohne Garten und Natur nicht sein. Meine Gesundheit hängt davon ab, ich ziehe Kraft, Mut und Sinn aus beidem. Manches geht schief im Garten, aber nie bin ich deswegen betrübt oder enttäuscht. Nichts erfüllt mich mehr mit Zuversicht und Hoffnung. Ein Leben in stiller Verzweiflung? Das ist für jemanden, der den Kontakt zu seinen Wurzeln nicht verloren hat, kein Thema. Ups, ein halber Aufsatz – hoffe, ich habe euch nicht gelangweilt! 😉

In autumn, when the trees cry colourful leaves and the vibrant spirit of summer is only a memory, thoughts go on a ramble. Time for reflection and contemplation. A damp, heavy quietness settles on the garden. The work is done, we can sit back and watch. When I plant bulbs in the autumn, and there seem to be more and more each year, I always wonder how many more springtimes I will live to see. I don’t ask as a result of depression (I’m not a child of sadness!), but because I think of these bulbs that fill me with such happiness. First when I’m planting then later, when in the comfort of my armchair in front of the fire -longing in my eyes- they fill my head with fields of colour and scent and carry me through the season which I never came to love, although it has its beauty too. It must be the bulbs that fill me with wantonness and unreasonable hope. The expression „to be happy like a child“ comes to my mind but kids are not happy and innocent like they used to be. If you’re faced with the first murder during breakfast and with Jingle Bells and plastic Santas climbing ridiculously into chimneys  from September onwards how could you possibly hold on to that pure and carefree joy? As for myself, I find lots of happiness in the little treasures and secrets nature and garden hold for me. All the same, there’s something morbid about this question, and I admit that I never ask myself at other times of the year. How many summers or autumns will I live to see? No way. But maybe the reason for planting these crazy amounts of promising bulbs and corms lies in my hidden wish that the older I get the more spectacular spring ought to be. Recently I read a quote by Henry David Thoreau which follows me ever since: The mass of men lead lives of quiet desperation. Thoreau said this in the 19th century but it is still true. The reason for this lies in the continuous remoteness and alienation from nature which in its most dramatic case leads to people perceiving nature as an enemy or danger. Pristine nature has become rare and if it’s really wild, we meet it with fear and suspicion. Seeing and hearing have also become rare skills. We’re constantly exposed to noise, being lulled and deadened. Even the news are hammered into us to the sound of percussions so that there’s no risk of us coming to our senses or to be bored. Tranquility is out. A friend of mine told me about a visitor from Canada who switched on a tape each night at bedtime: She couldn’t bear the quiet, only with the constant noise was she able to sleep. Cathy at http://wordsandherbs.wordpress.com/ did a great post dealing with the subject of hearing a while ago, and I hope she will share the link once she reads this. To hear and I mean TO HEAR is by no means taken for granted anymore. There’s so much to hear when you listen to supposed quiet. Have you ever tried? The silence that makes you feel like you’re deaf has become rare. Where I live, in the middle of the woods, it can still happen. It descends like a comfortable blanket. No fear, no panic just peace. Some shake their heads asking how can you possibly live here? We shake our heads knowing that every explanation would fall into nothingness. The general rush and fear of missing out on something are so widespread that many cannot understand how satisfying it is to fill the basket with firewood to heat the house, to collect eggs from your hens and to tend the garden. To hear nothing and to work in the garden are today’s last luxuries. During our hikes we sometimes meet extreme mountainbikers rushing down steep slopes with fierce expression, or cool guys on rattling motorbikes, modern Marlborough-Cowboys. None of them knows the intriguing scents and sounds of the forest, sees the pink mushroom in the undergrowth, the tree creeper searching the bark for insects or hears the melancholic song of the robin. Kids don’t know anymore that milk comes from cows. A vegetarian friend of mine suggested recently that one could keep milking cows without letting them have calves. Once I watched children beating newly planted fruit trees with sticks until the bark had come off while their mother watched them proudly. Great to see kids fullfilling themselves. Nature is retreating more and more and can only be found where access is hard or impossible or where there’s nothing to exploit. Would we ask men their definition of nature – what would the answer be? I fear the answer a lot more than visitors the solitude of my wood. Why should men protect something they’re not aware of and don’t see, never mind appreciate? When man moves away from nature,  he looses his roots, becomes depressed and unhappy. I could never be without my garden and nature, my sanity depends on them. I draw energy, courage and meaning out of them. Okay, some things don’t work out in the garden but I’m never disappointed and depressed. Still nothing fills me with more hope and optimism. A life of quiet desperation? That’ll never be an issue for someone who hasn’t lost touch with his/her roots. Ups, quite an essay…hope I haven’t bored you! 😉

Zum Abschied ein paar „Augenbonbons“ (danke an die Autorin Patricia Koelle http://meerschreibfrau.wordpress.com/ für diese Wortschöpfung, die seither zu meinem Repertoire zählt) – habt eine gute Woche!

As a farewell some „Augenbonbons“, translated something like „sweets for the eyes“ or „optical treats“ (thanks to writer Patricia Koelle http://meerschreibfrau.wordpress.com/ for this word creation, which is part of my repertoire ever since) – have a great week!

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55 thoughts

  1. Very nice. Yes, a bit sad and melancholy, but such is the season.
    I think in today’s world the quiet desperation occurs on a telephone screen. People claim to be busier every day yet do less and less real things. I’m no better. I have to remind myself constantly that it’s not necessary to check messages and posts every few minutes, that in fact days could pass with no significant loss or difference.
    But I’m trying to stay in touch with nature, and trying to keep the children connected too…. I too have picked up the bulb planting pace, but I’m not too worried about how many more springs I’ll see. Instead I worry that I’m running out of time to grow my sheets of snowdrops and glades of daffodils. My dreams will be years short of materializing because I’ve wasted too much time pushing papers around!
    Now back to thinking about spring 😉

    1. But that’s just it, Frank! The „fear“ that I’m running out of time to see these splendid carpets of springbulbs. Great to know someone’s out there who understands. The sad thing is we’ve never been more connected and informed, and at the same time we’ve never been more isolated and sad. Odd, isn’t it. A while ago, I had to go away for work and didn’t touch the computer for three days – such bliss. You should try…but then I’d proabably miss your comments 😉 Take care!

  2. Hallo Annette,

    habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen und kann deine Gedanken nur teilen. Einiges habe ich schon selbst erlebt, über anderes ähnliche Gedanken gemacht.
    Ich finde es traurig, wie blind manche durch die Natur stolpern. Ich kann mich auch an kleinen Dingen, wie einem Pilz, einem schönen Blatt, erfreuen.
    Vielleicht sieht man mit dem fotografischen Auge auch eher diese „Kleinigkeiten“.

    Danke für die „Augenbonbons“. Eine wunderschöne Wortkreation.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    wünscht dir aus dem trüben Deutschland
    Renate

    1. Danke, dass du deine Gedanken mit mir teilst, Renate. Ich glaube schon, dass es viele gibt, die denken und fühlen wie wir, aber leider nicht genug. Und ob es sich irgendwann und rechtzeitig ändert – das bleibt abzuwarten. Kopf hoch, sei lieb gegrüsst! 🙂

  3. I think rather, how many more years will I be able to garden here, in not many more years it will all probably become too much for me, will I move to somewhere with a smaller garden or do I stay and have paid help to keep it the way I want it?
    My daughter says that we live in a bubble in our little village, life passes us by, we live at a much slower pace than she does in the city of Bristol. I can remember when she was away at university, her first holiday after we moved here, she couldn’t sleep because it was so quiet, she was so used to the noise of the motorway by her hall of residence! Nature and wildlife is so important to us, I have made our garden here so that everything is welcome to take up residence and I think it works from all the wildlife we see and hear.

  4. Hallo Annette,
    ich habe Deinen Beitrag gerade gefunden und möchte Dir für Deine Worte danken, auch wenn oder gerade weil sie nachdenklich und auch ein bisschen betroffen machen. Es geht mir insofern ähnlich, dass ich auch oft denke, wer weiß, wie lange ich dieses oder jenes noch sehen oder tun kann. Heute nachmittag war ich nur eine Stunde draußen im Wald, habe Kiefernstämme ganz neu angeschaut und dabei entdeckt, wie wunderschön die Rinde ist. Ich entdecke eigentlich immer irgendwas Neues, wenn ich draußen bin. So ein Stündchen ist fast wie eine Woche Urlaub. Die Natur gibt so viel – hier sieht man das Leben. Das, was wir oder jedenfalls die meisten von uns – ich schließe mich da nicht aus!- tagtäglich betreiben, ist doch kein Leben mehr. Das ist nur noch Wahnsinn. Ich lese momentan den Essay „Vom Glück, durch die Natur zu gehen“ von Thoreau, da steht der Satz mit der stillen Verzweiflung drin, meine ich. Keine leichte Kost, ich hatte mir das anders vorgestellt ;-), aber er bringt die Essenz des Themas wirklich zum Ausdruck.

    Viele Grüße,
    Doris

    1. Hallo Doris, danke für’s Reinschauen. Wir sind von so viel Schönheit umgeben, und doch ist es, als wären die meisten blind geworden. Ich mag Thoreau sehr gern und finde es schön, dass du ihn entdeckt hast. Ich habe gerade „Die Wand“ von Marlen Haushofer ausgelesen, ein Buch mit ähnlichem Thema, das mich sehr berührt und nachdenklich gestimmt hat. Herzliche Grüsse, Annette

      1. Hallo Annette,
        bitte, gerne. 🙂 „Die Wand“ habe ich vor vielen Jahren gelesen, allerdings nach einer Operation – war vielleicht nicht ganz der richtige Zeitpunkt. Das Buch hat mich leider sowas von runtergezogen, dass ich es danach nie wieder angefasst habe. Ich sollte vielleicht mal wieder reinblättern. Den Thoreau-Essay kann ich nur häppchenweise lesen (in der U-Bahn kann man sowieso nur leichte Kost an einem Stück lesen) und muss dann wieder eine Verdauungspause machen. Aber es gefällt mir, was er schreibt.

        Viele Grüße,
        Doris

      2. Das kann ich gut nachvollziehen, Doris. Jetzt wo du’s sagst, ist das Buch vielleicht mit ein Grund für meine untypische Novemberstimmung.

  5. mit Deinen stimmungsvollen Betrachtungen ziehst Du mich geradezu in Deinen Bann Annette. Wie wahr Du da schreibst! Langeweile kommt da beim LEsen nicht auf. Dafür Nachdenklichkeit, Besinnung, Stimmung und Lust selbst zu Texten! Du inspirierst mich.

  6. A post of reflection and contemplation indeed, Annette, which I trust will trigger reflection and contemplation in every reader – no further comment required

  7. Hi Annette! I enjoyed reading this very much. Thank you! You know from my post that I agree entirely. Especially about the hope and optimism! Here’s the link to my post with the TED talk by Bernie Krause:
    http://wordsandherbs.wordpress.com/2013/09/22/the-voice-of-the-natural-world/
    And the direct link to the TED talk:

    (It can also be viewed with German subtitles or transcript)
    The quote I opened that post with sums it all up for me. We are so grateful for the quiet spot we have here… although maybe not as quiet as your haven in the woods. Recently the chainsaws have been busy all around us as the forest work has begun in earnest!
    Have a good (and peaceful) week Annette!

    1. Hi Cathy, thanks for sharing the links! I very much enjoy your thoughts in your beautiful blog. Let’s enjoy the peace and quiet while we can and let’s hope that the harvesting operation will soon be finished. Best wishes 🙂

  8. Oh my gosh! Wow! This is a simply stunning post and I hope it finds it’s way into your book. You are exactly right about everything you said therein and I applaud the way in which you did that. You incorporated so many great thoughts and worded them so very well. I will read this again and again, Annette. My sanity, like yours, is tied to nature. For a brief period in my life I was a child of sadness, and it was my garden and the Lord that changed that. Thank you, thank you, thank you, for the gift of this post. Blessings, Natalie 🙂

    1. Dear Natalie, it was also our little discussion that triggered off my writing and a book which I read these past days. I only wish we could change the mass of men before it’s too late…Take care and have a good week!

      1. I wish we could „change the mass of men“ as well, Annette. Your piece was so good that I reblogged it on my site this morning. I hope that was okay. Perhaps your words will spread and have that kind of impact. I pray you have a very blessed and fruitful week, my friend. I love your thoughts and your posts bring this once „child of sadness“ great joy. Natalie 🙂

      2. You’re so kind, Natalie, thank you, and I very much appreciate that you follow my scribblings as I’m not a native English speaker but love the language very much. Have a great day 🙂

      3. I forgot in my earlier reply to ask you what book you had been reading that helped inspire your wonderful post. I would like to read something that good myself. Also, just to let you know that when I reblogged your post, I included only the part in English as I don’t believe I am followed by anyone who speaks German. I also only included one of your photos. It’s the one of the shriveling rose hip that is just gorgeous. By the way on that note, would you tell me how you get the copyright info at the bottom on each of your photos. I should probably do that too. Blessings, Natalie 🙂

      4. Dear Natalie, The book is called „The Wall“ and was written by Marlen Haushofer. Very touching. Copyright etc. is part of the Metadata which is automatically attached to each image by Lightroom (Software for image editing). Hope this helps 🙂

  9. Vielen, lieben Dank für Deine Augenbonbons und den wundervollen Text, der ganz und gar nicht langweilig ist. Ich wohne in der Stadt und wäre froh, wenn ich ohne irgendein Geräusch von außen schlafen könnte. Um Stille zu haben, muss man raus, auf’s Land. Ich mag es sehr, wenn es ganz still ist.
    Liebe Grüße und einen schönen Wochenbeginn. 🙂

    1. Danke, ich freue mich, wenn es eine Saite in dir zum Klingen gebracht hat. Auch wenn man in der Stadt lebt, kann man die Fähigkeit zu hören bewahren, aber es ist vielleicht eine etwas grössere Herausforderung. Alles Gute für dich 🙂

  10. Liebe Annette,
    ein wunderbarer Post, der mir sehr aus dem Herzen spricht. Ich weiß bei meinem Kommentar gar nicht, wo ich anfangen bzw. aufhören soll … ich fürchte, meine Gedanken dazu könnten mindestens so lang werden wie dein Post 😉 Also halte ich mich einfach zurück und poste deinen Beitrag stattdessen lieber in meinem anderen Blog „konsumrebellion“, wo er auch gut hin passt.
    Liebe Grüße
    Jana

      1. Liebe Annette, schau doch mal rein auf

        konsumrebellion.wordpress.com

        Vielleicht interessiert dich mein Blog ja … obwohl ich glaube, dass du mir in Sachen Konsumrebellion Lichtjahre voraus bist. Dein Leben (so weit ich es aus deinem Blog kenne) wäre meine Zielvorstellung 😉

  11. Das von Dir beschriebene Thema ist schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen,
    ich erlebe viel Umdenken und Innehalten in meinem Umkreis und den Ruf und das Bedürfnis danach, sich mit der Erde wieder zu verbinden… man denke z.B. an das Urban Gardening und ähnliche Projekte. LG von Seeds

    1. Hallo Seeds, bestimmt gibt es viele, die so denken, und das Urban Gardening ist eine tolle Sache. Die Mehrheit betet aber den Gott Konsum an und hat jegliche Moral und Werte weit hinter sich gelassen. Solange Regierungen und Co. auf dem Wachstumswahntrip bleiben, wird sich nichts Wesentliches ändern, denn dieses irrwitzige Streben nach Wachstum ist das Ende für unser Dasein auf dem Planeten. Um den Planeten selbst mache ich mir keine Sorgen: Er wird uns abschütteln wie lästiges Ungeziefer, wenn es ihm zu viel wird. Irgendwie ist mir das ein Trost 😉 Viele Grüsse

  12. Jetzt bin ich am frühen Morgen und in aller Stille in deine Gedanken eingetaucht. Kaum ist der letzte Punkt gelesen, springt 150 Meter weiter die erste Maschine an. Für Stille und Frieden, wie du sie wunderbar beschreibst, bin ich raus auf’s Land gezogen. S. meint ja: Nur keine Nachbarn sind gute Nachbarn. In punkto Ruhe dürfte er damit Recht haben.

    Zurzeit mache ich mir ähnliche Gedanken, weil ich an einem Artikel über das Leben in der Stadt oder auf dem Land schreibe. Dabei ist mir eins vollkommen klar: Die beiden Überzeugungen sind aus den Bedürfnissen der jeweiligen Befürworter gewachsen. Und sicher auch eine Frage von Alter und Lebensumständen. Glück allein hat der Mensch, der aus eigenem Willen und Überzeugung dort lebt, wo er leben möchte. Ich sehe hier eine Stadtflucht, die aus der Not geboren wird. Es gibt nur wenige Arbeitsplätze, viele davon schlecht bezahlt. Wer eine gute schulische und berufliche Ausbildung genießen möchte, der muss sich bewegen. Die Frage bleibt: Wo werden all die Menschen sich wiederfinden?

    Oder anders gesagt: Es ist nach meinem Empfinden ein größerer Luxus, fernab zu leben, als jener, den ich oder andere sich in einer Stadt erkaufen können.

    Was du beschreibst, die tiefe innere Zufriedenheit und auch das sich Bewusstwerden von Zusammenhängen, das durfte ich auch erfahren. Dafür bin ich sehr dankbar. Mir macht am meisten der Ausverkauf der Natur Angst, auf den ich keinen Einfluss habe. Ich muss nur 150 Meter weit gehen, wo seit Jahr und Tag auf vielen hundert Hektar Mais, Mais und wieder Mais angebaut wird. Oder zur anderen Seite hin, wo eine Ziegenherde alles aber auch wirklich alles kahl fressen darf und damit Vögeln und Niederwild die Zuflucht und Nahrungsgrundlage nimmt. Gehalten von Tier- und Naturfreunden.

    Ich wünschte, es gäbe viel, viel mehr Menschen wie dich und deinen Mann. Andererseits: Es würde dann eng in der Stille. Und laut.

    Vielen lieben Dank für diesen schönen Gedankenanstoß. Und die Meerfrau inspirierten Bonbons 🙂

    1. Liebe Heike, S. hat nicht ganz unrecht. Unsere Nachbarn sind zum Glück auf Abstand, und wir leben an vielen Tagen wie in einer ruhigen „Bubble“ (Pauline hat das gut ausgedrückt). Viele können Ruhe und die eigene Person jedoch gar nicht ertragen. Das ist nämlich eine Voraussetzung für diese Art von Leben, dass man im Einklang mit sich und der Natur ist. Auf dem Land wird es nie überlaufen sein, weil sich viele ein solches Leben gar nicht vorstellen können. Was für uns Landeier Luxus und Genuss pur ist, ist für manchen der Horror. Der Ausverkauf der Natur ist eine Tatsache. Nur wenige Flecken auf diesem Planeten sind noch wirkliche Natur – hast du das Buch von Sebastiao Salgado angeschaut? Er hat diese Orte in fantastischen Bildern festgehalten. Wir Menschen geben nur ein kleines Gastspiel hier und nehmen uns viel zu ernst und zu wichtig. Die Erde schaut nach sich selbst – sei also nicht traurig. Es ist wichtig, so zu leben, dass man es vor sich verantworten kann. Dazu gehört für mich der Respekt vor den Mitgeschöpfen und der Natur. Ich verstehe deinen Frust, aber da ist (noch) das Moor, wo es viel Schönes zu entdecken gibt. Gestern Abend wurde mir das Leben neu geschenkt bzw. ich habe ein weiteres von 7 (?!) Leben verbraucht – bin etwas erschlagen ;). Freue mich über unseren Austausch und darüber, dass du noch sehen und hören kannst, alles Liebe

  13. We seem to be we are on the same path of thought. I too have been wondering the course life will take and the time left to enjoy it. Health reasons make me contemplate these thoughts to wonder if the toil is even necessary to appreciate the deep rewards of nature.

  14. A most thoughtful post Annette. You are so lucky to be able to live in a place that offers you the luxury of silence. It is something which I treasure but do not have on an everyday basis. Still it makes my holidays in the still depths of the French countryside even more appreciated 🙂

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