Archive für Beiträge mit Schlagwort: insects

Wir haben einen Traumsommer. Die Hitze lässt uns die Düfte im Garten besonders intensiv erleben. Clematis aromatica, Lavendel und Trachelospermum betäuben die Sinne. Leider ist Regen rar und der Rasen braun. Ein Härtetest für viele Pflanzen und die Gärtnerin! Zikaden musizieren (werden sie eigentlich nie müde?), auch die Eulen erwachen langsam wieder zum Leben. Bei den Kröten und Fröschen ist’s hingegen ruhiger geworden. Im Ernst, nach dem Spektakel heuer mussten sie wahrscheinlich alle in Kur. 😉 Jungvögel aller Art torkeln mir zwischen den Füssen herum und müssen regelmässig aus dem Haus bugsiert werden. Wie die Eidechsen scheinen sie der Ansicht, das Sofa im Wintergarten stehe ihnen zu. Unser neues Projekt macht enorme Fortschritte. Kürzlich sagte ich stolz zu Monsieur: „Gell, unglaublich, wie gut alles schon aussieht!“ Woraufhin er trocken bemerkte, dasselbe könne man leider nicht von uns sagen. Ich geb’s zu, es ist extrem stressig und physisch anstrengend, aber ein Ende ist abzusehen, und dann -ich schwöre es!- werde ich mir die ersten Ferien seit 6 Jahren gönnen. Wenn ich es hier öffentlich schwöre, gibt’s kein Entkommen.  Aber ich habe den Faden verloren…wir wollten doch tanzen! Ehrlich gesagt ist mir viel zu heiss, ausserdem habe ich mir stressbedingt eine Erkältung eingefangen (das ist im Winter schon fies, aber im Sommer nicht auszuhalten), aber es gibt ein paar, die in der Hitze zur Höchstform auflaufen. Ich gehöre nicht zu denen, deshalb Bühne frei für die Schmetterlinge, die in diesem Jahr besonders zahlreich sind:

We’re having a marvellous summer. The heat seems to intensify the scents in the garden: lavender, Clematis aromatica and Trachelospermum wrap their fragrant arms around us. Sadly rain is scarce and the lawn has turned brown. Survival of the fittest for many including the gardener! Cicadas are making music all night long (do they never tire?), the owls are getting busier. Frogs and toads have quietened down. Well, to be honest, after their annual extravaganza they probably had to go to a health resort. 😉 Baby birds of all sorts are wobbling around, come inside and have to be gently manoeuvred out through the door. Like the lizards they seem to think the sofa in the conservatory is theirs. Our new project is progressing nicely. The other day I said rather proudly to Monsieur „Well, quite unbelievable how well everything is looking already.“ To which he replied rather drily that the same could unfortunately not be said of ourselves. I admit it has been tough and physically demanding but the end is near and then -I swear!- I shall have my first holidays in six years. When I swear it here in public there’s no escaping. But I lost the thread…we want to dance! To be honest, it’s too hot for me and I’ve also caught a stress-related cold (a cold is already mean in winter but in summer almost unbearable). Still there are those that are at their best when the thermometer is rising, rising. I may not be one of them but let me introduce you to our delicate, beautiful friends, the butterflies which abound this year:

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Habt ihr auch viele Schmetterlinge im Garten? Do you also have lots of butterflies in your garden?

Als wir vor etwas mehr als zwei Jahren hier ankamen, gab es mitten auf der Wiese ein undurchdringliches Gestrüpp mit einer Wildschweinsuhle, bei der sich allerlei Tiere zum Trinken und Baden einfanden. Wasser ist spannend, und wir wollten auch gern etwas davon haben. So entfernen wir alle Brombeeren, eine umgestürzte Weide und anderen Wildwuchs. Als der Bagger während der Renovierungsarbeiten vor Ort war, machten wir aus der Pfütze -denn mehr war es nicht- einen richtigen Teich von 10m x 5m. Ob es denn ein Teich würde, stand damals in den Sternen, aber mit dem schweren Lehmboden hatten wir gute Chancen, dass er sich mit der Zeit selbst abdichten würde. Wenn nicht, wäre der Anblick vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber auch ein temporäres Gewässer (zu diesen zählen auch Wald-, Schmelzwassertümpel, Pfützen) weist eine enorme Artenvielfalt auf und wird von Molchen, Kröten, Fröschen und zahlreichen Kleinstlebewesen aufgesucht. Sie sind ein wichtiges Habitat und ersetzen von Menschen zerstörte Auengebiete und Sumpflandschaften. Die einstige Suhle dichtete sich aber tatsächlich ab und wurde zum Teich, dessen Niveau zwar saisonal variiert, der aber bislang nie ausgetrocknet ist, was auf eine unterirdische Quelle schliessen lässt. Bis vor kurzem sickerte Wasser aus dem Erdreich unterhalb des Teichs, aber nun ist es trocken. Erstaunlich ist die Geschwindigkeit, mit der sich Leben am und im Wasser einfindet: Es dauerte nur wenige Wochen, bis wir die ersten Ringelnattern, Molche, Libellen, Wasserläufer, -käfer und Frösche sichteten. Rohrkolben (Typha minima) wächst nun am Ufer. Ins Wasser setzten wir eine Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), eine Seerose und Iris, damit sich Frösche & Co. verstecken können, wenn der Reiher landet. Er stattet uns seit diesem Jahr Besuche ab. Den Teich zäunten wir mit grobem Kastanienholz ein, damit die Mulis nicht baden gehen, und irgendwann bauen wir vielleicht ein Holzdeck, auf dem wir sitzen und die Tierwelt beobachten können. Hier zeige ich euch einige Bilder von der Entwicklung des Teichs…am schönsten ist es in den frühen Morgenstunden, wenn das Licht verzaubert.

When we arrived a little over two years ago, there was a dense, thorny thicket in the middle of our meadow which harboured a small wallow regularly visited by wild boar, deer etc. Water is fascinating and we wanted to have our share. So we started clearing the jungle, removing brambles, a fallen willow and lots of other nasty thorny stuff. When the digger was on site during renovation work on the house, we enlarged the puddle -that’s all it was- and made a proper pond of 10m x 5m.  Would it eventually turn into a pond? We had no idea but chances were good that the heavy clay would eventually seal naturally. If not, the view onto an empty hole would have been something to get used to, but seasonal or vernal pools are important habitats and harbour a wide variety of species like frogs, newts, toads and microorganisms . In times when more and more marshland and water meadows are being destroyed by human action and so called progress, vernal pools replace the original habitat and thus are of great importance. But the former wallow did eventually seal and turn into a pond – the level varies but so far it hasn’t dried out which makes us think there’s a spring. Up until recently the water was seeping through the soil below the pond but now it has stopped. It’s amazing how quickly life settles in and around the water: It only took a few weeks until we saw the first grass snakes, newts, frogs, dragonflies, water skaters and beetles. Dwarf bulrush (Typha minima) has settled on the edge. We planted yellow pond lily (Nuphar lutea), iris and water lily so that frogs & Co. can hide when the heron is visiting. A rough chestnut fence is making sure that the mules don’t take a bath! In future we may build a deck for sitting and watching the wildlife. Let me show you some pics of the development…it’s a beautiful place especially early in the morning when the light works its magic.

Das Dickicht / The thicket

IMG_6333Nach unserer Aktion / After the clearingIMG_7891Im ersten Jahr war es ein trüber Anblick /Pretty sad sight during the first year_MG_0229-0010Viel besser! Der Zaun macht sich gut. / Much better! The fence is blending in nicely._MG_4964-0300Lythrum salicaria_MG_6780-0134Viele Wildblumen gedeihen auf der Wiese und am Teichufer. / Lots of wildflowers grow in the meadow and around the pond._MG_4531-0082

_MG_4547-0082Lookout! _MG_4561-0082Sonnenaufgang / Sunrise_MG_5779-0105Briza maxima (Zittergras/Quaking grass)_MG_5757-0105Am Ufer pflanzten wir neben Fargesia, Miscanthus, Molinia auch einen Judasbaum (Cercis siliquastrum), Cornus sanguinea Midwinter Fire, Salix exigua und eine Kopfweide. Die Pflanzen werden nicht gegossen (da der Teich zu weit vom Haus weg ist), somit wächst alles sehr langsam – survival of the fittest!

Along the pond edge we planted Fargesia, Miscanthus, Molinia, Cercis siliquastrum, Cornus sanguinea Midwinter Fire, Salix exigua and a pollard willow. There’s no extra watering (to far from the house), so things grow slowly – surivival of the fittest!_MG_4962-0300

_MG_6471-0113Wiesenzünsler / Meadow moth_MG_4621.agriphilas_nemorellus-0083Schwebfliege / Hover fly_MG_5047.centaurea_jacea-0094Libelloides coccajus_MG_4701.libelloides_coccajus-0086little work of art / kleines Kunstwerk

_MG_5137-0096Knapweed fritillary/Flockenblumen-Scheckenfalter

_MG_4673.melitaea_phoebe-0086Was geht denn hier ab? / Something odd going on here…_MG_5081-0094

Mating burnet mothsSchwalbenschwanz/ Old World Swallowtail

_MG_4609.papilio_machaon-0083Tagpfauenauge / Peacock

_MG_9080Im Spätsommer blüh Eupatorium cannabinum und ziehen Bläulinge an. / In late summer Eupatorium cannabinum attracts chalk- blues._MG_9196Schachbrettfalter / Marbled white_MG_4986-0300Libelle / Drangonfly

IMG_5905Im Wasser…/In the water_MG_4972-0300

_MG_4973-0300Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken! Ohne Wasser möchte ich nicht sein. Was ist mit euch? Habt ihr auch Wasser im Garten?

Something new to discover every day! I wouldn’t want to be without a water feature. What about you?

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Wasser ist Leben. Als Gärtner wird einem diese schlichte Tatsache noch stärker verdeutlicht und nahe gebracht, vor allem in Zeiten der Trockenheit. So sind wir froh um unseren Brunnen, der uns bislang noch nie im Stich gelassen hat. Ein einfaches und hässliches Betonrohr war sein Gewand, und wir befanden es seiner nicht würdig. Er sollte prächtig und eindrücklich im Garten stehen, nicht wie ein unwichtiger Statist. Naja, von meinem privaten Maurer habe ich schon des öfteren gesprochen, und diesen Beitrag möchte ich heute ihm widmen: Ohne ihn wären viele Träume Träume geblieben. Er verwirklicht auf schönste Weise -oft in Teamarbeit mit mir, d.h. ich bin der dankbare Handlanger 😉 – meine/unsere Ideen. Vielen Dank dafür.

Water is life. That’s a fact especially gardeners live and sometimes struggle with, above all in times of drought when hose pipe bans are the order of the day. That’s why we appreciate our well which has never let us down so far. It used to be an ugly concrete ring but we felt it was an unworthy guise for something so important. We wanted the well to stand proud and beautiful. Well, I’ve mentioned my private mason before and would like to dedicate this post to him, for without him many dreams would still be dreams. He turns my/our ideas into reality most beautifully, often in teamwork with myself as thankful handmaid ;). Thank you for that.

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_MG_6853-2-0137Zum Glück haben wir viele tolle Natursteine. Sieht der Brunnen jetzt nicht besser aus?

Luckily we have a lot of pretty stones. Doesn’t the well look better now?

Und dann wurde ich noch Zeuge einer Geburt. Stellt euch vor, wie aufregend! Ein Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima) suchte sich MIscanthus sinensis Morning Light für seinen Eintritt in die Welt aus, oder besser wohl seine Eltern, wirklich sehr umsichtig.

And then I witnessed a birth. Imagine, how exciting! A great green bush cricket (Tettigonia viridissima) chose Miscanthus sinensis Morning Light as an entry place into this world, or rather its parents did, very thoughtful indeed.

_MG_6811-0135Gerade „geschlüpft“…wie bei den meisten Insekten ist auch ihre Metamorphose sehr komplex: Es ist ein langer Weg vom Ei über Larve und Imago bis zum ausgewachsenen Heupferd. Letztere ernähren sich von Raupen, Fliegen und anderen Insekten und verschmähen auch einen Schmetterling nicht. Die Begattung dauert übrigens 45 Minuten, und das Weibchen deponiert mit einem Legestachel ca. 100 Eier im Boden, aus denen im Frühjahr die Larven schlüpfen, die sich von Blattläusen ernähren.

Just „hatched“…as with most insects their metamorphosis is very complex: It’s a long way from egg via larvae and imago to the adult cricket. The latter feed on caterpillars, flies and other insects and even butterflies. Mating lasts 45 minutes, and the female then lays about 100 eggs into soft ground from which the greenfly-eating larvae hatch the following spring.

_MG_6825-0134Ach, das tut gut, die Beine richtig ausstrecken…

Ah, feels good, stretching the legs…

_MG_6827-0136Am nächsten Tag sass es noch immer im Chinaschilf – muss wohl noch Kräfte sammeln, ehe es sich dem Alltag stellt. Habt ihr auch Heupferde im Garten?

Next day it was still sitting on the maiden grass – gathering strength to face everyday life. Do you also have great green bush crickets in your garden?

Ich wünsche euch ein sonniges Wochenende und schöne wilde Begegnungen 🙂

I wish you a sunny weekend and happy wild encounters 🙂

Die Wiese nähert sich langsam ihrem Höhepunkt. Ich sitze oft inmitten der Blumenpracht und finde mich Auge in Auge mit den bezauberndsten Geschöpfen. Eine besondere (Licht)Stimmung herrscht am frühen Morgen oder gegen Abend. Kann eine Wiese laut sein? Oh ja, denn die Grillen produzieren einen Schalldruck von bis zu 100 Dezibel. Wahnsinn! Warum sie bei der Partnersuche nicht taub werden? Weil sie beim Zirpen (oder Schrillen, was nicht von ungefähr kommt) die Ohren auf Durchzug stellen, ganz schön clever, nicht?! Neuronen senden eine Nachricht an die Nervenzellen des Gehörs: Klappen zu. Nur in den gesanglosen Momenten öffnen sie ihre Ohren wieder. Die Pracht unserer Wiese und deren Bewohner bedarf nicht vieler Worte, und so teile ich nun ein paar Sternstunden oder -momente der letzten Tage mit euch…

The meadow is about to reach its peak. I often sit among the flowers and find myself eye to eye with the most awesome creatures. Early morning and late afternoon evokes a special mood and of course, the light’s so much better too. Can a meadow be noisy? Oh yes, because crickets produce up to 100 decibel. Crikey! Why do they not turn deaf during their search for the perfect mate? While chirping they go literally deaf, very clever isn’t it?! Neurons send a message to the nerve cells of the ear: close up. They only open again during quiet moments. The splendour of our meadow is such that it doesn’t need many words, and so I’m going to share a few great moments with you…

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Blick vom Haus auf Wiese, Teich und liebliche Aveyron-Hügel. Und dann tauchen wir ein in eine andere Welt…

View from house onto meadow, pond and the lovely Aveyron hills. And then we dip into another world…

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Tolle Aussichtsplattform!

Great viewing platform!

 

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Da ist’s aber auch nicht schlecht!

That’s not bad either!

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Viel gemütlicher (und wärmer!) ist’s, wenn man sich zusammen schnuckelt…Liebe ist schön.

Much more comfy (and warmer too) to snuggle up…Love’s a wonderful thing.

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Da versucht sich jemand zu verstecken, aber dem Auge eines Fotografen entgeht nichts so schnell… 🙂

Someone’s trying to hide, but it’s not easy to escape the photographer’s eye… 🙂

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Pas de deux…

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Was für ein herrliches Schwalbenschwänzchen! Es hat mir den Morgen unendlich versüsst!

What a magnificent swallowtail! It really made my day!

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Here’s looking at you, kid 😉

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Manche bevorzugen ein zeitiges Frühstück…

Some prefer an early breakfast…

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Ich wünsche euch allen eine sonnige Woche mit spannenden Begegnungen!

I wish you all a sunny week with exciting encounters!

 

Mainau im Frühling

Der Rasen ist eine heikle Sache. Vor allem Männer haben oft ein Faible für ihn, sind gar besessen (mein Mann ist eine glückliche Ausnahme) und schreiben sich auf ihre Fahne: smaragdgrüner, makelloser Teppich, und wehe, es traut sich ein Kraut rein, was hier nichts verloren hat… Am Anfang meines Gärtnerlebens, ich gestehe es schamhaft, habe auch ich Stunden, nein Tage mit Vertikutieren, Aerifizieren und dergleichen zugebracht. Bis zum Umfallen! Es hört sich wie Sado-Maso an? Genau so ist es und -meines Erachtens- ist es nicht mehr zeitgemäss! War es das jemals? Das Geld für Unkrautvertilger und Dünger kann man wesentlich klüger investieren (z.B. in Pflanzen und Gartenbücher). In der Zeit, in der ich mühevoll das Moos bekämpft und unschuldige Löwenzähner ausgestochen habe (mea culpa), hätte ich die dollsten Beete à la Oudolf anlegen oder Wildkräuter-Rezepte ausprobieren können. Nur fehlte mir danach einfach die Kraft. Schlapp hing ich mit schmerzendem Rücken in den Polstern, zu schwach selbst zum Träumen. In unserem irischen Garten triumphierte das Moos sowieso und schlug sich selbstherrlich auf die Schultern, als ich mich spät abends -nach der Rasenkur- gebeugt davon machte. Zu jener Zeit träumte ich von einem Garten in Japan, wo Moos nicht als Staatsfeind betrachtet und gekillt sondern angebetet wird! In unserem Schweizer Berggarten wollte ich mir das nicht mehr antun (schliesslich wird man weise…oder sollte es zumindest werden). Dennoch mussten wir Rasen neu säen, und es sieht einfach nicht okay aus, wenn sich frech Wegerich und Löwenzahn breit machen. Das liegt aber nicht an ihnen per se, sondern an den Saatgutmischungen, die sich puristisch zeigen. Voilà, so fand ich mich nach kurzer Zeit wieder auf den Knien und entfernte die rosettenbildenden Wildkräuter…dabei hätte ich in der Zeit viel besseres tun können. Nun, in meinem neuen Garten, sieht die Sache ganz anders aus: Der Rasen ist voller Wildkräuter und ein Traum! Vor einigen Tagen mähte ich zum ersten Mal den wilden Rasen und fuhr in trunkenen Schlangenlinien, um die herzigen Gänseblümchen, Schlüsselblumen, Günsel, Margeriten & Co. zu verschonen. Zum Glück haben wir keine Nachbarn, sonst hätte es gleich geheissen, ich habe wohl den Apéro zu früh genossen :).

IMG_7996  Ist’s das Alter oder die ersehnte Weisheit, keine Ahnung. Ich habe ein entspannteres Verhältnis zum Garten und geniesse meine Wildblümchen. Erst jetzt las ich in Gardens Illustrated, dass die Liebe zum naturalistischen Garten mit dem Alter einher geht. Ob das stimmt? Im Obstgarten haben wir viele Orchideen und Wildblumen aller Art. Letzten Herbst pflanzte ich dort eine unanständige Menge Blumenzwiebeln (der Anblick der Rechnung verursacht mir heute noch Schwindel), vor allem Narzissen und Camassia. Bis zur Mahd im Juli mähe ich geschwungene Wege durch das hohe Gras, so können sich alle Blumen versamen oder Kraft schöpfen für das nächste Jahr (Zwiebelblumen). Ich habe keinerlei Stress und nur Freude, wenn ich täglich meine Runden drehe, dem Summen der Insekten zuhöre und die Schmetterlinge beobachte, die freudig von Blüte zu Blüte torkeln…ein Rasen ohne irgendwelche Blüten (oder „Unkräuter“) ist wenig verlockend für sie, und wenn ich es recht überlege, auch nicht für mich. IMG_8204Mein nächstes Projekt ist das Auswildern von Tulpen im Obstgarten (die roten Tulpen im Bild habe ich auf der Mainau aufgenommen) – ich finde das wunderschön, ihr nicht?

The lawn is a delicate subject. Usually men have a weak spot for lawns or rather an obsession with it (I’m glad to say my husband is an happy exception), and so they strive after the perfect, neat and emerald green carpet and woe betide the poor wildflower that dares to take up residence…At the beginning of my life as a gardener, I admit rather shamefacedly, I spent long hours, even days thatching, spiking the lawn…until I was ready to drop. Sounds like sadomasochism? That’s what it is and it’s not appropriate any longer. Was it ever? The money for weedkiller and fertiliser can be invested much more cleverly (e.g. more plants, more garden books). During the time spent on fighting the moss and pulling out innocent dandelions (mea culpa), I could have made the most wonderful borders à la Oudolf or tasty dishes with dandelions et al. I was just lacking energy afterwards. I was sitting in my armchair, back’s hurting, even too weak to dream. Anyway, moss triumphed every time in our Irish garden. In those days I dreamt of having a garden in Japan where moss is not considered an enemy of the state and killed but cherished! Then,  when we made our Swiss garden, I swore this wouldn’t happen again (eventually we all get wiser or should do). But we had to make a lawn and it just didn’t look right when plantain and dandelion started to make themselves at home. It’s not their fault but the fault of the seed mixtures being on a purist trip. Before too long I  found myself back on my knees removing the rosette-forming so called weeds…when I could have done much more interesting things. Now, in my new garden things are different: The lawn is full of wildflowers and I love it! A couple of days ago I mowed my wild lawn for the first time and swerved about to avoid all these cute daisies, cowslip primulas, ox-eye daisies and common bugle. Just as well we don’t have neighbours otherwise they’d have thought I had an early sundowner :). Is it old age or wisdom, I don’t know. Only yesterday I read in Gardens Illustrated that a love of naturalized gardens may be a symptom of age. Is that so? I have a rather relaxed relationship with my garden and I’m thoroughly enjoying my wildflowers. In the orchard we have masses of orchids and wildflowers of all sorts. Last autumn I planted an indecent amount of bulbs (the invoice is still making me dizzy), mostly narcissi and camassia. Up to July when we cut the grass I only mow meandering paths, thus allowing the flowers to seed or bulbs to build up nutrients for next year. No more stress, only joy when I go for my daily stroll, listening to the humming of the insects and watching the butterflies flittering happily from flower to flower. A lawn without any flowers isn’t a bit tempting for them, and come to think of it, neither for me. My next project is naturalizing tulips in the orchard (the pic with the red tulips was taken on Mainau in Lake Konstanz) – I think this looks pretty stunning, doesn’t it?

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Gestern sah ich den Film „More than honey“ von Markus Imhoof und nehme ihn als Anlass für diesen ausseregulären Blog. Was hat der Film mit Gärtnern zu tun? 80% aller Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, somit steht unser aller Überleben in direktem Zusammenhang mit demjenigen der Bienen. Ohne Bienen keine Befruchtung, d.h. kein Gemüse, kein Obst. Einstein erkannte die enorme Wichtigkeit der Bienen bereits vor 60 Jahren, als er verlauten liess, dass der Mensch nach dem Verschwinden der Bienen nur noch vier Jahre zu leben habe. In den letzten 15 Jahren hat der Bienenbestand um 50-90% abgenommen. Ich bin erstaunt, wie wenig Aufmerksamkeit diese Tatsache auf sich zieht. Wahrscheinlich gibt es viel wichtigere Dinge…Chemiekonzerne und Landwirtschaft haben eine derart mächtige Lobby, Bienen -die bereits 60 Mio. Jahre vor uns da waren- eine sehr kleine. Warum sterben die Bienen? Der Film von Markus Imhoof hat die Antworten und zeigt auf schonungslose Art, wie respektlos unser Umgang mit unseren Mitgeschöpfen geworden ist. Das Schicksal der Bienen ist das Schicksal aller Tiere, die den Planeten mit uns teilen. Die Frage ist eigentlich eher: Will irgendjemand die Antworten hören? Es könnte ja ungemütlich für uns werden. Einfacher ist es, weiter vor sich hin zu dämmern. Im Film hiess es einmal, wir hätten unsere Seele verloren. Dies geht Hand in Hand mit dem Verlust jeglichen Mitgefühls, da wir uns als höher gestellte Wesen betrachten. Wir sind mittlerweile derart abgestumpft, dass uns Informationen und Bilder über Missstände -wenn überhaupt- nur kurzzeitig berühren. Wir haben jedoch eine Verantwortung für nachfolgende Generationen. Es ist einfach, Kinder in die Welt zu setzen, aber ist es nicht auch unsere Pflicht, die Erde mit Respekt zu behandeln und jenen, die nach uns kommen, einen lebenswerten Ort zu hinterlassen? Was werden die Kinder von heute einmal essen? Schon heute werden wir beim Verzehr von vermeintlich gesundem Obst und Gemüse (oder Fleisch!) grosszügig mit Giften versorgt. Mit denselben Giften werden unsere fleissigen Helfer, die Bienen, bei ihrer Arbeit eingenebelt. Entweder fallen sie gleich tot um, oder sie verenden später in der Beute. „More than honey“ ist ein kluger, berührender Film und sollte Pflicht-Film für alle Schulen sein. Schaut ihn euch an, geht mit auf eine deprimierende und faszinierende Reise…Ich wünsche mir ein Umdenken, „Um-fühlen“ und die Wiederentdeckung des Respektes für die Natur und ihre Lebewesen. Nicht Wachstumswahn ist die Lösung, sondern eine bessere Lebensqualität für uns alle, Mensch und Tier.

Yesterday I saw the film „More than honey“ by Markus Imhoof and take it as an opportunity for another blog. What’s that got to do with gardening? 80% of all plants depend on bees for pollination, thus our survival is directlly connected to theirs. Without bees no pollination, no veg, no fruit. Einstein understood their immense importance when he said 60 years ago that after the bees are gone, men will only have another four years to live. Over the past 15 years the bee population was reduced by 50-90%. Still I’m flabbergasted of how little this fact is acklowledged. Guess there are just so many other, much more important things…Pharmaceutical/chemical industry and farmers have such a strong lobby, bees -who have been here 60 Mio. years before us- a very small one. Why do bees die? Marcus Imhoof’s film gives the answers and shows ruthlessly how disrespectful our relationship with fellow creatures has become. The fate of the bees is the fate of all animals that share this planet with us. The question is: Does anyone want to hear the answers? Things may turn more uncomfortable as a consquence. It’s a lot easier to go on as before. In the film, a chap says we’ve lost our soul. That goes hand in hand with the loss of compassion, because we consider ourselves as higher creatures. We’re so indifferent that information and pictures showing disgrace/abuse affect us -if at all- only temporarily. But we have a responsibility towards the generations that come after us. It’s easy to make children but isn’t it our duty to treat this planet with respect and leave a beautiful world behind? What are today’s children going to eat some day? Nowadays we’re generously provided with poisons of all sorts when we consume veg/fruit (and meat for that matter). The same poisons are thrown at our busy little helpers, the bees. They then drop dead on the spot or later in the hive. „More than honey“ is an intelligent, deeply touching film and should be compulsory at schools. Go and see it, go on a depressing and fascinating journey…I’d love to see a change in attitude, thinking and feeling and a rediscovery of the respect for nature and its creatures. The craze for growth is not the solution, we should aim for a better quality of life for us all, men and animals.

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