Archive für Kategorie: Natur / Nature

Mir scheint in diesem Herbst sind die Farben besonders schön. Da ich meistens am Schreibtisch sass, kam ich heuer in punkto Herbstzauber ein wenig kurz. Aber nun habe ich das Manuskript für mein neues Buch abgegeben und mir fest vorgenommen, dass nun alles anders wird. Ruhiger, beschaulicher…Monsieur sagt, ich verbringe mein Leben im Dauerlauf. Leider hat er recht. Nun gilt es, ein gesünderes Tempo anzuschlagen. Bei den Farben fiel mir vor allem das Gold auf – die ganze Landschaft glühte wie von innen erleuchtet. Pure Magie! So holte ich mir auf einem meiner Spaziergänge ein bisschen privates Gold für Cathys Montagsvase. Ich hoffe, euer Herbst zeigt sich ebenfalls von seiner glühenden Seite, so dass wir nun, da die Blätter fast alle am Boden liegen, noch recht lang von dieser Wärme zehren können. Vergesst nicht, euch bei Cathy die tollen Vasen meiner Bloggerfreunde anzusehen! Happy Monday 🙂

I feel the colours this autumn are especially beautiful. As I was practically tied to my desk most of the time, I didn’t really get my share of this year’s autumn magic but never mind, I’ve finished my new book and have decided that, from now on, my life will change. It’ll be more relaxed, quieter…Monsieur tells me my life is a constant endurance run and sadly he’s right, yet again! It’s time for a healthier pace. Amongst the colours I’ve noticed gold most of all – the whole landscape seemed to glow from inside. Pure magic! On one of my rambles I collected a bit of gold for Cathy’s vase, or mine rather 😉 . I hope autumn has been good to you and that we can hold on to some of its warmth for a long time now that the leaves are almost all on the ground. Don’t forget to pop over to Cathy to look at the vases of my blogger friends! Happy Monday 🙂

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Wir leben noch! Aufgrund diverser sorgenvoller Mails gibt es heute ein kleines-grosses Update, nicht dass ihr meint, der Garten und ich hätten das Antlitz dieser schönen Welt verlassen. Mit dem Ende der Hitze kehrte Entspannung im Garten ein. Geregnet hat es nur wenig, aber es ist endlich wieder grüner, und die Herbstfarben in den Beeten sind einfach umwerfend. Der grosse Teich auf der Wiese ist nahezu ausgetrocknet: Seerosen & Co. sitzen fast auf dem Trockenen und machen mir etwas Sorgen. Der kleine in Pompeji ist jedoch dank des Überlaufs vom Regenbehälter voll, und am Rand sonnt sich der Froschnachwuchs. Die Hainbuchenhecken sehen traurig aus, etliche Pflanzen haben das Laub abgeworfen, aber zum Glück sieht man dicke Knospen. Verluste gab es nur wenige. Da der Garten mit 0.5 Hektar sehr gross ist, gibt es viel Gras, und wenn Gras braun wird, verstärkt es das Horrorszenario der Dürre. So gern hätte ich einen Garten ohne Gras, vielleicht dann in meinem letzten. 😉 Das war das erste Jahr, in dem der Garten in einen Sommerwinterschlaf fiel. Dieses Phänomen gibt es in den mediterranen Regionen, wo die Pflanzen eine Pause einlegen, um sich zu schonen und im Herbst wieder durchzustarten. Streng gesehen gehören wir nicht direkt in dieses Gebiet, aber wir grenzen daran an, und dieses Jahr schwappte das Klima zu uns herüber. Mal sehen, wie es in der Zukunft wird. Einige Stauden hatten Mühe mit der Hitze, vor allem die spät blühenden Sanguisorba. Da ich mit meinem neuen Buch und etlichen anderen Projekten bis zum Hals in Arbeit stecke, gibt es nur eine Fotostrecke. Ich hoffe, ihr habt Freude am Rundgang. Es gibt viel Neues zu sehen, denn Monsieur hat sich von der Hitze unbeeindruckt gezeigt und in Pompeji Beeindruckendes geschaffen. Wie ist es euch diesen Sommer ergangen? Ich wünsche euch bunte, frohe Herbsttage in Natur und Garten 🙂

We’re still alive! Because of several worried mails I’ve prepared a little update for you just in case you’re thinking the garden and myself have vanished from the face of this beautiful planet. The heat is over and the situation in the garden is more relaxed. It still hasn’t rained much but it looks greener and the autumn colours in the borders are just fabulous. The large pond in the meadow is nearly dry and the water lilies sit rather uncomfortably in the mud which worries me slightly. The small one in Pompeii is full though thanks to the overflow of the rainwater tank. Lots of sweet frog babes sunning themselves on the edge. My hornbeam hedges look sad, and a few plants have shed their leaves prematurely but in many you can see big, fat buds. I’m glad to say there weren’t many losses. The garden covers 0.5 hectares and there’s a lot of grass and when this turns brown during drought it’s a horribly sight emphasizing the tragedy of it all. I’d love a garden without grass, maybe in my last one. 😉 This is the first year that the garden has fallen into summer hibernation which is common in mediterranean regions where plants enjoy a break during the hot summer months to emerge again -sort of refreshed- with the first rains in the autumn. We do not really belong to the mediterranean region but border onto it and this year we definitely got a taste of it! We’ll see what the future brings. Some perennials struggled, mostly the late flowering sanguisorbas. As I’m up to my neck in work with the new book and other projects, I’ll just share some pics. Hope you enjoy the ramble. Unlike some plants Monsieur wasn’t impressed by the heat and has been busy in Pompeii. How has your summer been? Wishing you happy, colourful autumn days 🙂

Welcome October 🙂

_mg_3426-2-16-10Stachyurus rechts/on the right – achtet auf die zauberhafte Laubfärbung! note the stunning autumn foliage!_mg_3418-2-16-10

_mg_3420-2-16-10Pennisetum setaceum ‚Rubrum‘_mg_3419-2-16-10

_mg_3447-2-16-10Lespedeza thunbergii_mg_3430-2-16-10Club Tropicana still going strong (Persicaria ‚Blackfield‘, Pennisetum alop. ‚Cassian‘, Dahlia, Symphyotrichum ericoides, Salvia leucantha ‚Purple Velvet‘, Persicaria orient.)_mg_3433-2-16-10

_mg_3437-2-16-10Pompeji – Monsieur hat weiter an den Ausgrabungen gearbeitet…einen Schatz hat er leider noch nicht gefunden 😉 Wie wir diesen Bereich gestalten, wird im Lauf des Winters entschieden. Auf jeden Fall gefällt es uns sehr gut.

Meanwhile in Pompeii…Monsieur is continuing his excavation works…no treasures yet 😉 We’ll decide during winter on the planting, in any case we’re very pleased with the progress.

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_mg_3141-2-16-09Monsieur = master of the stone 😀_mg_3361-2-16-10Im Pompeji Teich blüht seit einer Weile Aponogeton distachyus, eine Südafrikanerin für kühle Gewässer, die im Frühjahr und Herbst blüht und somit die Teichsaison verlängert. Frosthärtezone 5-10. Ich liebe den Vanilleduft!

Aponogeton distachyus from South Africa is flowering in the Pompeii pond. It’s great for cool water, flowers in spring and autumn thus prolonging the season. Hardiness zone 5-10. I  just adore the vanilla scent!

_mg_3365-2-16-10Ihr wisst ja, dass ich den Ausdruck ‚Pflanze des Jahres‘ (Mann, Frau, was weiss ich was ‚des Jahres‘) nicht ausstehen kann, aber Tetrapanax papyrifera ‚Rex‘ war für mich ein Highlight.

I think you know that I hate the expression ‚plant of the year‘ (or man, woman whatever ‚of the year‘), but Tetrapanax papyrifera ‚Rex‘ has been a highlight for me.

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_mg_3366-2-16-10Ein Erfolg ist die Bepflanzung im Pool Garten/ The planting in the pool garden has been a great success: Muhlenbergia capillaris, Miscanthus sinensis ‚Blütenwunder‘ & Persicaria amplex. ‚Rosea‘_mg_3371-2-16-10

_mg_3368-2-16-10Cercis canadensis ‚Forest Pansy‘, Anemone x hybr. & Euonymus alatus_mg_3404-2-16-10Im Obstgarten/ Orchard_mg_3367-2-16-10Heptacodium miconioides, Persicaria microcephala ‚Red Dragon‘ & Pennisetum alopec. ‚Moudry‘_mg_3400-2-16-10Rudbeckia triloba _mg_3241-2-16-09Patrinia scabiosifolia

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_mg_3388-2-16-10Heptacodium foliage and red calyces/Laub und rote Blütenkelche_mg_3395-2-16-10

_mg_3396-2-16-10Tolle Aster für den Wüstengarten, bekam nie einen Tropfen! Great aster for the desert garden, never received a drop of water!_mg_3399-2-16-10Bulbine & Heliotropium _mg_3407-2-16-10Gestern fand ich dieses hübsche Kerlchen im Garten – die Raupe eines Wolfsmilchschwärmers! Ist sie nicht faszinierend? Die Raupen ernähren sich von Wolfsmilch (Euphorbia), vor allem Euphorbia cyparissias, was fälschlicherweise von vielen als Unkraut betrachtet wird. Genialer Bodendecker für trockene Gärten.

Yesterday I found this handsome chap in the garden – the caterpillar of a spurge hawk moth! Isn’t it fascinating? The caterpillars feed on spurge (Euphorbia sp.), mostly on Euphorbia cyparissias, which is sadly and wrongly considered a weed by many. Great ground cover for dry gardens.

_mg_3489-2-16-10Unser Supervisor hat alles im Griff…dann will ich mal weiterarbeiten 😉

Our supervisor has it all under control…I better get back to work 😉

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Märchenstunde! Story time!

Es war einmal ein bezauberndes, versteckt gelegenes Wäldchen irgendwo zwischen den Pyrenäen und den Alpen. Der Wald bestand hauptsächlich aus Eichen, aber es gab auch Haselnusssträucher und Erlen, die sich am Ufer des lieblichen Bächleins niederliessen, dessen Wasser so klar war, dass die Forellen in allen Farben des Regenbogens schillerten. Hier lebte ein junges Mädchen, die Schneeglöckchenelfe Nivalia. Sie lebte als einziges Menschlein unter ihren Schwestern, den Schneeglöckchen. Vor langer Zeit hatte sie sich in einen Prinzen verliebt, der den Wald stets im Spätwinter aufsuchte. Die mächtige Fee Galantha hatte Mitleid mit der kleinen Elfe und bot ihr an, sie in ein Mädchen zu verwandeln, damit ihrem Glück mit dem Prinzen nichts mehr im Weg stand. Natürlich nahm Nivalia beglückt an, aber dann schlug das Schicksal zu, denn der Prinz kehrte nie zum vereinbarten Treffpunkt zurück, um sie als Prinzessin mit in sein Reich zu nehmen. Mit den Prinzen ist das manchmal so eine Sache…Zurück blieb Nivalia, zu einem Leben als Mensch verurteilt. Warum hat sie den Wald nicht verlassen, fragt ihr? Tja, das war leider unmöglich, denn er wurde von einem blutrünstigen Schneeglöckchenlöwen bewacht, unter dessen wachsamem Auge sich niemand davonzuschleichen wagte!

Once upon a time there was an enchanting, hidden wood somewhere between the Pyrenees and the Alps. It consisted mainly of oak but there was also hazelnut and alder, the latter settling happily on the edge of a charming stream whose water was so clear that the trout within glistened in all the colours of the rainbow. Here lived a young girl, the snowdrop fairy Nivalia. She was the only human among her sisters, the snowdrops. A long, long time ago she had fallen in love with a prince who used to visit the wood in late winter. The great fairess Galantha felt sorry for the little fairy and offered to turn her into a girl so that she could find love and fulfillment with her prince. Needless to say Nivalia accepted but then doom befell her as the prince never came back to make her his princess! You know the way things go sometimes when a prince is involved…Alas, Nivalia was doomed to a life as a girl. Why did she not leave the wood, you may wonder? Well, that was utterly impossible because it was guarded by a fierce snowdrop lion under whose watchful eyes nobody dared to steal away!

Willkommen im Zauberwald 🙂    Welcome to the enchanted forest 🙂

_MG_6427-16-01Beware of the snowdrop lion!  Achtung Schneeglöckchenlöwe!

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_MG_6641-16-01Da Nivalia ihre geliebten Schwestern nur wenige Wochen im Jahr sah, war sie den Rest des Jahres recht melancholisch und dachte oft an ihren Prinzen. Was wohl aus ihm geworden war?

Nivalia only saw her beloved sisters for a few weeks every year and for the rest of the time she wandered about rather sadly, thinking of her prince and wondering what had happened to him?

_MG_6433-16-01Ihre Schwestern waren jedoch fröhlicher Natur und munterten sie auf!  Her sisters were a happy lot though and cheered her up big time!

Snowdrops in a woodland seen in a frog perspective

_MG_6588-16-01Die Vögel des Waldes liebten Nivalia und leisteten ihr oft Gesellschaft…  / The birds of the wood loved Nivalia and spent much time with her…

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…und oft war sie auch fröhlich, freute sich am Leben und tanzte mit dem Sonnenlicht durch den Wald!

…and often she was quite full of herself, in love with life and just danced through the wood with the rays of the sun!

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Sie spürte, dass das Leben voller Wunder und Schönheit ist und es deshalb galt, dies nie zu vergessen. Denn wenn du träumen kannst und dich an dem erfreuen, was dir diese Welt zu geben vermag, gibt es keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Schönheit liegt im kleinsten Detail. Mit Reichtum hat es nichts zu tun, höchstens mit dem Reichtum der Seele!

She felt that life is full of wonder and beauty and that’s why it was so important to remember this. If you can dream and find happiness in what this world has to offer you, there’s no reason to feel down. Beauty can be found in the smallest things. It has nothing to do with wealth, at the utmost with a richness of the soul!

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Wishing you all happy snowdropin‘ 🙂

Ein grosses Dankeschön an meine beiden Models! A big thank you to my two models!

Wir haben einen Traumsommer. Die Hitze lässt uns die Düfte im Garten besonders intensiv erleben. Clematis aromatica, Lavendel und Trachelospermum betäuben die Sinne. Leider ist Regen rar und der Rasen braun. Ein Härtetest für viele Pflanzen und die Gärtnerin! Zikaden musizieren (werden sie eigentlich nie müde?), auch die Eulen erwachen langsam wieder zum Leben. Bei den Kröten und Fröschen ist’s hingegen ruhiger geworden. Im Ernst, nach dem Spektakel heuer mussten sie wahrscheinlich alle in Kur. 😉 Jungvögel aller Art torkeln mir zwischen den Füssen herum und müssen regelmässig aus dem Haus bugsiert werden. Wie die Eidechsen scheinen sie der Ansicht, das Sofa im Wintergarten stehe ihnen zu. Unser neues Projekt macht enorme Fortschritte. Kürzlich sagte ich stolz zu Monsieur: „Gell, unglaublich, wie gut alles schon aussieht!“ Woraufhin er trocken bemerkte, dasselbe könne man leider nicht von uns sagen. Ich geb’s zu, es ist extrem stressig und physisch anstrengend, aber ein Ende ist abzusehen, und dann -ich schwöre es!- werde ich mir die ersten Ferien seit 6 Jahren gönnen. Wenn ich es hier öffentlich schwöre, gibt’s kein Entkommen.  Aber ich habe den Faden verloren…wir wollten doch tanzen! Ehrlich gesagt ist mir viel zu heiss, ausserdem habe ich mir stressbedingt eine Erkältung eingefangen (das ist im Winter schon fies, aber im Sommer nicht auszuhalten), aber es gibt ein paar, die in der Hitze zur Höchstform auflaufen. Ich gehöre nicht zu denen, deshalb Bühne frei für die Schmetterlinge, die in diesem Jahr besonders zahlreich sind:

We’re having a marvellous summer. The heat seems to intensify the scents in the garden: lavender, Clematis aromatica and Trachelospermum wrap their fragrant arms around us. Sadly rain is scarce and the lawn has turned brown. Survival of the fittest for many including the gardener! Cicadas are making music all night long (do they never tire?), the owls are getting busier. Frogs and toads have quietened down. Well, to be honest, after their annual extravaganza they probably had to go to a health resort. 😉 Baby birds of all sorts are wobbling around, come inside and have to be gently manoeuvred out through the door. Like the lizards they seem to think the sofa in the conservatory is theirs. Our new project is progressing nicely. The other day I said rather proudly to Monsieur „Well, quite unbelievable how well everything is looking already.“ To which he replied rather drily that the same could unfortunately not be said of ourselves. I admit it has been tough and physically demanding but the end is near and then -I swear!- I shall have my first holidays in six years. When I swear it here in public there’s no escaping. But I lost the thread…we want to dance! To be honest, it’s too hot for me and I’ve also caught a stress-related cold (a cold is already mean in winter but in summer almost unbearable). Still there are those that are at their best when the thermometer is rising, rising. I may not be one of them but let me introduce you to our delicate, beautiful friends, the butterflies which abound this year:

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Habt ihr auch viele Schmetterlinge im Garten? Do you also have lots of butterflies in your garden?

‚Piep-piep-piep‘ – das hören wir derzeit oft in der Nacht ums Haus herum und im Garten. Aber die Verursacher sind heimlich, und es sind die Anschleichkünste eines Winnetou gefragt, möchte man die ‚Piepser‘ in flagranti erwischen. Sobald sie nämlich unsere Fusstritte vernehmen, schweigen sie. Aber als alte Indianersquaw bin ich nicht so leicht abzuwimmeln, halte geduldig inne und mache bei jedem Fiepen den nächsten Schritt. Dazu gehört Mut, keine Frage, denn es kann schliesslich alles mögliche da draussen in der Nacht lauern. Aber Gärtner sind ja bekanntlich mutig und nahkampferprobt (denkt nur an all die Läuse und Schnecken!). Als ich das Fiepen neben mir glaubte, schaltete ich meine Taschenlampe an und staunte nicht schlecht: Eine winzige Geburtshelferkröte sass unter unserem Grill auf der Terrasse. In der Nähe unter dem Gartenkamin raschelte es plötzlich. Mir schlug das Herz bis zum Hals! Zwei weitere Kröten hatten uns zielstrebig angepeilt und fielen alsbald über den kleinen Gesellen her. Was danach geschah…naja, nicht viel, denn ich wollte wirklich nicht weiter stören…ist ja eine sehr persönliche Angelegenheit 😉

Geburtshelferkröten (Alytes obstetricans) werden nur ca. 5cm gross und haben Warzen auf Rücken und Flanken. Sie sind in Westeuropa und Nordafrika heimisch. Ihre Oberseite ist gelb, bräunlich mit grünen, roten und schwarzen Flecken und Punkten. Sie sind sehr gesellig, leben in Mauern, Böschungen und manchmal auch Kies- und Sandgruben. Als nachtaktive Zeitgenossen verbringen sie den Tag gemütlich in ihrem Unterschlupf. Das Interessante ist jedoch, dass sich das Männchen um den Nachwuchs kümmert und mit Eischnüren von bis zu 100 Eiern gesehen werden kann, die es sich um Leib und Hinterbeine schlingt. Nach 3-7 Wochen schlüpfen die Kleinen bei Wasserkontakt. Kröten ernähren sich von Würmern, Schnecken (bravo!) und Gliederfüsslern. Habt ihr auch Kröten im Garten?

‚Peep-peep-peep‘ – a sound which we hear quite often around the house and in the garden these days. The perpetrators are rather furtive, and you have to be a master stalker if you want to catch them in the act. The moment they hear your footsteps, they keep silent. As an experienced wildlife stalker I only move when they bleep. You’ll have to be brave to do that kind of thing as you never know what’s lurking out there in  the dark night! But as we all know gardeners are courageous creatures and experienced in close combat (think of all those greenflies and slugs!). When I finally felt that the bleeper was right next to me, I switched on my torch and saw a little midwife toad sitting right under our barbecue grill. Suddenly very close I could hear some commotion underneath the garden chimney. My heart was beating fast! Two more toads had set their sights on us, came straight towards us to pounce on the little chap. Well, what happened thereafter…not much and I didn’t want to disturb them any longer…quite a personal matter too 😉

Midwife toads (Alytes obstetricans) grow to about 5cm long and have warts on their back and flanks. They can be found across western Europe and northern Africa. Their upper side is yellow, brownish with green, red and black spots. They’re very social and live in walls, slopes and sometimes quarries. They’re nocturnal and spend the day in a sheltered spot. The interesting thing about them is, that the males care for the offspring and can often be seen with up to 100 eggs slung around hind legs and belly. After 3-7 weeks the babes are born when they get in contact with water. Toads eat worms, slugs (bravo!) and arthropods. Do you also have toads in your garden?

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Die Frösche singen (zu Monsieurs Leidwesen), die Pirole trällern (sie haben sämtliche Pampasgras-Puschel für ihr Nest geklaut!), die Schlangen sind wieder zahlreich aus dem Winterschlaf erwacht, die Rosen blühen um die Wette…es ist ein Frühling nach meinem Geschmack! Gut, die Raupen haben sichtbare Spuren hinterlassen, aber im Herbst werde ich die Bäume mit Leimringen versehen. Die weiblichen Frostspanner sind nämlich flugunfähig und klettern für die Eiablage den Stamm hinauf. Zumindest seither, aber na warte, sagte Schwarte. 😉 Hainbuchen & Co. schüttle ich regelmässig ab, und die Raupen versüssen das Menü der Hühner. Im Garten waren wir sehr fleissig – am besten zeige ich euch kurz, was zur Zeit alles im Tal des Drachens abläuft!

The frogs are singing (much to Monsieur’s dismay), the golden orioles are happily warbling (they’ve pinched the fluffy seedheads of the pampas grass for their nest!), the snakes have woken up in great numbers after their long hibernation, the roses are flowering abundantly…it’s a spring exactly to my liking! Well, the caterpillars of the winter moth have left ugly footprints, but next autumn I’ll put glue bands on the trunks of the trees. The female winter moths are not able to fly and so creep up on our innocent shrubs and trees to lay their eggs…but not any longer. 😉  Every day I shake the hornbeam hedge and other shrubs and feed the caterpillars to the hens – at least they’re pleased. We’ve been frantically busy in the garden – I’ll better show you what’s going on in the valley of the dragon these days! Tomaten, Salat, Auberginen machen sich gut – weniger gut ist die Tatsache, dass das Gewächshausdach winzige Löcher aufweist (Hagelschaden?) und bald ausgetauscht werden muss. Tomatoes, lettuce, aubergines are doing nicely – less nice is the fact that the greenhouse roof features small holes (possibly hailstones) and will need to be replaced soon. _MG_1678-15-05Mein erstes Jahr mit dicken Bohnen, yummie. Werde sie aber künftig im Herbst säen, da sie doch lange Platz beanspruchen.

My first year growing broad beans, yummie. I shall sow them in autumn though in future as they take up quite a lot of space. _MG_1677-15-05Auch die Himbeeren bekamen ein Hochbeet, nachdem sie nun zweimal eingingen. Im Winter sammelt sich an dieser Stelle das Wasser, was sie gar nicht mögen. Eines verwirrt mich jedoch, denn in meinem irischen Garten hiess es ‚Land unter‘ während mindestens 6 Monaten, und Himbeeren gab’s reichlich. Wenn jemand eine Sorte kennt, die nasse Füsse nicht verschmäht, bitte sagen.

We had to make a raised bed for our raspberries after seeing them perish twice. Water gathers in this spot in the winter and they don’t like it one bit. One thing is albeit a little confusing, because my Irish garden was under water for at least 6 months of the year and we had plenty of raspberries. If you do know a variety that doesn’t mind wet feet, please let me know. _MG_1676-15-05Der neue Frühbeetkasten ist eine Bereicherung! The new cold frame is great!_MG_1675-15-05Ein Bauer entsorgte seine Traktorreifen in der Nähe. Wir holten uns einen und voilà, perfekt für den Kartoffelanbau, schön versteckt unter der Eiche bei den Kompostern.

A farmer dumped some tractor tyres nearby. We got one and voilà, perfect for growing potatoes, well hidden underneath the oak tree in the compost corner. _MG_1671-15-05Dann kamen 5 mysteriöse Pakete…naja, nicht ganz so mysteriös, denn ich hatte meine Finger im Spiel ;): Bei Sarastro Stauden in Österreich habe ich Pflanzen für die neuen Beete im Obstgarten bestellt.

Then one day 5 parcels arrived mysteriously on our doorstep…well, not quite that mysteriously as I had a finger in the pie ;): I had ordered plants for the new borders in our orchard from specialist nursery Sarastro in Austria. _MG_1303-2-15-05Woman at work 🙂_MG_1329-15-05Das Ergebnis: Ein Beet ist überwiegend in Gelb und Blau, das zweite in Rosa, Gelb und Weiss. Naja, das Entfernen der Grasnarbe war das Schlimmste. Nun bin ich gespannt, wie es sich entwickelt. Gräser, diverse Astern, Phlomis tuberosa ‚Amazone‘, Baptisia, Patrinia, Sanguisorbia, Rudbeckia, Veronicastrum, Vernonia u.v.m. sollen bis in den Herbst und Winter hinein verzaubern. Ob’s klappt?

The result: One border will be mainly blue and yellow, the other pink, yellow and white. Removing the grass was the hardest part. Now I’m looking forward to seeing it develop. Grasses, Aster, Plomis tuberosa ‚Amazone‘, Baptisia, Patrinia, Sanguisorba, Rudbeckia, Veronicastrum, Vernonia etc. will hopefully put on a great show well into autumn and winter. _MG_1690-15-05Die Tulpen waren toll – Angélique und Queen of night hielten im Halbschatten viele Wochen.

The tulips were amazing – Angélique and Queen of night flowered for many weeks in half-shade. _MG_1295-15-05Angélique hat nicht nur mir den Kopf verdreht…habe sie weiterschlafen lassen, allerliebster Fund 🙂

I’m not the only one who has fallen for Angélique…by the way, I let it sleep, sweet little thing 🙂 _MG_1280-15-05Dschungel im Vorgarten / Jungle feeling in front of the house_MG_1698-15-05Guirlande rose webt ein zartes, rosa Band / Guirlande rose is weaving a delicate, pink ribbon_MG_1702-15-05Indigofera amblyantha_MG_1704-15-05Ballsaison auf der Sitooterie-Terrasse / Ball season on the sitooterie terrace_MG_1312-15-05Deutzia gracilis, Euphorbia characias & Heuchera ‚Key lime pie‘_MG_1325-15-05Frogs in love  🙂 _MG_1215-15-04Wusstet ihr, dass Schlangen das Federgras (Nasella tenuissima) lieben? Unsere Aeskulapnatter hat das Gras fest umarmt…ob diese Zuneigung erwidert wird?

Did you know that snakes love the feather grass (Nasella tenuissima)? Our aesculapian snake wrapped itself around it…if the grass will appreciate this type of affection remains to be seen… _MG_1292-15-05Beim Giessen traf ich auf diesen lustigen Gesell, der sein Lager in einem Korb voller Stiefmütterchen aufgeschlagen hat. Seither besuche ich ihn regelmässig und rede ihm gut zu. Kühles Plätzchen und den ‚Giessregen‘ begrüsst er glücklich schmatzend!

While I was watering I came across this cute little chap that has chosen a basket full of pansies as his new home (not a bad choice). Ever since I visit him regularly and talk to him. Cool spot, he welcomes my watering with happy slurping noises! _MG_1722-15-05In der letzten Zeit trafen die ersten Bestellungen für meine Gewinnerbilder ein. Ich kann nicht umhin und fühle mich geschmeichelt, wenn sich jemand ein Bild von mir an die Wand hängen möchte. Eines liess ich von Prentu auf Acrylglas aufziehen und war so begeistert von dem Resultat, dass ich prompt ein Bild für mich selbst bestellt habe. Das Licht kreiert auf der Oberfläche die faszinierendsten Effekte – eine prima Alternative zu Aluminium, was ich seither benutzte, und es passt auch gut in eine moderne Umgebung.

Recently orders have started to come in for some of my winning images. Can’t help it but I’m flattered if people want to have one of my images on their wall. One of them I ordered at Prentu – it’s on acrylic glass and I was so thrilled with the product that I had to get another one for myself. The light creates beautiful effects on the surface and it’s a great alternative to aluminium which I usually use and it suits modern homes too. _MG_1684-15-05Nach all der Arbeit sind wir ein wenig müde…  / After all the hard work we’re a little tired…_MG_1697-15-05…leider ist die Hängematte belegt! Frohes Gärtnern 🙂

…pity, the hammock has already been taken! Happy gardening 🙂

PS: In der neuen Ausgabe der Gartenpraxis ist ein Bericht von mir über Seerosen, falls ihr Lust aufs Lesen habt. Tolles Magazin, bei dem man viel lernen kann. Rosenfreunden sei ein Besuch im Hexenrosengarten empfohlen- keine Angst, Christine ist eine sehr nette Hexe 🙂 _MG_1730-15-05

Hat euch der Frühling auch so überfahren? Also ich bin ganz geplättet…im Garten treiben mich Rosenblattwespe und Frostspanner auf die Palme, und als Sahnehäubchen gibt’s die ersten Zünsler. Spanner sind gar nicht mein Fall, schon gar nicht kaltblütige, und dieses Jahr haben sie im grossen Stil Einzug gehalten und schlagen sich munter die Bäuche voll. Die Buchsbaumzünsler halten sich im Moment noch in Grenzen und werden abgelesen. Eine Freundin in der Nähe erzählte mir vom Wüten des Buchsbaumpilzes in ihrem Dorf, und seither lebe ich in Angst und Schrecken. Ich habe zwar nicht viel Buchs im Garten, aber einige Kugeln/Kegel sind es schon, und meine Wolkenhecke wächst gerade jetzt, nach drei Jahren, zu erkennbaren Wolken zusammen. Aber ein Freund von Monokulturen war ich nie und denke, die Buchsprobleme sind eine natürliche Konsequenz derselben. Interessant ist die Tatsache, dass die asiatischen Arten des Buchses für Zünsler und Pilz wenig bis keine Anfälligkeit zeigen. Vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl für die Baumschulen? Auf jeden Fall ist das Leben schön, der Frühling eine Pracht, und manchmal tut es gut, dem Schlachtfeld Garten den Rücken zu kehren. So nehme ich euch heute mit an einen meiner Lieblingsplätze: ein verwunschenes Tal, in dem ein munteres Bächlein plätschert und allerliebste Wildblumen wachsen. Kommt mit!

Spring is somewhat overwhelming this year. I’m pretty flat out actually…rose leaf sawfly and winter moth caterpillars are driving me mad and the jewel in the crown are box caterpillars. Not many, I can still handpick but nevertheless. More of a nuisance are the winter moth caterpillars which are gorging on the leaves of fruit and ornamental trees and my hornbeam hedge. A friend not far from here told me about the box blight causing havoc in her village and ever since I live in quite fear and horror. I don’t have many box plants, a couple of balls/cones, and my cloud-pruned hedge is only now, after three years, growing into recognizable clouds. I’ve never been a friend of monocultures and think our problems must be a natural consequence of them. Interesting is the fact that Asian box species are obviously less or not prone to box caterpillars and blight. Could this be a broad hint for the nurseries? Anyway, life is beautiful, spring is glorious, and sometimes it’s good to turn your back onto the battlefield. That’s why I shall take you to one of my favourite places today: a secret valley with a charming little stream and plenty of wildflowers. Come along then!

_MG_0758-15-04Schaut nur, wie die Blüten des Gegenblättrigen Milzkrauts (Chrysosplenium oppositifolium) am Wasserrand leuchten! Sind sie nicht hübsch?

Look, how the flowers of the Opposite-leaved golden saxifrage (Chrysosplenium oppositifolium) shine by the water’s edge! Aren’t they pretty?

_MG_0705-15-04Hier hat es einige Veilchen in seine Mitte genommen… / Here it wrapped itself around some violets…_MG_0704-15-04Ein kleiner Pool, perfekt für eine Erfrischung…kurz schauen, ob ich noch alleine bin und hopp!

A little pool perfect for a refreshing plunge…quick check if I’m still on my own…

_MG_0707-15-04Seht ihr diese lila Wolke da drüben? Ich fasse es nicht, eine riesige Fläche mit Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)! Wie bezaubernd! Da muss ich unbedingt hin…

Can you see the blue cloud over there? Can’t get over it, a meadow full of cuckooflowers (Cardamine pratensis)! How delightful! I must go over…

_MG_1003-15-04Ah, ein Aurorafalter (Anthocharis cardamines), nein, schaut nur, es sind viele! Wie der Name bereits andeutet, ist das Wiesenschaumkraut eine wichtige Pflanze für diesen hübschen Schmetterling, denn seine Raupen ernähren sich von dieser Wildblume. Stellt euch vor, wie es sein muss, wenn man an so spezifische Anforderungen gebunden ist, wenn man seinen Nachwuchs sichern möchte. So üppig wächst diese Pflanze heute nicht mehr an vielen Orten. Wie das Licht durch die zarten Flügel scheint…ein faszinierendes Muster hat sich Mutter Natur hier einfallen lassen.

Alas, an orange tip (Anthocharis cardamines), no, look there are plenty more! The Latin name indicates an important connection: its caterpillars feed only on this wildflower. Imagine how it must be if your offspring depends on one flower alone! It doesn’t abound like this in many places. How the light shines through their delicate wings…Mother nature came up with an intriguing pattern.

_MG_0728-15-04Da beobachtet mich jemand…ich kann sogar Gedanken lesen „Ob sie wohl jemals wieder mit ihrer Kamera aus den Blumen rauskriecht? Ob ich mein Abendessen bekomme, bevor ich verhungere?“ (Los des Fotografenhundes)

Oh, I’m being watched…I can even read her mind „Will she ever come out of this meadow with her camera? Will I get dinner before I’m starving?“ (tough-luck-being-a-photographer’s-dog)

_MG_0717-15-04Da seht ihr das Männliche Knabenkraut (Orchis mascula). / Here are some Early purple orchids (Orchis mascula)._MG_2931.orchis_mascula-0059.dng

_MG_2920.orchis_mascula-0059.dngKomisch, wenn man bedenkt, dass vor nicht allzu langer Zeit Wölfe und Bären durch mein geliebtes Tal zogen. Heute betrachten wir die deprimierten Hinterbliebenen hinter Gittern und viele meinen, sie hätten keinen Platz in unserer Welt, dabei haben sie dasselbe Recht, durch die Natur zu spazieren wie wir. Ich kann diese mittelalterlich anmutende Angst vor diesen Tieren nicht verstehen. Schliesslich sind wir heute gebildeter…oder vielleicht auch nicht. Keine Angst, sie fressen keineswegs harmlose Wanderer, im Gegenteil, sie sind sehr scheu und kaum zu sehen. Vielleicht kehren sie eines Tages wieder zurück. Das wäre schön!

Funny, to think that not long ago wolves and bears roamed these valleys. Today we look at the depressed survivors behind bars and some actually think there’s no room for them in our world, but they have the same right to enjoy their freedom and the woods as we do. I can’t understand this medieval fear of these animals, after all we’re more sophisticated nowadays…or maybe not. Don’t be afraid, they don’t eat harmless hikers, quite the contrary, they’re very shy and hard to spot. Maybe one day they’ll return. That would be great!

_MG_0832-15-04 _MG_0834-15-04Ich hoffe, euch hat unser Spaziergang gefallen. Zum Schluss noch eine gute Neuigkeit, die alle Raupen und Wickler verblassen lässt: Ich habe bei der Monochrome Competition von International Garden Photographer of the Year (IGPOTY) mit meinem Bild ‚Ephemera‘ den 2. Platz belegt. Hurra! Wünsche euch frohe Frühlingstage 🙂

I hope you’ve enjoyed our little ramble. Last but not least some great news that make all box caterpillars and winter moths fade: I’ve just won 2nd place in the Monochrome competition of International Garden Photographer of the Year with my image ‚Ephemera‘. Horray! Happy spring days 🙂

1055_LEPPLE

Als wir vor etwas mehr als zwei Jahren hier ankamen, gab es mitten auf der Wiese ein undurchdringliches Gestrüpp mit einer Wildschweinsuhle, bei der sich allerlei Tiere zum Trinken und Baden einfanden. Wasser ist spannend, und wir wollten auch gern etwas davon haben. So entfernen wir alle Brombeeren, eine umgestürzte Weide und anderen Wildwuchs. Als der Bagger während der Renovierungsarbeiten vor Ort war, machten wir aus der Pfütze -denn mehr war es nicht- einen richtigen Teich von 10m x 5m. Ob es denn ein Teich würde, stand damals in den Sternen, aber mit dem schweren Lehmboden hatten wir gute Chancen, dass er sich mit der Zeit selbst abdichten würde. Wenn nicht, wäre der Anblick vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber auch ein temporäres Gewässer (zu diesen zählen auch Wald-, Schmelzwassertümpel, Pfützen) weist eine enorme Artenvielfalt auf und wird von Molchen, Kröten, Fröschen und zahlreichen Kleinstlebewesen aufgesucht. Sie sind ein wichtiges Habitat und ersetzen von Menschen zerstörte Auengebiete und Sumpflandschaften. Die einstige Suhle dichtete sich aber tatsächlich ab und wurde zum Teich, dessen Niveau zwar saisonal variiert, der aber bislang nie ausgetrocknet ist, was auf eine unterirdische Quelle schliessen lässt. Bis vor kurzem sickerte Wasser aus dem Erdreich unterhalb des Teichs, aber nun ist es trocken. Erstaunlich ist die Geschwindigkeit, mit der sich Leben am und im Wasser einfindet: Es dauerte nur wenige Wochen, bis wir die ersten Ringelnattern, Molche, Libellen, Wasserläufer, -käfer und Frösche sichteten. Rohrkolben (Typha minima) wächst nun am Ufer. Ins Wasser setzten wir eine Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), eine Seerose und Iris, damit sich Frösche & Co. verstecken können, wenn der Reiher landet. Er stattet uns seit diesem Jahr Besuche ab. Den Teich zäunten wir mit grobem Kastanienholz ein, damit die Mulis nicht baden gehen, und irgendwann bauen wir vielleicht ein Holzdeck, auf dem wir sitzen und die Tierwelt beobachten können. Hier zeige ich euch einige Bilder von der Entwicklung des Teichs…am schönsten ist es in den frühen Morgenstunden, wenn das Licht verzaubert.

When we arrived a little over two years ago, there was a dense, thorny thicket in the middle of our meadow which harboured a small wallow regularly visited by wild boar, deer etc. Water is fascinating and we wanted to have our share. So we started clearing the jungle, removing brambles, a fallen willow and lots of other nasty thorny stuff. When the digger was on site during renovation work on the house, we enlarged the puddle -that’s all it was- and made a proper pond of 10m x 5m.  Would it eventually turn into a pond? We had no idea but chances were good that the heavy clay would eventually seal naturally. If not, the view onto an empty hole would have been something to get used to, but seasonal or vernal pools are important habitats and harbour a wide variety of species like frogs, newts, toads and microorganisms . In times when more and more marshland and water meadows are being destroyed by human action and so called progress, vernal pools replace the original habitat and thus are of great importance. But the former wallow did eventually seal and turn into a pond – the level varies but so far it hasn’t dried out which makes us think there’s a spring. Up until recently the water was seeping through the soil below the pond but now it has stopped. It’s amazing how quickly life settles in and around the water: It only took a few weeks until we saw the first grass snakes, newts, frogs, dragonflies, water skaters and beetles. Dwarf bulrush (Typha minima) has settled on the edge. We planted yellow pond lily (Nuphar lutea), iris and water lily so that frogs & Co. can hide when the heron is visiting. A rough chestnut fence is making sure that the mules don’t take a bath! In future we may build a deck for sitting and watching the wildlife. Let me show you some pics of the development…it’s a beautiful place especially early in the morning when the light works its magic.

Das Dickicht / The thicket

IMG_6333Nach unserer Aktion / After the clearingIMG_7891Im ersten Jahr war es ein trüber Anblick /Pretty sad sight during the first year_MG_0229-0010Viel besser! Der Zaun macht sich gut. / Much better! The fence is blending in nicely._MG_4964-0300Lythrum salicaria_MG_6780-0134Viele Wildblumen gedeihen auf der Wiese und am Teichufer. / Lots of wildflowers grow in the meadow and around the pond._MG_4531-0082

_MG_4547-0082Lookout! _MG_4561-0082Sonnenaufgang / Sunrise_MG_5779-0105Briza maxima (Zittergras/Quaking grass)_MG_5757-0105Am Ufer pflanzten wir neben Fargesia, Miscanthus, Molinia auch einen Judasbaum (Cercis siliquastrum), Cornus sanguinea Midwinter Fire, Salix exigua und eine Kopfweide. Die Pflanzen werden nicht gegossen (da der Teich zu weit vom Haus weg ist), somit wächst alles sehr langsam – survival of the fittest!

Along the pond edge we planted Fargesia, Miscanthus, Molinia, Cercis siliquastrum, Cornus sanguinea Midwinter Fire, Salix exigua and a pollard willow. There’s no extra watering (to far from the house), so things grow slowly – surivival of the fittest!_MG_4962-0300

_MG_6471-0113Wiesenzünsler / Meadow moth_MG_4621.agriphilas_nemorellus-0083Schwebfliege / Hover fly_MG_5047.centaurea_jacea-0094Libelloides coccajus_MG_4701.libelloides_coccajus-0086little work of art / kleines Kunstwerk

_MG_5137-0096Knapweed fritillary/Flockenblumen-Scheckenfalter

_MG_4673.melitaea_phoebe-0086Was geht denn hier ab? / Something odd going on here…_MG_5081-0094

Mating burnet mothsSchwalbenschwanz/ Old World Swallowtail

_MG_4609.papilio_machaon-0083Tagpfauenauge / Peacock

_MG_9080Im Spätsommer blüh Eupatorium cannabinum und ziehen Bläulinge an. / In late summer Eupatorium cannabinum attracts chalk- blues._MG_9196Schachbrettfalter / Marbled white_MG_4986-0300Libelle / Drangonfly

IMG_5905Im Wasser…/In the water_MG_4972-0300

_MG_4973-0300Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken! Ohne Wasser möchte ich nicht sein. Was ist mit euch? Habt ihr auch Wasser im Garten?

Something new to discover every day! I wouldn’t want to be without a water feature. What about you?

IMG_7747_frog

Schon sind wir im Juni gelandet! Die Zeit flieht nicht, sie rast. Bevor ich mich auf meine nächste Reise begebe, nehme ich euch noch kurz mit in den Garten, d.h. ihr könnt euch dabei ruhig etwas mehr Zeit lassen als ich 😉

We’re already into June! Time is not only flying but racing. Before I’m off on my next trip, I shall take you quickly along for a late spring ramble in our garden…well, I hope unlike me you can take your time 😉

Es scheint wie ein Traum, wenn man durch den Garten geht und sich klar macht, dass er erst zwei Jahre alt ist, manche Teile wie z.B. die Kiesterrasse hinter dem Haus nicht mal ein Jahr alt. Die lange Wachstumssaison macht sich bemerkbar, und man fragt sich, wie es wohl in 5 Jahren aussehen wird. Vor dem Haus halten sich die Rosen trotz teils kräftigen Winden und einigen heftigen Schauern sehr gut. Ich habe eine Vorliebe für zarte Farben, die ja am schnellsten leiden, aber Kir Royal, Ghislaine de Féligonde (Obelisk) und Cornelia sind sehr empfehlenswert.

It seems like a dream, when you walk through the garden and realize it’s only two years old, some parts like the gravel terrace at the back not even one year old. The long growing season clearly influences the maturing process. Considering the rate at which things grow we wonder how it’ll look like in 5 years. The roses in front of the house still look remarkably well in spite of the strong winds and showers we had a while ago. I love soft colours and they’re always the first to suffer but I can certainly recommend Kir Royal, Ghislaine de Féligonde  and Cornelia.

_MG_3757-0293 Blick auf Ghislaine, Verbena bonariensis, Nepeta, Centranthus, Miscanthus s. Morning Light, Sanguisorba menziesii…und das Zaubertal.

View onto Ghislaine, Verbena bonariensis, Nepeta, Centranthus, Miscanthus s. Morning Light, Sanguisorba menziesii…and the valley, of course._MG_4205-2-0294Ghislaine, Clematis tex. Princess of Wales, Phlomis purpurea (einer meiner Lieblingssträucher/ one of my favourite shrubs) & Miscanthus._MG_4207-2-0294Die ersten Blütenstände von Euphorbia characias ssp. wulfenii musste ich abschneiden, weil sie braun wurden. Das Explodieren der Samen an warmen Tagen hört sich toll an. Habt ihr es schon bemerkt? Ich freue mich auf die Sämlinge, die ja variieren können. Hemerocallis in den Startlöchern, Rosa Martin des senteurs und Phlomis russeliana im Hintergrund. Meine Buchswolkenhecke bekommt in diesem Jahr ihren ersten Schnitt.

The first seedheads of Euphorbia characias ssp. wulfenii had to be removed as they turned brown. I love listening to their exploding seeds though and look forward to seeing some seedlings develop. As they do vary, this should be interesting. Hemerocallis about to flower, Rosa Martin des senteurs and Phlomis russeliana in the background. My box cloud hedge will be cut for the first time ever this year._MG_4210-2-0294Jasminum humile & Clematis x jouiniana Praecox – schönes Paar / great match_MG_4211-2-0294Phygelius capensis & Margeriten / ox-eye daisies

_MG_4215-2-0294Im Winterbeet dominieren nun Grün- und Rottöne. Geranium. Achillea, Sisyrinchium etc. sorgen hier für Blüten im Sommer. Rechts sucht sich Rambler Seagull einen Weg in höhere Gefilde.

Greens and reds dominate in the winter border. Achillea, Sisyrinchium, Geranium etc. are flowering here during summer. On the right, rambler Seagull is winding its way into higher spheres._MG_4213-2-0294Heuchera & Stipa tenuissima_MG_4214-2-0294Man sieht, dass ich Stipa tenuissima liebe…und Hornveilchen!  / You can see I love Stipa tenuissima…and Viola cornuta!_MG_4204-2-0294Im Hydrangea Walk leitet H. serrata Preziosa die nächste Ballsaison ein…

In the Hydrangea Walk H. serrata Preziosa is the first to flower…_MG_4203-2-0294Paul’s Himalayan Musk erobert Eiche und Gartendusche…nachdem er sich beim Duschen in Monsieurs Haaren verfing, meinte jener: „Nun haben wir erstmal genug Rosen“ Das war vor einiger Zeit…gestern jedoch begleitete er mich zu einem Garten-Shooting und verliebte sich dort in die Kletterrose Neige d’Avril. Ich geb’s zu, sie ist ein Traum!  Tja, Wunder geschehen, und nun suchen wir einen Platz für sie. 😉

Paul’s Himalayan Musk is starting to conquer the oak tree and the garden shower…after getting entangled in Monsieur’s hair the other day, the latter said: „We do have enough roses, I should think“  That was a while ago…yesterday he joined my for a garden shooting though and fell in love with the climbing rose Neige d’avril. Well, it’s quite a dream! Wonders do happen and now we’re looking for a suitable place for this beauty 😉_MG_4179-2-0294Brenda Colvin, zweifellos eine der charmantesten Rambler-Damen  /  Brenda Colvin, undeniably one of the most charming of all rambling ladies_MG_4180-2-0294Clematis texensis Etoile rose_MG_4182-2-0294Coreopsis, Pennisetum rubrum & Rosmarinus officinalis_MG_4183-2-0294Rosa Vesuvia, Pittosporum, Allium seedheads & Lavandula Edelweiss (kurz vor der Blüte/ about to flower)_MG_4184-2-0294Penstemon Garnet, Allium & Clematis tubulosa Cassandra_MG_4186-2-0294Die Staudenclematis blühen…Clematis aromatica (hmmm, Duft)…

Herbaceous clematis are flowering…Clematis aromatica (hmmm, scent)…_MG_4219-2-0294

…Clematis mandshurica…_MG_4220-2-0294Rosa Tapis magique, Festuca, Euphorbia myrsinites & Cotinus Golden Spirit_MG_4217-2-0294Allium nigrum, Rosa Gertrude Jekyll Climbing, Rosa Ferdinand Pichard, Angelica seedheads, Linaria purpurea…wo wohl die Artischocken hin möchten?  / what are the artichokes up to?_MG_4192-2-0294Rosa Bouquet Parfait & Penelope – zwei, denen Regen und Wind nichts ausmachen  /  not a bit impressed by showers and rain_MG_4187-2-0294Ein kleines Schätzchen / A proper gem: Little Rambler (height: up to 2m)_MG_4190-2-0294In der Zwischenzeit nimmt unser Pompeji Gestalt an…wir haben uns für ein Folly entschieden und freuen uns darauf, dort Tee zu trinken, zu lesen, zu schreiben, zu träumen, den Apéritif zu geniessen…es ist schön, wenn Träume und Verrücktheiten wahr werden. Das Lob gebührt ganz Monsieur, der sich bei diesem Projekt wirklich selbst übertroffen hat. 🙂

In the meantime Pompeii is coming on nicely…we decided to build a folly and we’re now looking forward to reading, tea time, dreaming, writing, enjoying an apéritif…it’s beautiful to see dreams come true. All credit is due to Monsieur who really has outdone himself during this project. 🙂_MG_4188-2-0294Allium nigrum, Stipa gigantea, Gertrude Jekyll & Linaria purpurea_MG_3701-0290William Lobb – hurra, dieses Jahr gehören alle Blüten mir! Danke, Rudolf 🙂

William Lobb – horray, all flowers are mine this year! Thank you, Rudolf 🙂_MG_3767-0293New Dawn & Albéric Barbier an der Pergola im Obstgarten  /  New Dawn & Albéric Barbier on the pergola in the orchard_MG_4194-2-0294Rosa Super Fairy & Tapis volant (a stunning Louis Lens creation)_MG_4195-2-0294Die Wiese im Obstgarten wird erst später diesen Monat gemäht, noch freuen wir uns an Orchideen und anderen Wildblumen.

The meadow in the orchard will be mown in late June, we’re still enjoying the orchids and other wildflowers._MG_4201-2-0294Die Weide ist ein wogendes Meer: Wenn die Mulis zwischen den sich wiegenden Gräsern und Blumen stehen, mutet es wie ein Gemälde an.

The meadow is like a foaming sea of grasses and flowers. When the mules stand among them it seems like a painting.

_MG_4221-2-0294 _MG_4227-2-0294Im Teich tut sich was…/Something is going on in the pond…

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Meditierende Ente? Meditating duck?_MG_4223-2-0294Eine Nachbarin vertraute uns vor einigen Tagen einen Frosch an. Ein quakender wohlgemerkt, ich bin also ganz glücklich mit diesem kleinen Kerlchen. Heute morgen habe ich ihn besucht, weil er so ruhig geworden ist. Und wisst ihr was? Tja, er ist nicht mehr allein, sondern hat sein Glück gefunden! Welch‘ grosse Freude! Singend und tanzend lief ich über die Wiese zu Monsieur, um ihm die gute Neuigkeit zu überbringen. 🙂 Wenn ihr das Bild anklickt, seht ihr sie besser…ich hatte leider nur mein Makro dabei, und der Teich ist gross.

A neighbour gave us a frog a couple of days ago. A singing one, mind you, so I’m thrilled to bits about this little chap. This morning I went down to check on him because he had gone so quiet all of a sudden. You know what? Well, he has given up his bachelor life and fell in love! Such a joy! Singing and dancing I walked home to tell Monsieur about it. 🙂 Klick on the image to see them better…sorry, I only had the macro lens with me and the pond is rather big._MG_4225-2-0294Leucanthemum vulgare, Centaurea & Stachys officinalis ssp. officinalis

_MG_4229-2-0294Ornitholgalum pyrenaicum – für jene, die bei der letztjährigen Wildblumen-Exkursion nicht dabei waren, bitte hier klicken.

For those of you who have missed last year’s wildflower excursion, click here._MG_4230-2-0294

Wo immer ihr seid – ich wünsche euch einen Sommer für die Sinne. Taucht ein in das Wunder eurer Gärten und der Natur!

Wherever you are – I wish you a summer for the senses. Embrace the wonder of your garden and nature!

Den Sommer über turnte er ungeniert durch Rosen- und Clematisranken, schwang sich an Lianen von Mauer zu Mauer. Wir beobachteten ihn: Mein Mann mit amüsiertem Wohlwollen, ich zurückhaltend. „Ist er nicht putzig?“ fragte mein Mann, worauf ich ihn nur wortlos ansah. Und tatsächlich war er süss, wie er kopfüber neben einem Büschel Rosenblüten hing, den Kopf leicht schräg gelegt und uns beim Abendessen auf der Terrasse zusah. Seine kleinen Knopfaugen funkelten im Kerzenlicht, und wenn er uns genug betrachtet und seine Schlüsse gezogen hatte, packte er sich eine Liane und zog weiter, als wäre ihm ein Termin in den Sinn gekommen, den er nicht versäumen durfte. Ich trank einen Schluck von meinem Wein und warf G. (=mein Mann) einen Blick zu. „Tarzan muss sterben“, stellte ich fest. Nach einigen Wochen hatte er jegliche Scheu verloren, und da wir praktisch auf du waren, lag es nahe, ihn zu taufen. Nein, er trägt kein Fellröckchen, aber er ist ein Meister der Lüfte, und bestimmt wartet irgendwo im Labyrinth unserer Hauswand abends eine Jane mit dem Essen auf ihn. „Aber nein, Schatz, er ist Junggeselle“, liess G. im Brustton der Überzeugung verlauten. Schau ihn doch an, das ist doch offensichtlich. Aha. Aus geschlitzten Augen musterte ich Tarzan und fragte mich, woran man seinen Junggesellenstatus erkennen mochte? Wirkte er zufriedener? Gelassener? Zugegeben, er war eine total graue Maus, blassgrau, fast anämisch – die graueste Maus, die mir je unterkam. Ob er deshalb keine abbekommen hatte? Meine Mutter sagte immer: Kein Topf ist zu krumm, es findet sich immer ein Deckel. Ob das auch auf die Partnersuche in der Welt der Mäuse zutrifft? Wie dem auch sei. Den ganzen Sommer setzte ich meine Hoffnungen auf Esmeralda, unsere Hausschlange, die stets dieselbe Runde an der Hauswand drehte, wohl aber nie zeitgleich, denn Tarzan entkam. Ich war mächtig enttäuscht von ihr. Nun schläft Esmeralda den Schlaf der Gerechten -oder Bestochenen?- wer weiss. Vielleicht haben sie einen Deal? Und Tarzan arbeitet unter den Dachziegeln, schliesslich ist es zu kalt für das Leben im Freien. Er kratzt, er nagt, er knabbert. Schlicht: Er freut sich des Lebens und bester Gesundheit. Zu Mahlzeiten wird er manchmal so rabiat, dass es uns nicht wundert, wenn er demnächst den Kopf durch die Decke streckt und uns beim Essen zuschaut. Unter dem Motto: Sorry, hat ’ne Weile gedauert bis ich euch fand, aber wir wollen doch alte Gewohnheiten nicht vernachlässigen. So verbringe ich meine Mittagspause mit dem Sandwich in der Hand auf dem Dachfirst liegend, im beissenden Rauch des Kamins, und lausche auf sein Treiben, um dann auf die Ziegel zu klopfen und ihn zu beschimpfen. Kürzlich beobachtete mich meine Nachbarin mit offenem Mund und verwirrtem Ausdruck bei dieser Aktion. Ich winkte betont fröhlich, worauf sie sich hastig davon machte. Nachts springe ich wie von der Tarantel gestochen auf und klatsche, wenig damenhafte Ausdrücke rufend, an die Decke. Ich hab genug! Ich will schlafen! Das alles nur, weil G. auf dem Pazifisten-Trip ist. Ein Nebeneffekt des Älterwerdens. Cave! Menschen und Mäuse passen eben nicht zueinander, basta. Trotz allem hat G. noch immer eine Schwäche für Tarzan, aber ich möchte nicht zuwarten, ob sich die Junggesellen-Theorie bewahrheitet. Eine Maus kann pro Jahr bis zu acht Würfe mit je 3-8 Jungen haben. Man muss kein Rechenkönig sein, um sich auszumalen, was das bedeutet. Es kommt der Moment im Leben oder in einer Ehe, in dem die weibliche Weisheit überwiegt. Oder der Überlebenssinn? Nun male ich Schilder, die im Garten verteilt werden, damit alle wissen, worauf sie sich einlassen: Keine Gnade! Letzte Stelle zur Umkehr! In der Hoffnung, dass Tarzan, Rudolf und wie sie alle heissen die Konsequenzen ziehen. Falls ihr in der Zwischenzeit eine bessere Idee habt, lasst es mich wissen. Wie immer belohne ich gute Tipps mit Tee und Kuchen in meinem Gartencafé. 🙂

All summer long he blatantly climbed through my roses and clematis and moved from wall to wall with lianas. We watched him: my husband with amused goodwill, me rather circumspect. „Isn’t he sweet?“ asked my husband, and surely he looked cute when he hang upside down next to a bunch of roses, his head slightly tilted to one side, and watched us eating on the terrace. His shiny, beady eyes were twinkling in the candlelight, and when he had seen enough and drawn his conclusions, he took his liana and went off as if he had remembered a rendezvous which he couldn’t delay. I sipped some wine and shot a glance at G. (=my husband). „Tarzan has to die“, I determined matter-of-factly. After a few weeks he had lost all shyness, and as he seemed to have become part of our lives, we called him Tarzan for obvious reasons.  No, he doesn’t wear a loincloth, but he is a master of the air and most certainly has a Jane waiting for him with his dinner somewhere in the labyrinth of our house wall. „Oh no, darling, he is a bachelor“, said G. with utter conviction. Look at him, it’s really quite obvious. I looked at Tarzan through slitted eyes and wondered how one could possibly establish his bachelor status? Did he seem more satisfied? Happier? More relaxed? Well, he was a totally grey mouse, almost anaemic – the greyest mouse I’ve ever come across. But would his looks keep him from finding himself a wife? My mom always said, there’s no pot too crooked, there’ll always be a lid for it. Does this also apply for dating in the world of mice? Whatever. All summer long I had confidence in Esmeralda, our house snake, which we often spotted doing the same tour along the house wall, obviously though never at the same time, because they didn’t meet and Tarzan got away. I can’t tell you how much she disappointed me. Now she enjoys the sleep of the just -or of the bribee?- who can tell? Maybe they made a deal. And Tarzan is busily working underneath the roof tiles, because it’s too cold to live outside. He scratches, he nibbles, he gnaws. In short, he enjoys life and a splendid health. When we have supper, he works himself into a frenzy and we wouldn’t be at all surprised if he’d stick his little face through the ceiling one day soon. He’d probably say something like „Hi folks, took me a while to catch up with you but we won’t let the old times die, sure we won’t“. These days I spend my lunch break on the roof, sandwich in my hand, trying to avoid the pungent smoke of the chimney and listen to his every move before hitting the tiles and shouting abuse. The other day our neighbour watched me with a confused expression, her mouth wide open. I waved cheerfully but she turned and left in a panic. During the night I jump as if stung by an adder and hit the ceiling, shouting very unlady like words. I have enough! I want to sleep! It’s all down to G. being on a pacifist trip. Side effect of getting older. Beware! Men and mice are incompatible, full stop. In spite of all this, G. still has a weak spot for Tarzan but I don’t want to wait and see whether his bachelor theory is proving wrong or right. A mouse can have up to 8 litters with 3-8 babies every year. You don’t have to be an arithmetic champion to get an idea of what this means. There comes a moment in life or marriage when female wisdom starts to predominate. Or is it the will to survive? Presently I’m painting signs which will be put up all over the garden, so that they all know what they’re getting themselves into: No Mercy! Point of last and then of no return! Still got some hope that Tarzan, Rudolf and whatever their names are will get the message eventually. In the meantime, if one of you comes up with a better idea, let me know. As always I shall reward good advice with tea and cake in my garden café. 🙂

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