Archive für Kategorie: Mein Schweizer Berggarten / My Swiss mountain garden

_MG_7153-0142Bei meinem letzten Aufenthalt im Alpengärtchen war ich beglückt über die Anzahl von Schmetterlingen und Insekten, vor allem Honigbienen, die sich alle munter und bester Laune an den Blüten labten. Es gibt einige Imker im Dorf, und es war dort -trotz des kalten Frühjahrs- ein gutes Jahr für die Bienen. Ziergärten haben in dieser Region und erst recht nicht auf der Höhe (wir liegen immerhin auf 1400m) keine Tradition; Gemüsegärten sind jedoch weit verbreitet, stehen meist prächtig da und werden mit Einjährigen ergänzt. So finden sich die meisten Bienen, andere Insekten und Schmetterlinge in unserem Garten ein und geniessen die Vielfalt. Unser Imkerfreund besucht uns manchmal, lässt seinen Blick wohlwollend über seine Bienchen schweifen und gibt uns ein Glas Honig. Das ist kein Monokultur-Honig, sondern vereint in sich den Geschmack tausender Blüten und Düfte.

During my last stay in our mountain garden, I was thrilled to see so many butterflies and insects, mostly honey bees which happily feasted on our flowers. There are a couple of beekeepers in the village and they say that in spite of the cold spring it has been a good year for the bees. There is no tradition of flower gardens as such in that region and certainly not in our village which lies at 1400m; potagers are very common though and they are often magnificent and very productive featuring colourful annuals among the veg. Thus a lot of bees and other insects as well as butterflies come into our garden and enjoy the diversity. Our beekeeper friend sometimes visits and regards his bees with favour, giving us a jar of honey. This is not a monoculture honey but carries in itself the flavour of thousands of flowers and scents.

_MG_7200-0142Der Schmetterlingsstrauch (Buddleja) ist ein ganz grosser Favorit, obwohl viele ihn als fremd und invasiv verdammen. Hier seht ihr einen Mattscheckigen Braundickkopf, ein seltener Falter.

Buddleja is a great favourite although a lot think of it as invasive and alien. Here you can see a Lulworth Skipper, one of the rarer butterflies.

_MG_7184-0142Ein weiblicher Kaisermantel, auch Silberstrich genannt, dessen Leib perlmuttfarben und türkis schillert. Übrigens: ganz oben auf dem Bild ist das männliche Pendant.

A female Silver-washed fritillary, its body shimmers like mother of pearl. By the way, at the very top is its male partner.

_MG_7287-0142 _MG_7242-0142Ganz aus dem Häuschen war ich wegen den vielen Apollo-Faltern. Er ist leicht zu erkennen, variiert aber sehr stark in der Zeichnung. Fast jedes Alpental bringt einen anders gezeichneten Apollo hervor. Sie sind geschützt und stehen auf der roten Liste. In manchen Gegenden ist er von Sammlern ausgerottet worden, und das zunehmende Schrumpfen seines Lebensraumes trägt auch nicht zur Entspannung bei. Sie sind willige Modelle zum Fotografieren und nicht so hektisch wie manche ihrer Artgenossen!

I was delighted about the numerous apollos. They can be easily identified but vary greatly. Almost every valley in the Alps produces Apollos with a different marking. They are protected and on the Red List of Threatened Animals. In some regions they have been wiped out by collectors and habitat loss doesn’t help to ease the problem. They make willing models for photographers as they’re not as hectic as many of their conspecifics!

_MG_7251-0142Der Russische Bär liebt wie alle die Blüten des Majorans: Wenn er auffliegt, leuchten seine roten Hinterflügel auf, und seine Feinde bleiben verdattert zurück. Leider ist auch er vom Aussterben bedroht…

The Jersey Tiger adores oregano flowers: When it flies away its hind wings flash bright red and its enemies remain behind in a state of confusion. Unfortunately it is critically endangered too…

_MG_9075Jeder kennt dieses hübsche Kerlchen (oder Frauchen, um politisch korrekt zu bleiben): das Tagpfauenauge. Häufig, aber stets eine Augenweide!

You all know this good-looking chap (or girl, to avoid any gender issues): the peacock. Quite common but nevertheless a joy to see!

_MG_9387_aster_novi_belgiiEin Himmelblauer Bläuling – wow, wie hübsch er zu diesen violetten Astern passt! Die Population ist stark zurück gegangen, weil sein bevorzugtes Habitat, trockene und sonnige Wiesen, bedroht ist.

The Adonis Blue – wow, how pretty it looks on the flowers of the Aster! Its population is in decline because its preferred habitat, warm and dry grassland, is disappearing.

IMG_2250 SegelfalterDer Segelfalter liebt Ysop (Hyssopus officinalis), der auch eine beliebte Bienenweide ist und sich für Tee und zum Würzen von Suppen, Lammfleisch und Pilzgerichten eignet.

The Scarce Swallowtail loves hyssop, which is also favoured by bees and can be used for tea or to flavour soups, lamb and mushroom dishes.

IMG_2654Farblich passend hat sich ein Kleewidderchen auf der Zinnie niedergelassen. Es ist in ganz Europa zu finden, seine Raupen leben auf Hornklee.

A Five-spot burnet has landed on a Zinnia flower. It can be found throughout Europe and its caterpillars feed on birdsfoot trefoil.

Unser Garten im Sommer _MG_7135-0142

Helianthus „Lemon Queen“ und Rudbeckien sind ebenfalls beliebt bei Bienen und Schmetterlingen.

Helianthus „Lemon Queen“ and Rudbeckia are much in demand in the bee and butterfly world._MG_7292-0142

Sind die beiden nicht süss, wie sie friedlich nebeneinander futtern?

Aren’t they sweet, the way the feed peacefully side by side?

_MG_5971-0110Exotisch anmutend, stets in Eile, mit einem langen Rüssel und lauten Brummlauten, wenn er sich bedroht fühlt: Das kann nur ein Taubenschwänzchen sein 🙂

Exotic flair, always busy and in a rush, a long proboscis and a loud humming noise when it feels threatened: Yeah, you guessed it, it’s the hummingbird hawkmoth 🙂

Bitte macht eure Gärten attraktiv für diese Tierchen – denn wir brauchen sie, sie hingegen uns überhaupt nicht. Ordnung ist gut in Maßen, aber lasst ein paar Winkel verwildern, sät eine Blumenwiese, pflanzt im Hinblick auf ihre Vorlieben und Bedürfnisse. Dann wird dieser wundersame Planet vielleicht wieder von buntem Treiben und Flattern, Summen und Brummen erfüllt, und die Horror-Vision, dass es uns bald so ergehen wird wie den Chinesen, die schon von Hand bestäuben, rückt hoffentlich in weite, weite Ferne.

Please make your gardens more attractive for these amazing creatures – we need them whereas they don’t need us. Tidiness in moderation is welcome but let some corners go wild, sow wildflowers, choose plants they love and need. Then, maybe, this wondrous planet might be filled again with humming, buzzing and colourful action and the horror vision that we may soon end up like the Chinese who have to fertilize manually will drift into the far, far distance.

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Ob dieser Mohn wohl Schweizer Kreuz heisst? 😉

Wonder whether this poppy is called Swiss cross? 😉

Geniesst das Wochenende 🙂

Enjoy your weekend 🙂

Ihr Lieben, ich entschuldige mich für die Funkstille, aber der Sommer bringt einiges mehr an Arbeit mit sich. Das soll kein Wehklagen sein, sondern eine Feststellung ;). Dazu gehört neben Job, Neuanlage Garten und Renovierung des Hauses, die Pflege meines Gartens in den Schweizer Alpen. Bis heute habe ich euch diesen vorenthalten, aber wenn ihr Lust habt, kommt mit! Ich zeige ihn euch gerne…vielleicht noch einige Worte vorweg: Er befindet sich auf 1400m im Wallis, ist ca. 8 Jahre alt und auf einem total verwilderten Grundstück mit der Topographie des Matterhorns entstanden, d.h. wir haben alles terrassiert, zugänglich gemacht und unseren Traum vom naturalistischen Garten ausgelebt…Nun steht er mitsamt romantischem Lebkuchenhaus zum Verkauf, und meine Gärtnerinnenseele lechzt nach einem passionierten Gärtner oder einer passionierten Gärtnerin (oder im Idealfall beides!!), dem/der/denen ich dieses Erbe anvertrauen kann. Vielleicht kennt ihr jemanden, der ein solches „Bijoux“ (=Schmuckstück) sucht? 🙂

Hi there, sorry for the delay but the summer brings quite a lot of extra work with it. No complaints, don’t worry, just a statement ;). Apart from my job I’m kept busy with the new garden, renovation of the house and the care for my garden in the Swiss alps. Up to today I kept it from you but if you like, do come along and join me! I’d be delighted to show you around…a few words before we start: The garden is at 1400m in the Valais, about 8 years old and was created on a completely neglected, wild piece of land with the topography of the Matterhorn. We made terraces and lived our dream of the naturalistic garden in harmony with its surroundings…Now it’s for sale along with a charming, romantic gingerbread house, and my gardener’s soul is longing for a passionate gardener into whose able hands I can entrust this legacy. Maybe you know someone who’s looking for a gem like this? 🙂

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Ein Bach läuft durch den Garten und speist drei Teiche. Den grössten seht ihr hier…

A stream runs through the garden and feeds three ponds, the largest one can be seen here…

Unser Garten im Sommer

Das ist die Hauptrasenterrasse mit Teich und Beeten…das Grundstück ist vollkommen uneinsehbar und privat mit gigantischer Aussicht!

That’s the main terrace with pond and borders…the garden is completely private and has stunning views!

 

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Vom Steg unterhalb des Gemüsegartens kann man das Alpen-Panorama geniessen…

From the boardwalk one enjoys the panorama of the Alps…

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Ein Blütenmeer…Eintauchen in die Sinneswelt!

A sea of blossom…immerse yourself into the world of the senses!

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Unser Garten im Sommer

Eine Terrasse haben wir dem Gemüsegarten gewidmet: Kräuterspirale, Gewächshaus, Hochbeete, Komposthaufen, Früchte aller Art…lassen keine Wünsche offen.

One of the terraces is dedicated to the potager: herb spiral, greenhouse, raised beds, compost, soft fruit…nothing left to be desired.

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Hat man Lust auf eine Erfrischung, steht diese traumhafte Gartendusche zur Verfügung…

Fancy a refreshment, enjoy a shower…

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Jetzt werdet ihr fragen, warum wir ein solches Paradies aufgeben möchten, nicht wahr? Die Antwort ist einfach und doch nicht einfach, vielschichtig und komplex. Jeder Mensch trägt eine Landschaft in sich, in seinen Genen, seiner Seele. Diese Landschaft spricht zu ihm und -muss er sie missen- ist da dieses Sehnen, dieses Gefühl der Verlorenheit. Zu manchen spricht das Meer, zu anderen die Wüste…zu mir sprechen sanfte, grüne Hügel, streicheln meine Seele und sagen: du bist zuhause. Ausserdem hat ein Designer-Kollege von mir einst gesagt, er trüge mehr als nur einen Garten in sich…das trifft auch auf mich zu, aber ich denke, ich bin nun im letzten angekommen. 🙂

Now you’ll wonder what would make us want to give up this paradise. The answer is simple and not so simple, quite complex too. Every person carries a landscape in his/her soul. This landscape talks to you -and if you have to do without it- there’s this longing, a feeling of being lost. To some of us it’s the sea, to others the desert…soft, rolling, green hills do the trick for me, touch my soul and say: you’re home. Besides, a designer colleague of mine once said, he carried more than one garden in him…same for me, although I feel I’ve arrived in my last one. 🙂

 

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