Wieder einmal ist die grösste Flowershow der Welt zuende, und ich möchte einige meiner Gedanken mit euch teilen. Die Vorbereitungen und Anstrengungen, sowohl psychischer wie auch körperlicher Art, die mit Chelsea einhergehen, sind enorm, und ich ziehe den Hut vor dem hohen Niveau der Show. Dennoch hatte ich das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Viele Pflanzen wiederholten sich in den Gärten, so dass man hätte meinen können, es gäbe nur eine Handvoll. Gefragt sind nach wie vor Doldenblütler, Iris, Königskerzen (Verbascum), Digitalis, Buchskugeln und Gräser. In einigen Showgärten hingegen schien es, als wären die Designer in einen Süsswarenladen gegangen und hätten alles aus den Regalen gezogen. Diese Gärten erinnerten in ihrer Bepflanzung mehr an Blumenarrangements als an echtes Gartendesign. Manche Pflanzen waren so bedrängt, sie taten mir richtig leid. Es stellt sich die Frage, ob der Besucher hier Inspirationen für das eigene Refugium finden kann und wenn ja, welche. Das ist aber eventuell nicht der Anspruch der Show. Viele Pflanzkombinationen würden der Realität nicht lange standhalten. Ich bezweifle, dass diese Tatsache allen Besuchern klar ist. Vielmehr ist Chelsea eine Möglichkeit für Designer, aus dem Vollen zu schöpfen. Es geht nicht darum, ob die Gärten dauerhaft attraktiv sind.  Schwummrig wird mir, wenn ich an das Geld denke, welches in diese kurzlebigen Installationen fliesst. Die wenigsten Gärten werden danach anderswo aufgebaut, und wenn, wäre es interessant, sie nach einem Jahr erneut zu besuchen. Viel Beachtung fanden wie immer die kleinen Gärten. Sie basieren auf einem ebenso kleinen Budget, was ihrer Kreativität jedoch keinen Abbruch tut. Besucher lieben den Cottage-Garden-Stil. Hier einige Impressionen…

Once again the world’s greatest flower show is over, and I just want to share some of my thoughts with you. The preparations, pressure and effort -be it psychological or physical- behind Chelsea are enormous, and I bow my head in respect for the high level and standard of the show. Nevertheless I  couldn’t help but feel I had seen it all before. A lot of plants were repeated in the gardens, and one would have been forgiven for thinking there are only a couple of them. Umbellifers, Iris, Verbascum, Digitalis, box balls and grasses are still in demand. In other gardens it seemed the designers went into a sweet shop and emptied all the shelves, tempted by the choice. These gardens reminded me more of flower arrangements than proper design. The poor plants were so squashed I started feeling sorry for them. The question is whether people are supposed to get any inspiration for their own plots and if so, what kind of inspiration? But maybe that’s not the purpose of it all. Many planting combinations wouldn’t live up to reality anyway. I doubt that all visitors are aware of this fact. Chelsea is more a possibility for designers to draw on unlimited ressources. It’s not about creating sustainable designs. I get a bit dizzy when I think of the money involved in the creation of these short-lived gardens. Very few of them will continue life elsewhere and if they do, it’d be interesting to see them again after a year or so. The small gardens got lots of attention. They’re based on an equally small budget but this doesn’t interfere with the creative factor. Visitors love the cottage-garden-style. Here are some impressions…

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_MG_3381-0288Seht ihr das Süsswarenladen-Syndrom?

Do you notice the sweet-shop-syndrome?

_MG_3337-0288Dieser Garten erinnerte mich ein wenig an die Spielecke bei IKEA, und zwar kurz vor vor Ladenschluss…itzy-bitzi-teeny-weeny…

This garden reminded me of an IKEA play pen shortly before they close in the evening…itzy-bitzy-teeny-weeny…

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Definitiver Fall von Overkill/ Clear case of overkill_MG_3366-0288

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Die kleinen Gärten/ The small gardens_MG_3478-0283

Hmmm…_MG_3471-0283Vielleicht könnt ihr euch meine Erleichterung vorstellen, als ich schliesslich auf diesen Garten traf. Schlichte Bepflanzung, mein Atem wurde ruhiger…ich vergab mein „Best in Show“, aber es war gar kein Showgarten sondern ein Verkaufsstand!

Maybe you can imagine how relieved I was when I came across this garden. Simple planting, my breathing slowed down, I relaxed and awarded „Best in Show“ but quickly learned it wasn’t a show garden at all but a trade stand!_MG_3419-0288Vielleicht sind wir in einer Sackgasse gelandet? Echte Innovation und die Gabe zum Trendsetten ist nicht jedem gegeben, aber ich hoffe, es ist nicht alles verloren. Ich erinnere mich an Sarah Eberles Vorstellung vom Gärtnern auf dem Mond, die 2007 mit Best in Show ausgezeichnet wurde. Ich fand ihn grüslig, aber wenigstens war er aussergewöhnlich und blieb mir bis heute in Erinnerung. Andere, wie jene von Andy Sturgeon und Christopher Bradley-Hole, vergesse ich nicht, weil sie atemberaubende Bepflanzung/Skulpturen hatten. Dieses Mal verschmelzten die meisten Gärten miteinander. Wir brauchen Veränderung, neue Ideen, neues Blut, echte Innovation. Bin gespannt auf eure Sicht der Dinge!

Maybe we’ve come to a dead end? Not everyone has been given the gift of real innovation and setting trends but I hope not all is lost. I remember Sarah Eberle’s idea of gardening on the moon that was awarded best in show in 2007. I didn’t like it but it was sort of unusual and I still remember it up to this day. Others, like those of Andy Sturgeon and Christopher Bradley-Hole, I shall not forget because they featured great planting/scultpture. This time the gardens tended to melt into each other. We need change, new ideas, proper innovation. Let me know what you think!