Dieser Winter kam mir besonders dunkel vor. Nicht nur wegen der Welt, die zusehends in Dunkelheit versinkt, nein, auch an Sonne hat es irgendwie gemangelt. Sonst gibt es bei uns in den Wintermonaten viele sonnige, milde Tage, an denen man die Mittagspause mit einer Tasse Tee im Garten verbringen kann. Heuer waren es wenige. Es regnet viel, als wolle der Himmel seinem Unmut über das menschliche Treiben da unten Ausdruck verleihen. Ich mag den Winter. Ich schätze die Zeit der Einkehr, die Stille und die Ruhepause der Natur, die auch mir die Möglichkeit gibt, Kraft zu schöpfen. Nun werden die Tage wieder länger, die Vögel singen und sind guter Dinge. Obwohl noch immer viele Menschen in der Massenpsychose gefangen sind, nimmt die Natur ihren Lauf. Die Tiere sind wie immer mit Futtern und Fortpflanzung beschäftigt, Narzissenknospen werden täglich dicker, Zierquitten öffnen ihre zartrosa Blüten, und die Lenzrosen wirbeln mit ihren reizenden Petticoats durch die Beete. Diesen Rhythmus und die Zuverlässigkeit finde ich tröstlich – ihr auch? Im Wallis liegt derweil meterhoch Schnee, ein Kontrast zum frühlingshaften Treiben in unserem französischen Garten. Nachdem ich eine Weile etwas angeschlagen war spüre ich nun wieder langsam, wie meine positive, kreative Kraft zurückkommt. Vor einiger Zeit empfahl der Philosoph Gunnar Kaiser, den ich sehr schätze, dass man sich Inseln der Wahrheit schaffen muss. Inseln der Wahrheit und Liebe, und ich füge noch das Licht hinzu, aber das stellt sich ohnehin ein, wenn Wahrheit und Liebe aufeinandertreffen. Diese Inseln sind in einer Welt, in der die Lüge zur Wahrheit erklärt wird, so wichtig wie nie zuvor. Auf diesen Inseln erleben wir Geborgenheit mit Menschen, die uns wohlgesonnen sind und ähnlich „ticken“. Diese Inseln bewahren uns davor, ins mentale und gefühlsmässige Chaos abzudriften. Ich habe mich stärker auf unsere Insel zurückgezogen und widme mich wieder vermehrt kreativen Dingen. Ich hoffe, auch ihr habt eine solche Insel… Heute möchte ich von der Dunkelheit der letzten Monate Abschied nehmen und das Licht des nahenden Frühlings willkommen heissen. Deshalb ein Spaziergang durch eine verzauberte Welt, in der die Stille ohrenbetäubend und unbeschreiblich ist. Ich liebe es, wenn der Schnee alles zudeckt, dicke Flocken die alltäglichsten Dinge in magische Szenerien verwandeln…

Ehe wir loslaufen: Kribbelt es euch auch schon in den Gartenfingern? Dann schaut Anfang März beim Bio-Balkon Kongress von Birgit Schattling vorbei. Dort geben Experten Tipps zum Thema „Kann man Tiere pflanzen“, und ich bin auch mit von der Partie 🙂 Hier könnt ihr euch gratis einschreiben. Und ganz unten findet ihr noch ein tolles Interview mit dem Historiker und Kinderforscher Michael Hüter – vielleicht habt ihr am Wochenende Zeit, es lohnt sich. Habt’s gut!

This winter has seemed so much darker. Not only because of our world which drifts more and more into darkness, no, there has been a lack of sunshine too. Usually we have mild, sunny days in winter which allow us to enjoy the lunch break in the garden. This winter those days were scarce, it rains a lot as if the heaven above wants to express its displeasure about our worldly activities. I like winter. I appreciate the time for contemplation, the stillness and the natural slow down giving me a chance to recharge my batteries. Now the days are getting longer, birds are singing. In spite of the fact that a lot of people are still caught up in the mass psychosis, nature just carries on. Animals are busy looking for food and lovers, daffodil buds are swelling, the Chaenomeles is opening its delicate, pink flowers and the delightful petticoats of the hellebores are swirling through the borders. This rhythm and steadiness is so comforting, don’t you think? There’s a lot of snow in Valais, a huge contrast to the spring-like atmosphere in our French garden. I was a bit down for a while but I feel my positive and creative energies returning. A while ago the philosopher Gunnar Kaiser advised us to create islands of truth. Islands of truth and love, and I also add light, although light comes naturally when love and truth are united. In a world where lies become the truth these islands are more important than ever. On these islands we feel safe and loved in the company of those who care about us and think along the same lines. These islands stop us from drifting into a mental and emotional chaos. I’ve retreated to our island and concentrate more on creative things. I hope that you too have such an island…Today I want to say bye-bye to the darkness of the last couple of months and embrace the light of oncoming spring. Let’s take a walk through a magical world, in which the silence is deafening and indescribable. I love it when the snow covers everything and thick snow flakes turn mundane things into enchanted scenes…

Als wir loszogen schneite es noch nicht..
It wasn’t snowing when we took off…
…aber die dicken Flocken liessen nicht lange auf sich warten.
…it didn’t take long until thick flakes started to fall.
Mein Lieblingsweiler!
My favourite hamlet!
Die Obergärtnerin musste an derselben Stelle wie im Herbst posieren 😉
The head gardener had to pose in the same spot as last autumn 😉
Und diese Szene erinnerte mich an meine Kindheit – es ist wie im Märchen!
And this scene reminded me of my childhood – it’s like in a fairy tale!
Im Jetzt sein. Atmen. Leben. Freuen.
Be in the now. Breathe. Be happy.

18 thoughts

  1. Wunderschöner Beitrag👍 Habe mir auch das Video angesehen. Tut gut, diese Menschlichkeit in einer Welt, in der es fast keine mehr gibt.

    1. She makes us smile too, Susie, she’s a wonderful companion. I wish people in „higher places“ would also embrace light and truth, sadly they seem fonder of darkness but we can spread and should spread it and in doing so make a difference. Take care x

  2. Hallo Annette, wie geht es Euch.Seit Ihr noch in Zeneggen. Wir sind ein paar Tage in Brischeru es ist traumhaft der viele Schnee. Gestern und Heute scheint die Sonne. Aber vorher war eine Ewigkeit schlechtes Wetter. So wie du das auch in deinem Blog beschreibst. Aber hoffen wir das es langsam besser wird. Auch mit dem Corona Wahnsinn.Ich sollte mich eigentlich  Impfen lassen,konnte mich aber drücken  mit verschiedenen Ausreden. Gott sei Dank sind die Bewohner alle geimpft.  Dann lassen sie diese wenigstens nach bald einem Jahr wieder raus.Liebe Grüsse ImeldaVon meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.

    1. The sun and warmth feel so good, Julie, we’re currently making a new project for the garden. Being creative is the best cure in the world! Wishing you both a great weekend, hugs, xx

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