„Meise mag Melisse“ heißt das neue Buch von Biologin und Bestsellerautorin Elke Schwarzer, das letzten Monat bei Ulmer erschienen ist. Die kecke Blaumeise auf dem Cover und die schöne Schrift fand ich gleich sehr ansprechend. In der Einleitung erklärt Elke, was es mit dem Titel auf sich hat. Unsere tierischen Mitbewohner haben nämlich ganz persönliche Vorlieben, und wenn man als Gärtner über diese Zusammenhänge Bescheid weiß, kann man gezielt pflanzen, um Vögel, Insekten und andere Nützlinge in unser Reich zu locken. Das Buch ist unterteilt in fünf Kapitel. Im „Garten für Tiere“ geht die Autorin auf verschiedene Gartensituationen und die individuellen Bedürfnisse der Tiere ein.  Hier gefällt mir die Idee, seinen eigenen Garten ein wenig auf jene der Umgebung abzustimmen, um eine möglichst große Habitatvielfalt zu kreieren. Da gibt es auch Platz für nicht heimische Pflanzen, so lange man auch heimische Arten für spezialisierte Tiere integriert. Anschaulich werden diverse Konzepte beschrieben, die für Eidechsen, Schmetterlinge, Bienen, Igel und Vögel attraktiv sind. Im Kapitel „Lockmittel für Lieblingstiere: Eichhörnchen & Vögel“ werden die Top 10 der tierischen Gartenfavoriten sowie deren Leibspeisen vorgestellt. Im nächsten Kapitel „Schillernde Persönlichkeiten: Lockmittel für Käfer, Schmetterlinge & Co.“ geht es um Insekten. So lernen wir, dass der Zitronenfalter eine Vorliebe für den Faulbaum hat, und die Große Wollbiene Ziest nicht widerstehen kann. Die nützlichen, leider selten gewordenen Hornissen hingegen lassen sich mit Berberitzen, Cotoneaster, Efeu und Flieder verführen. Alles Pflanzen, die ich persönlich liebe, die aber leider aus verschiedenen Gründen von vielen verschmäht werden. Ein Kapitel –“Schwerelos durch den Garten: Lockmittel für Schwebfliegen“– widmet sich den faszinierenden, nützlichen Schwebfliegen und was auf ihrem Speiseplan ganz oben steht. Die Porträts sind kurzweilig und informativ und helfen zudem bei der Identifikation der Tiere im eigenen Garten. So erfahren wir, dass wir unbedingt Glockenblume, Goldrute und Schafgarbe für Gewöhnliche Langbauchschwebfliegen setzen sollten, denn deren Larven verspeisen mit Gusto die Läuse an Kohl und Salat. Im letzten Kapitel gibt es zahlreiche praktische Projekte für Tiere: von Hotels für Ohrwurmer und Bienen und Nistkasten zu Totholzskulpturen, die nicht nur die kreative Ader befriedigen, sondern vielen Lebewesen ein Zuhause bieten. Fazit: Das Buch ist eine wunderbare Mischung von wertvollem Wissen, Tipps und Projekten, alles mit dem Ziel, die Vielfalt in unseren Gärten zu fördern. Elkes Schreibstil ist ein Genuß und macht das Aufsaugen der Fakten zu einem Plausch. Man spürt ihre Leidenschaft, und dass sie kein ‚armchair gardener‘, sondern ein ‚hands on gardener‘ ist. Die Bilder sind zauberhaft – auf ihrem ebenfalls lesenswerten Blog Günstig gärtnern gewährt sie Einblicke, wie diese entstanden sind. Alle, die Tiere fotografieren, wissen, mit welchem Einsatz es verbunden ist, deshalb Hut ab vor dem Ergebnis. Das Buch ist für Neulinge und alte Gartenhasen geeignet. Man lernt ja nie aus, und ich hoffe, es wird viele inspirieren, ihre Grundstücke einladender für Tiere und letztendlich auch für Menschen zu gestalten.

Hier noch zur Inspiration ein Potpourri tierischer Mitbewohner aus meinem Archiv – nur ein lebendiger Garten ist wirklich ein Garten 🙂

7 thoughts

  1. Ein schöne Idee, das Problem für mich is Das Kanichen, der Hirsch, der Eichhörnchen und so viele kleine Insecten möchten meine liebe Pflanzen essen. Mit diesen Tieren möchte ich nicht mein Garten teilen. Wunderschöne Bilde Annette, besonders die Blaumeise.

    1. Liebe Liz, das verstehe ich nur zu gut, zum Glück möchte sie uns nicht ermutigen, Hirsche und Kaninchen in den Garten zu locken. 😉 Ich sehe nun, dass dein Deutsch prima ist und du bestimmt gut mit dem Buch zurecht kommst. Alles Liebe x

  2. Liebe Annette,
    vielen Dank für die tolle Buchbesprechung! Du hast die Blaumeise besser erwischt als ich, so nah dran und schön belichtet. Bei mir passte das Licht immer nicht so richtig. Und man merkt, wo du wohnst – die Artenvielfalt ist beeindruckend, vor allem bei den Schmetterlingen.
    VG
    Elke

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