Vor einigen Tagen war ich auf dem Weg zur Baumschule, um einige Heckenpflanzen abzuholen. Ahnungslos bog ich in das kleine Strässchen und fuhr fast in die Mauer auf der gegenüberliegenden Seite! Nein, weder Richard Gere noch Daniel Craig überquerten zu dem Zeitpunkt die Strasse, vielmehr winkte mir ein lustiger Elfentrupp mit rosafarbenen Taschentüchern! Nein, es war auch nicht spät, und ich hatte keineswegs vorher ein Glas Wein getrunken. So stieg ich aus dem Wagen und versuchte dabei den armen Mann zu ignorieren, der mir fast hinein rein gefahren wäre und mir einen äusserst unschmeichelhaften Blick zuwarf. Flatternde rosa Taschentücher vor dem Kobaltblau des Himmels – wirklich himmlisch! Vor mir stand Dahlia imperialis, auch Baumdahlie genannt. Sie wuchs in einem winzigen, vernachlässigten Beet, das so gar nicht meinen Vorstellungen von einem königlichen Bett entsprach. Diese entzückende Gestalt kommt zwar nicht aus himmlischen Gefilden, aber doch aus der Höhe, nämlich aus den Bergen Mexikos und Zentralamerikas, wo sie auf 1500-1700m vorkommt. Sie ist eine Knollenpflanze wie ihre Schwestern, treibt aber recht spät, dann aber umso rasanter, aus und -angespornt von den kürzer werdenden Tagen- wird sie im nu sehr stattlich und kann unter idealen Bedingungen 8-10m erreichen, begnügt sich meist aber mit weniger. Die nickenden, rosa Blüten werden im Spätherbst vor den ersten Frösten gebildet. Dies legt einen geschützten Standort nahe, am besten an einer nach Süden gerichteten Hauswand. Einige Dahlien fanden ihren Weg im 15. Jahrhundert nach Europa, Dahlia imperialis wird aber erst viel später beschrieben. Die erste Baumdahlie Europas wurde 1863 im Botanischen Garten Zürich kultiviert. Sehr beliebt ist sie auch bei Insekten, die sich über einen späten Imbiss im November freuen. Aussagen über die Frosthärte variieren, aber manche sagen, sie vertrage kurzzeitig -15°C. Das muss sie wohl auch, denn im kalten Winter vor drei Jahren gab es über 10 Tage lang Temperaturen um -12/-15°C. Bemerkenswert ist auch ihr attraktives Laub und ihre dicken, bambusartigen Stängel. Alles in allem, liebe Freunde, ich kann’s nicht verbergen – ich bin verliebt! Zum Glück lässt sie sich recht einfach über Stecklinge vermehren. Deshalb werde ich mein bestes Sonntagskleid vorkramen und vor Ort um ein Stück Elfe…sorry, Dahlie bitten. Seid ihr schon mal eine Liaison mit dieser Schönen eingegangen? Wenn ja, würden mich eure Erfahrungen sehr interessieren. 🙂

The other day I was on my way to the nursery to pick up some hedging plants. As I turned into the little lane, I almost drove into the wall on the other side! No, neither Richard Gere nor Daniel Craig crossed the road at the time, but a bunch of elves cheerfully waved with their pink handkerchiefs from above. No, it wasn’t late and still far from happy hour. So I got out of the car, trying to ignore the grumpy look of the guy that had almost driven into me. Fluttering pink handkerchiefs – heavenly indeed! In front of me stood Dahlia imperialis, also called tree dahlia for obvious reasons. She (for she surely must be a girl!) grew in a neglected, depressing looking hole that didn’t match my idea of a royal bed at all. This delightful creature may not have descended from the heavens but still from high above as she normally resides at an altitude of 1500-1700m in the mountains of Mexico and Central America. Like her sisters she is a tuberous perennial, coming into growth rather late but making up for it with speed as the shortening days seem to spur her. Under ideal conditions she may reach 8-10m, but usually it’s less. The nodding, pink flowers open in late autumn before the first frosts, a fact suggesting a very cosy, sheltered spot, best in front of a South facing house wall. Some dahlias found their way to Europe already in the 15th century, but D. imperialis was mentioned a lot later. The first tree dahlia in Europe was cultivated in the Botanical Garden of Zurich/Switzerland. Insects love her and are very pleased with the late feast she offers. Depending on the source, hardiness varies, some say she may survive down to -15°C. Guess this must be true because she survived the very cold winter three years ago when temperatures stayed below -12°C for about 10 days. The foliage and bamboo-like stems are also remarkable. Well, my dear friends, there’s no mistaking…I’m in love! Luckily D. imperialis can easily be propagated through cuttings. That’s why I shall get into my nicest sunday dress and shall ask most kindly for a piece of elf….ups, sorry, Dahlia. Have you any experience with this beauty? If so, would you kindly share it? 🙂

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