_MG_3530-0071Diese Woche geschah eine fürchterliche Tat. Ein dunkler Schatten -und nicht nur von den dicken Regenwolken!- lag über unserem kleinen Paradies, in dem sonst eitle Freude herrscht. Dicke Tränen musste ich weinen, die es locker mit den fetten Regentropfen aufnehmen konnten. Warum? Bei einem morgendlichen Rundgang, auf dem ich stets meine Blumen begrüsse, sie ermutige und mich an Blüten und Knospen erfreue, kam ich bei William (Lobb) vorbei und musste mir die Augen reiben. William ist eine meiner Lieblingsrosen (Moosrose) und war bis vorgestern voller vielversprechender Knospen. Jeden Tag tanzte ich glücklich um den Strauch und sang sowas wie „bald ist’s soweit, lieber William, und deine barocken Blüten betören uns mit ihrem Duft“. Plötzlich stand er aber ganz blutt vor mir. Wer würde so eine Freveltat begehen? Die Trittsiegel in den Gemüsebeeten sprachen eine klare Sprache: Ein Reh hatte unser Feinschmecker-Restaurant entdeckt. Da ich nie lange ein Kind von Traurigkeit bin, trocknete ich meine Tränen und dachte nach. Abgesehen von William hatte sich der ungebetene Gast an „Scharlachglut“ und „Gipsy Boy“ vergriffen. Da er Rosa sancta und Cardinal de Richélieu verschonte, vermute ich eine katholische Gesinnung 😉  Auch am Gemüse tat sich das Reh nicht gütlich, und wir kamen zu dem Schluss, dass es an unserem Spezial-Düngegemisch liegen muss, mit dem ich das Gemüse regelmässig giesse. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Wundermittel aus dem Gartencenter, sondern um vergorenen Hühnermist (danke, liebe Hühner!). Das Ausbringen desselben ist kein Vergnügen und erfordert fast eine Gasmaske, vor allem, wenn es blubbert. Im Handel gibt es ein Mittel auf der Basis von Blutmehl, das Wild in einen Zustand von heller Panik versetzen soll. Da lachen nicht nur die Hühner, sondern auch die Rehe…und ich vermute, es dauert nicht lange, ehe  sich Marder, Fuchs und Dachs hinzugesellen und mitkichern. Letztere halten bislang Abstand, hätten aber sicher nichts gegen ein wenig Blutmehl, um ihren Speiseplan zu vervollständigen! Wir kamen zu dem Schluss, es den Wildtieren nachzumachen. Und wie markieren Nashörner, Löwen, Kater und ihre Kumpel ihr Revier? Naja, bestimmt habt ihr das schon in Tierfilmen gesehen. Viele Gärtner haben mittlerweile die Vorteile von Urin für die Beschleunigung des Kompostiervorgangs entdeckt. Manche horten ihn gar ihn Flaschen, und das sind nicht irgendwelche schrägen Vögel sondern mitunter illustre Persönlichkeiten der Gartenszene. Da wir nur zu zweit bzw. mit unserem Hund zu dritt sind, ergibt sich -bei über 2 Hektar- ein gewisses logistisches Problem, aber wir arbeiten daran :). Der Hühnermist von 5 Tieren hält sich leider in Grenzen. Die übrigen Rosen sind bislang unversehrt…

A terrible crime took place this week. A dark shadow -and not only because of the huge rain clouds- hung over our little paradise which is usually full of joy. I cried many tears that could easily match up with the fat rain drops. Why? On one of my morning rambles when I visit my flowers, encourage them and rejoice in their beauty, I passed William (Lobb) and had to rub my eyes. William is one of my favourite roses (moss rose) and was full of promising buds, until the day before yesterday that is. Every day I danced around him and sang something like „soon, my dear William, you’ll enchant us with your lavishly scented flowers“. Suddenly, he stood all naked before me. Who would commit such a wicked deed? The tracks in the vegetable beds left no doubt as to who the intruder is: a doe had discovered our gourmet restaurant. As I’m never a child of sadness for very long, I dried my tears and started to think. Apart from William our uninvited guest had also (partially) molested „Scharlachglut“ and „Gipsy Boy“. Didn’t touch Rosa sancta and Cardinal de Richélieu though which suggests a catholic disposition ;). Neither did it touch our veg, probably thanks to our special potion which I use regularly when watering the potager. It’s not some magical stuff from the garden center but diluted and fermented chicken manure (thank you, dear chickens!). It’s no pleasure to work with and almost calls for a gas mask, especially when it bubbles. In garden centers you can buy a fairly new product based on blood meal that’s supposed to throw deer into a state of horror. Crikey, that gives one a horse laugh and no doubt deer and -before too long- marten, fox and badger will join the laughing party. The latter keep their distance up to now but I guess they won’t refuse blood meal to complement their diet when offered! We concluded it’s best to do as the wild animals do. And how do rhinos, lions, tomcats and their mates mark their territory? Well, you’ve probably seen that in David Attenborough’s films. A lot of gardeners have discovered the advantages of urine to speed up the composting process. Some even collect it in bottles and I’m not talking about some queer fellows but illustrious personalities. I’m afraid our compost will have to wait for a while. As there’s only the two of us and our dog, a certain logistical problem arises when you have to mark 2 hectares, but we’re working on it. The chicken manure of 5 animals doesn’t seem much. The remaining roses haven’t been touched so far…fingers crossed.

_MG_3534-0071Cardinal de Richélieu

Weil ich meinen Bericht nicht frustriert beenden möchte, hier noch ein paar Lichtblicke…das Licht war nicht so doll, bitte um Nachsicht 🙂

I don’t want to end on a frustrated note, so here are some highlights…light wasn’t great for photography, mea culpa 🙂

_MG_3533-0071Orobanche gracilis ( Blutrote Sommerwurz, Slender Broomrape)

_MG_3531-0071Margeriten im Duett mit Rosa Frühlingsmorgen – ein Traum

Oxeye daisies mingling with Rosa Frühlingsmorgen – a dream

_MG_3542-0071Nahe der Terrasse: Allium, Nectaroscordum siculum ssp. bulgaricum, Stipa gigantea und im Hintergrund die wunderbare Duftrose „Martin des Senteurs“

Near the terrace: Allium, Nectaroscordum siculum ssp. bulgaricum, Stipa gigantea and in the background the heavenly, scented rose „Martin des Senteurs“

_MG_3547-0071Rosa „Guirlande rose“

_MG_3549-0071Zantedeschia aethiopica, calla lily

Und am Ende meines heutigen Morgenspaziergangs traf ich diesen süssen Kerl…er zwinkerte mir verschlafen zu und sagte: „Nicht verzweifeln, das (Gärtner)Leben ist nicht immer leicht, aber trotzdem schön.“ Und in diesem Sinn wünsche ich euch allen ein sonniges Wochenende! 🙂

At the end of my ramble this morning I came across this sweet little chap…he winked sleepily at me and said: „Don’t despair, (a gardener’s) life isn’t always easy but nevertheless beautiful.“ With this in mind, I wish you all a sunny weekend! 🙂

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