Archive für den Monat: Mai, 2013

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tap-tap-tap…Regen tropft, rinnt, platscht, fällt, strömt, prasselt, rauscht, trommelt…unser Teich läuft über…eigentlich hat es jetzt genug geregnet, vielen Dank. Regen ist schön, vor allem im Sommer, wenn er auf warme Erde fällt, diese sanft flüstert und Pflanzen aufatmen, sich laben und schütteln vor Freude. Jetzt beugen sich meine Rosen demütig, Insekten und Schmetterlinge verharren reglos auf bunten Blüten, Wasser steht in den Beeten, graue Schleier ziehen über das Land. Wir warten…aber nicht nur, denn gestern Abend -in einer seltenen trockenen Phase- machte ich mich auf die Suche nach des Regens Schönheit und musste nicht weit gehen.

tap-tap-tap…rain falls, trickles, drops, runs, falls, patters, floods, pours, pelts, drums…the pond’s overflowing…our neighbour Mickey in Ireland used to say „the amount of rain is in“ and it sure is, thank you. Rain is beautiful, especially in summer, when it falls on warm earth which then whispers softly, our plants sighing happily, feeling refreshed and shivering with soft pleasure. But now my roses bend their heads submissively, insects and butterflies linger motionlessly on gay flowers, puddles in the borders, grey mist enfolds the hills. We wait…but not only, because yesterday evening -during a rare dry spell, or fairly dry that is-  I went for a stroll in search of the rain’s beauty and didn’t have to go far.

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Schneckenwetter – wo das wohl her kommt 😉 ? Sie zumindest haben eine gute Zeit.

I met a lot of these guys…they certainly have a jolly good time. 😉

_MG_3589.allium_oreophilum-0074Allium oreophilum sammelt die Tropfen und beugt das fragile, rosa Haupt unter ihrer Last.

Allium oreophilum gathers the drops and bends its fragile, pink head under their weight.

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Briza maxima, das Zittergras, ist jetzt besonders schön. Seht nur, wie es sich behutsam öffnet und entfaltet, um schliesslich mit den anderen Wiesenblumen zu tanzen.

Briza maxima, the quaking grass, is delightful. Look at how it opens up gently and unfolds to join the dance of the meadow flowers.

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Ausharren und auf bessere Zeiten hoffen…

Holding on and hoping for better times…

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Ein Sonnenstrahl taucht die Samen des Sauerampfers in magisches Licht. Wie kleine Diamanten…ist es wirklich Sauerampfer? Aber ja, glaubt mir. 🙂

Sorrel seed bathing in magical light. Like little diamonds…is it really sorrel? Of course, believe me. 🙂

 

 

 

Vielleicht versüsst euch das ein wenig den Tag…

Maybe this cheers you up a bit…

_MG_3530-0071Diese Woche geschah eine fürchterliche Tat. Ein dunkler Schatten -und nicht nur von den dicken Regenwolken!- lag über unserem kleinen Paradies, in dem sonst eitle Freude herrscht. Dicke Tränen musste ich weinen, die es locker mit den fetten Regentropfen aufnehmen konnten. Warum? Bei einem morgendlichen Rundgang, auf dem ich stets meine Blumen begrüsse, sie ermutige und mich an Blüten und Knospen erfreue, kam ich bei William (Lobb) vorbei und musste mir die Augen reiben. William ist eine meiner Lieblingsrosen (Moosrose) und war bis vorgestern voller vielversprechender Knospen. Jeden Tag tanzte ich glücklich um den Strauch und sang sowas wie „bald ist’s soweit, lieber William, und deine barocken Blüten betören uns mit ihrem Duft“. Plötzlich stand er aber ganz blutt vor mir. Wer würde so eine Freveltat begehen? Die Trittsiegel in den Gemüsebeeten sprachen eine klare Sprache: Ein Reh hatte unser Feinschmecker-Restaurant entdeckt. Da ich nie lange ein Kind von Traurigkeit bin, trocknete ich meine Tränen und dachte nach. Abgesehen von William hatte sich der ungebetene Gast an „Scharlachglut“ und „Gipsy Boy“ vergriffen. Da er Rosa sancta und Cardinal de Richélieu verschonte, vermute ich eine katholische Gesinnung 😉  Auch am Gemüse tat sich das Reh nicht gütlich, und wir kamen zu dem Schluss, dass es an unserem Spezial-Düngegemisch liegen muss, mit dem ich das Gemüse regelmässig giesse. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Wundermittel aus dem Gartencenter, sondern um vergorenen Hühnermist (danke, liebe Hühner!). Das Ausbringen desselben ist kein Vergnügen und erfordert fast eine Gasmaske, vor allem, wenn es blubbert. Im Handel gibt es ein Mittel auf der Basis von Blutmehl, das Wild in einen Zustand von heller Panik versetzen soll. Da lachen nicht nur die Hühner, sondern auch die Rehe…und ich vermute, es dauert nicht lange, ehe  sich Marder, Fuchs und Dachs hinzugesellen und mitkichern. Letztere halten bislang Abstand, hätten aber sicher nichts gegen ein wenig Blutmehl, um ihren Speiseplan zu vervollständigen! Wir kamen zu dem Schluss, es den Wildtieren nachzumachen. Und wie markieren Nashörner, Löwen, Kater und ihre Kumpel ihr Revier? Naja, bestimmt habt ihr das schon in Tierfilmen gesehen. Viele Gärtner haben mittlerweile die Vorteile von Urin für die Beschleunigung des Kompostiervorgangs entdeckt. Manche horten ihn gar ihn Flaschen, und das sind nicht irgendwelche schrägen Vögel sondern mitunter illustre Persönlichkeiten der Gartenszene. Da wir nur zu zweit bzw. mit unserem Hund zu dritt sind, ergibt sich -bei über 2 Hektar- ein gewisses logistisches Problem, aber wir arbeiten daran :). Der Hühnermist von 5 Tieren hält sich leider in Grenzen. Die übrigen Rosen sind bislang unversehrt…

A terrible crime took place this week. A dark shadow -and not only because of the huge rain clouds- hung over our little paradise which is usually full of joy. I cried many tears that could easily match up with the fat rain drops. Why? On one of my morning rambles when I visit my flowers, encourage them and rejoice in their beauty, I passed William (Lobb) and had to rub my eyes. William is one of my favourite roses (moss rose) and was full of promising buds, until the day before yesterday that is. Every day I danced around him and sang something like „soon, my dear William, you’ll enchant us with your lavishly scented flowers“. Suddenly, he stood all naked before me. Who would commit such a wicked deed? The tracks in the vegetable beds left no doubt as to who the intruder is: a doe had discovered our gourmet restaurant. As I’m never a child of sadness for very long, I dried my tears and started to think. Apart from William our uninvited guest had also (partially) molested „Scharlachglut“ and „Gipsy Boy“. Didn’t touch Rosa sancta and Cardinal de Richélieu though which suggests a catholic disposition ;). Neither did it touch our veg, probably thanks to our special potion which I use regularly when watering the potager. It’s not some magical stuff from the garden center but diluted and fermented chicken manure (thank you, dear chickens!). It’s no pleasure to work with and almost calls for a gas mask, especially when it bubbles. In garden centers you can buy a fairly new product based on blood meal that’s supposed to throw deer into a state of horror. Crikey, that gives one a horse laugh and no doubt deer and -before too long- marten, fox and badger will join the laughing party. The latter keep their distance up to now but I guess they won’t refuse blood meal to complement their diet when offered! We concluded it’s best to do as the wild animals do. And how do rhinos, lions, tomcats and their mates mark their territory? Well, you’ve probably seen that in David Attenborough’s films. A lot of gardeners have discovered the advantages of urine to speed up the composting process. Some even collect it in bottles and I’m not talking about some queer fellows but illustrious personalities. I’m afraid our compost will have to wait for a while. As there’s only the two of us and our dog, a certain logistical problem arises when you have to mark 2 hectares, but we’re working on it. The chicken manure of 5 animals doesn’t seem much. The remaining roses haven’t been touched so far…fingers crossed.

_MG_3534-0071Cardinal de Richélieu

Weil ich meinen Bericht nicht frustriert beenden möchte, hier noch ein paar Lichtblicke…das Licht war nicht so doll, bitte um Nachsicht 🙂

I don’t want to end on a frustrated note, so here are some highlights…light wasn’t great for photography, mea culpa 🙂

_MG_3533-0071Orobanche gracilis ( Blutrote Sommerwurz, Slender Broomrape)

_MG_3531-0071Margeriten im Duett mit Rosa Frühlingsmorgen – ein Traum

Oxeye daisies mingling with Rosa Frühlingsmorgen – a dream

_MG_3542-0071Nahe der Terrasse: Allium, Nectaroscordum siculum ssp. bulgaricum, Stipa gigantea und im Hintergrund die wunderbare Duftrose „Martin des Senteurs“

Near the terrace: Allium, Nectaroscordum siculum ssp. bulgaricum, Stipa gigantea and in the background the heavenly, scented rose „Martin des Senteurs“

_MG_3547-0071Rosa „Guirlande rose“

_MG_3549-0071Zantedeschia aethiopica, calla lily

Und am Ende meines heutigen Morgenspaziergangs traf ich diesen süssen Kerl…er zwinkerte mir verschlafen zu und sagte: „Nicht verzweifeln, das (Gärtner)Leben ist nicht immer leicht, aber trotzdem schön.“ Und in diesem Sinn wünsche ich euch allen ein sonniges Wochenende! 🙂

At the end of my ramble this morning I came across this sweet little chap…he winked sleepily at me and said: „Don’t despair, (a gardener’s) life isn’t always easy but nevertheless beautiful.“ With this in mind, I wish you all a sunny weekend! 🙂

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Gab es jemals einen elenderen Mai? Wo bleibt die versprochene Klimaerwärmung? Ist sie nur eine Erfindung? Vor einigen Jahren ermutigte uns die RHS (Royal Horticultural Society), oberste Gärtner-Instanz, Kies- und Wüstengärten anzulegen, weil es künftig immer trockener werde und das Giessen -entgegen öffentlicher Anordnung- zu einer nächtlichen Aktion rebellischer Anarchisten würde. Ganz Naive kauften daraufhin sämtliche Bestände von Spezial-Baumschulen für trockenheitsliebende Pflanzen auf, nur um im folgenden Jahr – liebe Leser, ihr ahnt es bereits – in dem es non-stop schüttete, alles wieder händeringend herauszureissen, weil diese (die Pflanzen!) dauerhafte Überschwemmung nicht vertragen und verrotten. Naja, die Baumschulen und Gärtnereien und andere, die auf der Wüstenwelle surften, haben profitiert. In den letzten Tagen war in den Medien übrigens die Rede von einer nahenden Eiszeit. Ich sollte eigentlich nicht jammern, denn uns behandelt Petrus (so es ihn gibt) im Vergleich noch rücksichtsvoll. Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen und rief vorhin draussen im Garten ganz laut und verzweifelt: Ich habe genug!!!  Und wisst ihr was: Aus Wald und Wiesen riefen Hunderte Stimmen zurück! Wir auch, wir auch! All die armen Vöglein, Schmetterlinge, Insekten… wie kommen sie über die Runden? Woher nehmen sie die Kraft zu singen, herumzuflattern, ihre Kleinen zu füttern, zu zirpen, am Leben zu bleiben? Ich will endlich Wärme, Sonne auf der Haut…und unsere neue Gartendusche benutzen! Ihr erinnert euch, ich hatte vor einiger Zeit davon geschrieben.  Ha, die ist nämlich fertig und -gerade zum Trotz, und weil jetzt niemand an das Duschen im Freien denkt – zeige ich euch das fertige Bauwerk. Zweimal habe ich bereits geduscht, herrlich…das Mosaik unter den Füssen fühlt sich unendlich gut an. Für mich ist es die schönste Dusche der Welt!!! Und bestimmt teilt ihre meine Meinung, dass ein Meister am Werk war :))  Die Bauarbeiter, die derzeit hier arbeiten (besser gesagt „arbeiten sollten“, es ist ja zu nass), haben meinem Mann bereits einen Job angeboten und sind sehr beeindruckt…

Have you ever seen a May more rotten than this one? Where is the promised global warming? Just an invention? A few years ago the RHS (Royal Horticultural Society), highest gardening authority, encouraged us to create more gravel and drought-resistent gardens, because in future we’d be dealing more and more with hosepipe bans and watering -against official decree- would develop into the nocturnal activity of rebellious anarchists. The utterly naive among us bought the entire stock of drought-resistant plants in specialist nurseries only -you may guess it, dear reader- to rip it out again the following year as it rained non-stop and they (the plants) couldn’t cope with constant flooding and rotted. Well, some garden centres, nurseries and others surfing the desert and global warming wave had their share. By the way, these days the approaching ice age is being discussed in the media. As for myself, I know I shouldn’t moan as the weather gods treat us -compared to others- fairly mercifully. Nevertheless I couldn’t help myself and while out in the garden this afternoon I shouted: I have enough!!! And you know what: Hundreds of voices answered back from the woods, the meadows! We too have enough! All the poor birds, butterflies, insects…how do they cope? Where do they find the strength to sing, to flutter about, to feed their young, to chirp, to stay alive? I want warmth, sunshine on my skin…and I want to use our new garden shower! You may recall that I wrote about it not long ago. It’s finished now and -what the heck, nobody’s thinking of having a shower in the garden at this time- I will now show you our new feature. Used it twice already, bliss indeed…the mosaic feels great under bare feet. To me it’s the most beautiful shower on earth!!! And I’m sure you agree that the mason is a master in his field (and many more 🙂 ) The builders that are working here at present (or should be, too wet) are thoroughly impressed and offered my husband already a job…

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Dahinter wächst die Ramblerrose „Paul’s Himalayan Musk“ in die Bäume, und daneben haben wir einen schwarzen Bambus (Phyllostachys nigra) gesetzt. Das war eine grössere Sache, weil das Pflanzloch wegen der Wurzelsperre 70cm tief sein muss und der Boden dort sehr steinig ist.

Rambling rose „Paul’s Himalayan Musk“ is growing into the trees behind the shower and to the right we planted a black bamboo (Phyllostachys nigra). That was a bigger thing as the hole needs to be 70cm deep to accomodate the root barrier and the soil is pretty rocky there.

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Auch die Hühner lassen die Federn hängen und schauen etwas trostlos drein…und der Blick auf unser geliebtes Dorf ist im wahrsten Sinn getrübt. Es kann nur noch besser werden…ich kann’s kaum erwarten!!! 🙂

The hens seem depressed too…and the view of our beloved village is misted indeed. It can only get better…can’t wait!!! 🙂

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Jetzt ist Orchideen-Zeit, und so widme ich mich heute diesen hinreissenden Gestalten des Lichts! Da wir unser Häuschen in Frankreich im tiefsten Winter bezogen, konnten wir nicht ahnen, welcher Reichtum ringsum schlummerte und waren im darauf folgenden Mai nicht schlecht erstaunt, als Tausende von Wildblumen die Wiesen in ein buntes Spektakel verwandelten. Eine artenreiche Blumenwiese war stets mein Traum und ist durch Aussaat zwar machbar, aber nie so stabil wie eine bereits bestehende, harmonische Gemeinschaft. Unser Boden ist lehmhaltig, aber nicht zu „fett“ – perfekt Voraussetzung für Artenvielfalt. Tatsächlich besteht die Wiese vor allem aus Blumen, so dass unsere Mulis manchmal Nase rümpfend ihre Runden drehen und von einem saftigen Kleefeld träumen… 😉 Viele Orchideen gibt es um diese Jahreszeit zu entdecken, und der Spaziergang erweist sich als Herausforderung, will man nicht aus Versehen auf eines dieser zarten Geschöpfe treten. Ein Orchideen-Suchgerät wäre praktisch…ob’s das gibt? Gerne stelle ich euch ein paar vor:

Hurray, it’s orchid time, and so I shall dedicate today’s blog to these creatures of the light! We moved into our new home in the middle of winter and thus couldn’t possibly anticipate the abundance lying dormant all around us and, when May did eventually come around, we couldn’t stop marvelling as thousands of wildflowers transformed our meadow into a colourful extravaganza. A species rich meadow had always been my dream and although achievable through sowing it will never be as stable as an already existing, harmonious community. Our soil is loamy but not too rich – perfect biodiversity. Quite frankly, our meadow consists mainly of wildflowers, that’s why our mules sometimes turn up their noses when they’re pottering about and dream of lush clover fields… 😉 At this time of the year lots of orchids can be discovered and a walk quickly becomes a challenge if you do not want to walk on these fragile creatures. An orchid detector would come in handy…wonder whether such a thing exists? Let me introduce some to you:

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Ihr wisst nicht, wer Orchis war? Tja, dazu gibt es eine spannende, leicht blutrünstige Story (wie oft -oder meistens- in der griechischen Mythologie), die ich euch gern erzähle: Orchis war der Sohn einer Nymphe und eines Waldgottes. Auf einem Fest zu Ehren von Bacchus schlug Orchis über die Stränge und versucht, eine Priesterin zu vergewaltigen. Grausige Sache…wilde Bestien rissen ihn zur Strafe in Stücke, welche sich -schwupsdiwups- in graziöse Orchideen verwandelten. Kein schlechtes Los für einen Vergewaltiger, von wegen gerechte Strafe! Das wirft gleich ein anderes Licht auf die bis anhin unschuldigen Blümchen, oder? Das ist eben Mythologie, und wo es Menschen gibt, verweilt die Unschuld nicht lange.

You don’t know Orchis? Well, let me tell you a fascinating, slightly bloodthirsty story (as often -or mostly- the case in Greek mythology: Orchis was the son of a nymph and a satyr. During a celebration for Bacchus, Orchis attempted the rape of a priestess. A sacrilege! Wild beasts tore him into pieces which metamorphosed into graceful flowers – orchids. Not a bad fate for a rapist, is it, my foot, you get what you deserve! This puts another complexion on things, doesn’t it? That’s mythology though, and innocence doesn’t linger too long with human beings around.

Griechische Frauen dachten damals, sie könnten mit Orchideenwurzeln das Geschlecht ungeborener Kinder beeinflussen. Isst der Mann grosse Orchideen-Zwiebeln, gibt es einen Jungen, isst die Frau kleine Orchideen-Zwiebeln, ein Mädchen. Zum Glück hat dieser Aberglaube nicht überdauert, und wäre heute -im Anbetracht der Seltenheit von Orchideen- ein echtes Sakrileg! Zum Schluss habe ich noch was Besonderes…ich wünsche euch viel Freude mit meinen Fotos und ein schönes Pfingstwochenende!

Greek women thought they could influence the sex of their unborn child with orchid roots. If the father ate large orchid bulbs, it’d be a boy, if the mother ate small bulbs, it’d be a girl. Luckily this superstition didn’t survive and in consideration of the orchids‘ scarcity it would nowadays be a sacrilege! Last but not least I’ll have something special…I hope you enjoy my photographs and wish you a happy Pentecost weekend!

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Diese Woche habe ich wie verrückt im Garten gearbeitet. Wie jedes Jahr passiert viel auf einmal, und ich möchte den Augenblick festhalten, nur ein wenig länger… Unser Gemüsegarten wurde letzten Winter fertig und ist jetzt fast ganz bepflanzt. Durch ihn fühle ich mich noch mehr in unserem neuen Zuhause verwurzelt, wohl auch weil ein solcher seit Jahrzehnten fest zu meinem Leben gehört und ich mir nicht vorstellen kann, ohne ihn -oder überhaupt ohne Garten- zu sein. Da ich heuer viel unterwegs bin, musste ich mich mit der Aussaat einschränken. Die Auswahl auf den Pflanzenmärkten ist aber eine Wucht und tröstete mich über diese Tatsache schnell hinweg. So tummeln sich nun allerlei leckere Tomaten (Noire de Crimée, Ande, Raisin vert, Ananas, Berner Rose…), Chili (Purple delight, Piquanté…), Kürbisse Jack be little (hoffe es, da der Platz beschränkt ist :)) und Hokkaido, diverse Zucchini, Mangold, Salate, Spitzkohl, Knollensellerie und vieles mehr in den Beeten.  Im Gewächshaus stehen vor allem Chili und Paprika, da es im Sommer derart heiss wird, dass auch Schattierung und Weg befeuchten nur wenig Einfluss auf die Temperatur haben werden.

This week I’ve been frantically busy in the garden. Like every year a lot of things happen at the same time, and I just want to hold on to that moment a little longer… We finished the potager last winter and now it’s almost planted up. I feel even more rooted now, maybe because a potager has been part of my life for decades and I simply cannot imagine being without one (or without garden that is). As I’m away from time to time, I’ve had to adapt and grow less from seed than usual, but the variety I came across on the spring plant fairs made me quickly forget my grief. Now tomatoes (Noire de Crimée, Ande, Raisin vert, Ananas, Berner Rose…), chili peppers (Purple delight, Piquanté…), peppers, pumpinks Jack be little (hope so as space is restricted :)) and Hokkaido, several courgettes, rainbow chard, salad, pointed cabbage, celeriac and lots more are sitting happily side by side, enjoying the warm sunshine. In the greenhouse I’ve planted mainly chili and peppers as the temperatures go sky-high in summer and I doubt that shading and damping down will have a huge influence.

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Im schönsten Wetter bepflanzte ich ein paar Töpfe mit Sommerflor…Zwar nehme ich mir jedes Jahr Eleganz mit hellen, zurückhaltenden Farben vor, aber voilà, schnell sind die guten Vorsätze vergessen, und ich verfalle wieder Rosa- und Rottönen. Sie sind einfach so lebendig und romantisch, findet ihr nicht?

I’ve planted some pots with summer annuals…Every year I tell myself, now it’ll be something elegant and restrained, but -voilà- this is soon forgotten and I fall for reds and pinks again. They’re just so vibrant and romantic, what do you think?

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Im Obstgarten haben Narzissen die Bühne für Camassia quamash und C. cusickii frei gemacht. Ich finde sie phantastisch und habe bereits mehr für den Herbst bestellt. Sie kommen ursprünglich aus fruchtbaren Wiesen in Nordamerika, sind unkompliziert und vermehren sich leicht. In meinem irischen Garten wuchsen sie problemlos im relativ trockenen (Irland bleibt Irland ;)) Halbschatten. Sie versprühen den wilden, romantischen Charme, den ich so liebe. Rosa „Frühlingsmorgen“ und R. cantabrigiensis haben den Blütenreigen der Rosen eingeleitet. Vor Jahren las ich „A gentle plea for chaos“ von Mirabel Osler, die mich mit ihrer humorvollen, geistreichen Art gleich in ihren Bann zog. Mirabel beschrieb, wie sie mit ihrem Mann Rosensträucher in ihre Obstgartenwiese pflanzte. Das schlummerte in der Tiefe meiner Gärtnerseele und wurde nun, da wir einen Obstgarten unser Eigen nennen dürfen, verwirklicht: R. Frühlingsgold, R. x richardii, R. primula, Cardinal de Richélieu, William Lobb, Nuits de Young, Bourgogne, R. sweginzowii „Marcrocarpa“, Mon Amie Claire, R. Highdownensis…sie dürfen uns inmitten von Wildblumen bezaubern. Die Namen allein beschwören wundersame Geschichten herauf!

In the orchard narcissi left the stage to Camassia quamash and C. cusickii. I think they’re both adorable and have already ordered more for next autumn. Coming from fertile meadows in North America, they are fuss-free and naturalize easily. In my Irish garden they also grew well in fairly dry (Ireland is Ireland after all ;)) half-shade. There’s this wild, romantic charm about them which I ‚m mad about. Rosa „Frühlingsmorgen“ und R. cantabrigiensis are showing their first flowers. A few years ago I read Mirabel Osler’s „A gentle plea for chaos“ and immediately fell for her witty style. Mirabel described how she and her husband planted roses in the meadow of their orchard. This somewhat lay dormant in the depth of my gardener’s soul and is now -that we have an orchard we may call our own- becoming reality: R. Frühlingsgold, R. x richardii, R. primula, Cardinal de Richélieu, William Lobb, Nuits de Young, Bourgogne, R. sweginzowii „Macrocarpa“, Mon Amie Claire, R. Highdownensis…let them charm us among the wildflowers. Their names alone evoke delicious stories!

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Und zum Schluss noch ein Blick vor das Haus, wo Rosa banksiae die Wand in einen cremefarbenen, süss duftenden Blütenmantel hüllt und der Zierlauch (Allium Mars, Purple Sensation & Akbulak) durch das Beet tanzt. Mir kommt das Wort „Blaue Stunden, blaue Tage“ in den Sinn, da Ceanothus „Concha“, Wisteria und Allium derzeit den Ton angeben und mit dem frischen Limettengrün der Wolfsmilch schlichtweg umwerfend aussehen. Jeden Tag gibt’s was Neues zu entdecken! PS: Die lilienblütige Tulpe heisst übrigens Mariyln, ein echter Star – blüht seit Wochen und wandert demnächst von den Töpfen zwischen den Zierlauch.

Last but not least a quick view in front of the house where Rosa banksia has covered the wall with thousands of creme-coloured, sweetly scented flowers and Alliums (Mars, Purple Sensation & Akbulak) are dancing through the borders. „Blue hours, blue days“ come to my mind, with Ceanothus „Concha“, Wisteria and Allium setting the note and looking dazzling with the limegreen of Euphorbia. Every day there’s something new to discover! PS: By the way the lily-flowered tulip is called „Marilyn“, a true star – flowers for weeks and will soon move from the pots to the border, joining the Allium.

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Die Begegnung mit Wildblumen in ihrem natürlichen Habitat hat eine faszinierende, belebende Wirkung auf mich, vor allem, wenn es sich um solche handelt, die wir von unseren Gärten her kennen. Es ist die ideale Art, ihre Bedürfnisse kennen zu lernen. Vor einigen Wochen entdeckten wir auf einem Waldspaziergang hinter unserem Haus (wir wohnen mitten in der Wildnis und sind von Wald umgeben) ein riesiges Meer von  Zwiebelblumen. Zu sehen war nur das Laub, aber ich dachte mir, es könnten Narzissen sein. Vor ein paar Tagen zog ich mit unserem Hund los, um die Stelle aufzusuchen, als uns plötzlich ein betörender Duft umfing: Tausende von Dichternarzissen (Narcissus poeticus) tanzen dort im lichten Schatten der Kastanien und Eichen und verwandeln den seither unscheinbaren Ort in eine Spielwiese für himmlische Gestalten!

Encounters with wildflowers in their natural habitat never fail to thrill and fascinate me, especially when they have made their way into our gardens. It’s also an ideal way of getting to know their cultural requirements. A few weeks ago -during a ramble- we discovered a sea of bulbs in the woods behind our house (we live surrounded by wilderness and woods). At that stage all we could see were a few inches of foliage but I thought they may be narcissi. Imagine my delight when I got there with my dog recently! All of a sudden we were enveloped in the most delicious scent: thousands of poet’s daffodils are now dancing in the dappled shade of the chestnut and oak trees and transform the hitherto unremarkable place into a playground for heavenly creatures!

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Dichternarzissen duften betörend und werden kommerziell wegen ihrer einzigartigen essentiellen Öle angebaut. Kreuzritter brachten sie einst nach Europa, und durch Kreuzung mit den bei uns heimischen Narcissus pseudonarcissus entstanden elegante Hybriden, die sich grosser Beliebtheit erfreuen. Viele Pflanzen sind verwoben mit Mythen und Legenden, und es ist spannend, diese zu entdecken. Der griechische Held Narziss war der schöne Sohn des Flussgottes Cephisus und der Nymphe Liriope (Liriope=Traubenlilie!). Leider war er auch stolz und begegnete jenen, die ihn liebten, mit Verachtung. Die Rachegöttin Nemesis lockte ihn zu einem Teich, wo er sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte und starb, weil er sich nicht davon losreissen konnte. Eine andere Geschichte handelt von Persephone, Demeters Tochter, die gerade Dichternarzissen pflückte, als Hades sie in die Unterwelt entführte. Der Brauch, Gräber mit Narzissen zu schmücken, soll darauf zurück gehen.

Poet’s daffodils have a gorgeous fragrance and are commercially cultivated for their unique essential oils. Crusaders once brought the flowers back to Europe and by crossing them with our indigenous Narcissus pseudonarcissus some elegant, popular hybrids were born. Plants are often intertwined with myths and legends and it’s exciting to find out more about them. The Greek hero Narcissus, son of rivergod Cephisus and nymph Liriope (Liriope=lilyturf!), was a great looking guy and very proud too. So much so that he disdained those who loved him. Nemesis, goddess of vengeance, lured him to a pool where he fell in love with his own reflection. Unable to leave it, he died. Another story tells us about the abduction of Demeter’s daughter Persephone by Hades while picking poet’s daffodils. The custom of decorating graves with narcissi is supposed to originate there.

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Wie ihr sehen könnt, sind nicht nur wir Menschen empfänglich für Düfte 😉 …auch unser Hund war ganz verzückt! Es tut gut, auf solche magischen Orte zu   treffen, dort zu verweilen und den Zauber des Augenblicks zu geniessen.

As you can see, not only humans are susceptible to scent 😉 …our dog was quite mesmerized too! It feels good to come across such enchanted places, to linger there and to enjoy the magic of the moment.

Mieux vivre Jardin

Mieux vivre dans son jardin

The Big Garden and Croft

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The World according to Dina

Notes on Seeing, Reading & Writing, Living & Loving in The North

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Moving in many directions, sometimes quite slowly, but always with a camera. www.anniegaphotography.co.uk

allesgewollt

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A garden set in the Wye Valley

Henningsheim

Alltägliche Begegnungen