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Keine Zeit des Jahres lädt so sehr zum Schrumpfen ein wie der Frühling. Es ist die Zeit der Zwerge, und damit meine ich keinesfalls Plastik-Gartenzwerge sondern die allerliebsten Winzlinge, die ihren Charme nun in unseren Gärten versprühen…und damit nicht geizen! Letzten Herbst habe ich 1500 Zwiebelblumen verbuddelt; zum Glück hatte der Boden (Lehm)  gerade die richtige Feuchtigkeit, und schwupps war die Aktion beendet. Ich war selbst überrascht, wie schnell es ging. Bei Lehmböden muss man den richtigen Moment abwarten, bevor man irgendetwas pflanzt: Ist es zu trocken, meint man auf Beton zu hacken, ist es zu feucht, werden Gummistiefel und Spaten zu tonnenschweren Gewichten, die man nicht mal im Gym anrühren würde (also ich gehe nicht in den Gym und freue mich an der körperlichen Ertüchtigung in unserem Garten). Mein Übermut bei der Zwiebelblumenbestellung (ich werde dabei von meinen blühenden Fantasien davongetragen…) und der anschliessende Fleiss beim Setzen der kleinen Schätzchen werden nun reich belohnt. In der Auffahrt unter den Hortensien und der Scheinhasel (Corylopsis spicata) breitet sich ein pastellfarbener Blütenteppich aus: Crocus chrysanthus „Cream Beauty“, „Snowbunting“, die hinreissenden Elfenkrokusse C. tommasinianus „Lilac Beauty“, „Roseus“ und „Whitewell Purple“, Crocus „Yalta“ (fantastisch mit zwei Lilatönen) und einige safrangelbe, namenlose Exemplare als Highlights. Mini-Narzissen sorgen für sonnige Inseln, die ersten Blausternchen (Scilla siberica „Spring Beauty“) strecken ihre kräftigblauen Büten hervor. All diese Zwiebelblumen versamen sich bereitwillig und eignen sich zum Verwildern. Der Frühling steht vor der Tür! Das bestätigen auch die Vögel, die sich verliebt hinterher flitzen und uns Gärtner an ihren Ständchen teilhaben lassen. Nun kommt das Schrumpfen (von meinem Lieblings-Gartenschriftsteller Beverley Nichols bereits vor Jahrzehnten empfohlen): Nur auf dem Bauch liegend lässt sich die zarte, unaufdringliche Schönheit der ersten Frühlingsboten wirklich schätzen! Probiert es aus, es offenbart wunderbare Welten! Ich verbringe in letzter Zeit viele Stunden in der Horizontalen, um die Vielfalt des Frühlingsgartens mit der Kamera festzuhalten – ich liebe es! Im Obstgarten habe ich neben verschiedenen Narzissen Prärielilien (Camassia quamash u. C. cusickii) gesetzt, aber sie blühen erst später. Der Obstgarten ist jedes Jahr ein Meer von Wildblumen (sehr viele Orchideenarten) und wird mit den Zwiebelblumen bestimmt sehr malerisch aussehen. Bis zur ersten Mahd im Juli mähe ich mit dem Rasenmäher schmale, geschwungene Wege. Das sieht romantisch aus, und es ist ein Genuss für die Sinne, dort zu gehen, zu verweilen und Teil zu werden von der Natur. Ist der Frühling nicht eine tolle Zeit?

Spring is the time to shrink. Time of gnomes, and here I don’t talk about ugly plastic gnomes but the lovely dwarfs for whose charms we gardeners fall so easily. Last autumn I planted 1500 bulbs; our loamy soil had just the right amount of moisture and the job was done in no time. I was actually surprised how quickly it was done. If you garden on loam you have to wait for the right time before you do anything: Too dry and you feel like digging in concrete, too damp and your wellies and spade turn into heavy weights you’d never even consider touching in the gym (I’d never go to such a place, feel I have my share of healthy excercise in our garden). My high spirits at the time of placing my bulb order (don’t we all get carried away at times…) and my diligence when it came to planting all these treasures are now amply rewarded. In the drive underneath the hydrangeas and winterhazel (Corylopsis spicata) a pastel-coloured carpet of crocuses unfolds: Crocus chrysanthus „Cream Beauty“, „Snowbunting“, the delightful Tomasini’s crocus C. tommasinianus „Lilac Beauty“, „Roseus“ and „Whitewell Purple“, Crocus „Yalta“ (terrific with two shades of violet) and a few saffron-yellow, unnamed specimens as highlights. Miniature narcissus create sunny islands, the first star-like, deep blue flowers of Scilla siberica „Spring Beauty“ are peeping out. All these bulbs naturalize easily. Spring is on our doorstep! The birds confirm it, chasing each other, madly in love and filling the air with their song. Back to the shrinking though (one of my favourite garden writers, Beverley Nichols, recommended this decades ago): Only flat down on your belly the subtle, fragile beauty of these heralds of spring can be appreciated. See for yourselves and it will open up a new, wonderful world! These days I spend a lot of my time „flat out“ to capture the fleeting beauty of the spring garden with my camera – and I love it! In the orchard I planted various late flowering narcissi along with Camassia quamash and C. cusickii. Every year the orchard is a sea of wildflowers (with a lot of different orchid species) and will be very pictorial. Up to the first mowing in July I just go through with the lawnmower creating winding paths. That looks romantic and it’s a pleasure for the senses to walk through, to linger and become part of nature. Isn’t spring a great time?